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8 (1856) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1778 bis 1798
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Anhang.

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Wort, beschwerte stch über die Offiziere und daß sie von ihnen verlassen, verrathen gewesen. Solche Klagen wurden vonCompagnicn angehört, deren Hauptleute an ihrer Spitze todt geblieben sind. Andere drangen mit Ungestüm auf das Rathhausund verlangten vor den Kriegsrath gelassen zu werden. Sie wollten Waffen, Munition und daß man ihnen Offiziere gebe.Für alle Forderungen fanden sie stets, wie gerecht und billig, geneigtes Gehör; aber exaltirt und unglücklich verblendetsollte alles auf das erste Wort, das ab ihren Lippen fiel, in bester Ordnung dastehe». Auf den Straßen führten sie diegleichen Reden, äußerten die nämlichen Beschwerden. Auf der Stelle versammelten sich immer eine Menge Volkes um sieund Bürger predigten einer Menge Zuhörer, der Eine dies, der Andere etwas anderes, aber niemals den Text, der alleinin diesen schwersten Augenblicken die Gemüthsstimmung Aller vereinigen und lenken sollte. Ungeachtet aller meiner Vorstel-lungen gelang es mir nicht, meine Herren Repräsentanten und einen Thcil der Kriegsräthe für diejenige Stimmung zulenken, die in diesem Augenblicke so dringend erforderlich gewesen wäre. Berns Schicksal mag nun in wenigen Stunden eineWendung nehmen, wie eS immer will, ich weiche nicht von der Stelle und erachte meines Standes und meiner hohenPrineipalen Ehre wie meine Pflicht nicht verkannt zu haben. Jhro Gnaden Steiger hat mit Muth und Würde gesternder höchsten Versammlung angezeigt und durchaus verlangt, wann es zu einer Capitulation kommen solle, so vcrb'ete ersich, daß seiner darin im mindesten Erwähnung geschehe. Er werde sein Schicksal mit Ruhe auf alle Weise erwarten. <l5> jjAm gleichen Tage, Abends 4 Uhr. In Freiburg soll gestern durch die französische Partei ein fürchterliches Blutbad unterdenjenigen angerichtet worden sein, deren Entschlossenheit, Muth und edle Denkungsart so lange der gedachten Partei denSieg erschwert hatten; auch sei bei diesem Anlasse dem Herrn Schultheiß Werro der Kopf abgeschlagen, und auf einerPique in der Stadt herumgetragen worden. Leider muß ich gestehen, daß mir dieses in Rückerinnerung von mancherleiDingen, die ich neulich in Freiburg gesehen und gehört habe, nicht ganz unwahrscheinlich vorkömmt. Ueberhaupt bin ichje länger je überzeugter, daß die gute Stadt Freiburg ein Opfer der schändlichsten Verrätherei gewisser dortiger Einwohnergeworden. Wie hätten es z. B. ohne Einverständniß in der Stadt zu haben die Franzosen wagen dürfen, sich derselben,die eine Garnison von achtzchnhundert Mann und zwar wenige, aber gut bediente Artillerie hatte, mit einem Corps vonsechszehnhundert Mann und ohne alles grobe Geschütz zu nähern? Höchst unglücklich ist es zu sehen, wie sehr man sichbemüht, dem berncrischen, mit wenigen Ausnahmen so tapfern und wohlgesinnten Volk Mißtrauen gegen die Regierungund seine Offiziere beizubringen, durch Vorspiegelung, daß es von der erster» verkauft und von den letztern verrathen sei.Dergleichen perfide Insinuationen finden so sehr Gehör, daß unter einem Theile des Volkes dadurch bereits eine Art vonFanatismus bewirkt worden ist. Zwei wackere hiesige Stabsoffiziere sind diesen Morgen bereits traurige Opfer dieser Volks-wuth geworden, indem ihre gegen den überlegenen Feind bezeigte Vorsicht und Behutsamkeit nicht ihrer Klugheit, sonderneinem Einverständniß mit de» Franken zugeschrieben ward. Herr Oberst Ryhiner ward auf dem Bärengraben von seineneigenen Leuten erstochen, so daß er nach wenigen Stunden verschied, und Herr Oberst Stettler ward ungefähr zu gleicherZeit gleich außerhalb der Stadt von einigen Soldaten seines Bataillons angefallen, auf die unmenschlichste Weise zerfleischtund ihm mehrere Kugeln durch den Leib geschossen. Jndeß ist der Rädelsführer dieser Schandthat hieher gebracht wordenund man redet von prompter und scharfer Execution gegen denselben. >8) jj Am gleichen Tage, Abends 8 Uhr. Ich eileEuer Gnaden von dem in mehrern Rücksichten seit einigen Stunden günstiger eingetretenen Umständen die fördersamstcAnzeige zu geben. Die Beruhigung hier in der Stadt und bei den Truppen, eine Stimmung, die für diese entscheidendenAugenblicke angemessen ist. scheint allmälig durch Gottes Güte die Oberhand zu gewinnen, und vielleicht ist noch Rettungund eine erträgliche Behandlung der Stadt und des Standes Bern möglich. Seit etwa neun Uhr hat es vielen vereinigtenBemühungen gelingen können, diese günstige Wendung zu bewirken und nun hoffe ich, die neu organisirte Regierung werdevollends der guten Sache des Vaterlandes wieder aufhelfen und der abscheulich anarchischen Stimmung von zwei Tagen,die so mannigfaltiges Unheil veranlaßt hat, auch unter alle» Umständen, die hier auf uns warten mögen, ein Ende gemachthaben. Um zehn Uhr ward nach rührender feierlicher Abdankung der alten Regierung, die neue aus hundertundvier Gliedernund einem Präsidenten, nämlich Herr Seckelmeister Frisching, als provisorisch gewählt. Herr Tillier ist sogleich nach Muttenzu dem General Brune mit dieser Nachricht abgereist, wodurch nun alle seine Forderungen erreicht sein sollten. Vorwenigen Augenblicken kömmt die Verbscheidung, er wolle in Person und im Begleit zweier Compagnien Husaren und zweierFüsiliercompagnien der neuen Organisation der Regierung selbst beiwohnen, vorher aber müßten alle bernerischen und eidge-nössischen Milizen abgedankt und entlassen sein. Euer Gnaden will ich ohne einige Bemerkung diese Zumuthung in ihrenFolgen beurtheilen lassen. Dieselbe ist auch mit einmüthiger Stimme verworfen worden und zudem hat sich die Regierungschon in Aktivität gesetzt. <ls>

Bern, S. März 17S8, Morgens nach lv Uhr. Diesen Morgen um Z Uhr kam Herr Oberst Tillier zurück, und welch'bedauerliche Erklärung des Generals vernehmen nun Euer Gnaden. Brune besteht auf seiner Forderung, Bern wenigstensauf einen Monat mit etwa sechshundert Mann französischer Truppen zu besetzen, ja da Brune sein Ultimatum nicht einmalschriftlich dem Herrn Tillier behändigen wollte, so erachten Euer Gnaden die Absichten dieses Generals auf Bern und