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8 (1856) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1778 bis 1798
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Anhang,

Insolenz aus. Beinahe überall ertönte ein viehisches Gebrüll:llo! la guori-e svso los Sulsses! l.» guorro!" Ohne Escortewären kaum unsere Personen sicher vor den Kerls gewesen. So begnügten sie sich uns Unfläthereien nachzurufen, Etwaum 8 Uhr des Abends langten wir wieder in Bern an, sl5>

Bern, 2, März l798, Groß, nahe, dringend ist die Gefahr. Mit der edelsten Anstrengung bieten die L, Stände Bern.Freiburg und Solothurn alle ihre Kräfte zur muthigsten Gegenwehr auf; aber wenn sie von ihren Miteidgenosscn verlassenwerden, und nicht schleunige nachdrückliche Unterstützung erhalten, so sind sie verloren! so bleibt ihnen nichts übrig als einehrenvoller Untergang! <2) jj Am gleichen Tage, Nachmittags l Uhr, Gott erbarme sich über das ogs>»l woiluum von Eidgenossen-schaft! Freiburg und Solothurn liegen in den Hände» der Franzosen. <«> jj Die Bcrner stritten heute bei Lengnau wie Löwen,gcriethcn aber zwischen zwei Kartätschenfeuer und in wenigen Minuten schwand dann das Bataillon auf etwa zweihundertMann herab. In Solothurn ist ein beträchtliches französisches Corps diesen Morgen um zehn Uhr eingerückt. Die Verthei-digung der Stadt war zwar kurz, aber besonders von Seite der bernerischen Völker lebhaft, Der berncrische Bataillonschcf,Herr Oberst Stcttler, wollte sich nicht in die Capitulation mit Freiburg einschließen lassen, sondern erklärte gegen den drittenArtikel bestimmt, er werde mit klingendem Spiel, fliegender Fahne und brennenden Lunten abziehen, welches er auch wirklichgetban hat. Der Punkt des Desarmements der Soldaten aus den alten deutschen Landen kann bei der Stimmung dieser Leutenoch fürchterliche Auftritte veranlassen. Alle Truppen werden in die Nähe der Stadt und auf wenige Stunden derselbenberufen. Gestern Nacht find wegen dem ergangenen Landsturm einige tausend Mann in die Stadt aufgenommen worden.Man kann sich die Lage denken, <ls> jj 3. März, Morgens 8 Ubr, Wir haben diese Nacht ungemein unruhig und beinaheZedermann ganz wach zugebracht. Man gcwärtigte einen Ueberfall von französischer Seite; so weit ist es freilich noch nichtgekommen, aber es kann alle Stunden geschehen, Freiburg und Solothurn sind viel mehr aus Verrätherei als um ihrerSchwäche willen übergegangen. Wenn einmal die Franzosen vor den Thoren der hiesigen Stadt sind, so sehe ich fürchterlichen,grauenvollen Auftritten im Innern derselben entgegen. Die Herren Repräsentanten haben größtentheils den Bündel geschnürt.Einige unter ihnen sind verzweifelt niedergeschlagen, und meinen schon in allem Ernst Kinder des Todes zu sein. Das ersteund auch einzige mir bekannt gewordene unter den dem Herrn General Brune so anstößigen bernerischen Rcgicrungsgliedernist, wie Sie leicht denken können, Herr Schultheiß von Steiger. Die Entschließungen von Begrabenwerden unter denRuine» und von ehrenvollem Untergang, die der L. Stand Bern nicht nur mit flüchtigen Worten geäußert, sondern bedauer-licher Weise auch durch den Druck mehrmalcn kund gethan hat, scheinen nicht mehr die größte und allgemeinste Festigkeitzu haben. Die heutige Räth- und Bürgerversammlung beschäftigt sich damit, was zu thun sei, wenn der General Brunedie heute früh gemachte Modifikation seines achten Artikels in dem Ultimatum nicht annehmen wolle? Bereits scheint sichder Rathsschluß dahin zu lenken, daß man sich am Ende auch in dieses fügen müsse. Ja! ein Mitglied der hohen Versammlungging so weit, den Vorschlag zu Niedersetzung einer Kommission zu machen, welche sich vorläufig über die Art und Weiseeiner im Fall der Noth für die Hauptstadt zu treffenden Capitulation berathen solle. Dieser Antrag ward nun zwar freilichverworfen, aber so viel ist gewiß, daß von kräftiger und ausdauernder Gegenwehr nicht mehr in dem Tone gesprochen wird,wie erst noch gestern Abends. In der Stadt liegen über fünftausend Landstürmer, die in der verflossenen Nacht aus verschie-denen Gegenden des Cantons hieher gekommen sind; eine Mannschaft, die zur Vertheidigung gebraucht, höchst besorglichmehr Verwirrung und Hinderniß, als Nutzen verursachen würde. Alte, kraftlose Geschöpfe, junge, unbärtige Knaben, Krumme,Lahme und Elende, selten ein rüstiger, stattlicher Kerl, denn diese sind fast alle bei der Armee. Die Schießgewehre dieserLeute sind alle unbrauchbar; Andere sind mit Prügeln, Hellcbartcn und Mordinstrumentcn bewaffnet, für die meine schwachemilitairische Terminologie keine Benennung hat. Diese Mannschaft rennt in den Straßen herum; eine ungeheure Massesammelte sich vor ein paar Stunden vor dem Nathhause und sing fürchterlich zu lärmen an:Sie seien verkauft! wennsich die Stadt Bern im Ernst wehren wolle, so solle man sie regimcntiren und mit gutem Gewehr und Munition versehen."MHHerr Statthalter ging mit Herrn Zägcrhauptmann Studer, einem der Bürgcrausschüsse, auf den Platz herunter und konntebinnen wenigen Augenblicken das Gewitter beschwören. Daß die Franzosen von Solothurn oder sonst irgend einer Seiteschon gegen Bern anrücken, weiß man noch nicht; ich höre aber bereits von etwclchem Widerstand reden, den man ihnen pourSSUVVI' los appai-oncos leisten müsse. Schade für die, denen diese Simagröe das Leben kostet; sie sterben nicht zum Nutzen,ja nicht einmal zur Ehre des Vaterlandes. <8i

Bern, 4. März l798, Morgens halb 9 Uhr. Unser liebes Vaterland eilt mit furchtbar schnellen Schritten seiner poli-tischen Auflösung, seiner Vernichtung in Hinficht auf Freiheit und Unabhängigkeit entgegen; es ist der Wille Gottes, AlleUmstände, die unser Unglück und ich muß mir den Ausdruck erlauben, die unsere schandevolle Zernichtung bewirken, vereinigensich. Mit jedem Augenblicke vermehrt sich die Verwirrung. Nicht nur will in diesen so entscheidenden Augenblicken Niemandmehr gehorchen, es will Niemand mehr befehlen; alle gegenseitigen Bande scheinen aufgelöst zu sein. Welch' ein fürchter-licher Tag war der gestrige; beinahe den ganzen Tag auf dem Rathhaus und den Straßen, von welchen Begegnissen mußteich Zeuge sein. Banden von Soldaten drangen ins Rathhaus, oft ohne einen Offizier; bald Der, bald Dieser führte das