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Anhang.
dessen eigener Aeußerung, möglichst divulgirt wird, und wie Euer Gnaden nicht verborgen ist, am letzten Donnerstag vonallen bernerischen und einem Theil der freiburgischen Vaudois mit lautem Zujauchzen angenommen wurde), bestimmt sagt,daß wenn auch nur sieben von den zweiundzwanzig supponirten Departements sich wirklich bildeten, Frankreich mit denselbenvereinigt die übrige Schweiz zur Annahme des Code zwingen würde. — Nicht genug konnten zwei Abgeordnete von Frciburgdie gute Stimmung ihrer Verburgerten und der alten Landschaft, sowie auch der mitten im Sturm ungeachtet aller Drohungenund Zumuthungen, ungeachtet des sonst so ansteckenden Beispieles der Nachbarschaft immer unerschütterlich treugebliebenenVogtei Favcrnach rühmen. Wirklich soll es Mühe kosten, die deutschen Regimenter im Zaume zu halten, daß sie nichtThätlichkcitcn gegen die freiburgischen Welschen begehen. — Nach dem einstimmigen Wunsch der L. Session übernahm MHGZkr.Statthalter die beschwerliche und mühsame Mission nach Freiburg, und erbat sich zu einem Kollegen den Herren Repräsen-tanten Müller von Uri. Es ist zu hoffen, daß es der klugen Thätigkeit meines theuergeschätztcsten Herren Principalcn beidiesem Anlaß gelingen werde, die im gegenwärtigen Augenblick nicht allzu freundschaftliche Stimmung zwischen Bern undFreiburg in etwas zu bessern. <8j jj 21. Februar, Morgens. Von zwei freiburgischen Deputirten haben wir vernommen, daßAusschüsse aus den von der Regierung abgefallenen welschen Vogteien des Cantons in Vereinigung mit Abgeordneten aus denStädten Peterlingen und Wifflisburg sich vor einigen Tagen in Freiburg gemeldet und nichts Geringeres als die AnschließungFreiburgs an sie verlangt haben, mit der ehrenvollen gefälligen Versicherung, daß bei geneigter Entsprechung Freiburg derHauptort dieses neuen Departements sein solle. Wir haben den Deputirten indeß bemerkt, daß die mindeste Nachgiebigkeitvon den bedenklichsten Folgen nicht nur für den Stand Frciburg, sondern für das ganze Vaterland sein müßte, indem hiedurcheines der zweiundzwanzig Departements, die im Plane der berüchtigten Constitution Ueivsliqus liegen, förmlich gebildet,mithin der Anfang mit Ausführung des leidigen Projects einer schweizerischen itöpubilquv uns st inckivisidie gemachtwerde. <>!-> jj Am gleichen Tage. Der heutige Räth und Burger wird dadurch besonders interessant, daß in demselben die Com-mission zu Entwerfung der neuen bernerischen Constitution soll niedergesetzt werden. — Man hegt darüber im Publicum vielerleiVcrmuthungen. — Ziemlich sicher aber wird angenommen, daß in dieses wichtige Comitö mehrere Professoren von hier,namentlich der bekannte geistreiche Professor Ith, sowie auch der Professor Stapfer, ein junger Mann von ungemeinen Kennt-nissen und Einsichten und wie mich dünkt ebenso großer Friedliebe und Kaltblütigkeit werden gewählt werden, l«)
Freiburg, 23 Februar 1738, Morgens. Weit der beträchtlichere Theil der freiburgischen Lande, in denen seit dem 27.vorigen Monats die schon früher in dem Waatland ausgebrochene Revolution theilweise auch um sich zu greifen anfing,insbesondere diejenigen Gegenden, welche dem Staat am meisten eintrugen, sind gegenwärtig von demselben abgetrennt. DieStimmung der Treugebliebenen, die sich vielleicht etwa auf viertausend streitbare Männer belaufen, ist zwar immer noch gleichvortrefflich und bisanhin weder für Verführung, noch Terroristrung empfänglich gewesen. Aber bei sich ereignendem Falleines Angriffes könnte man um so weniger aus die Fortdauer dieser Stimmung rechnen, als sich die Regierung beinaheganz außer Stand sähe, den Muth dieser wackern Leute durch Zufließung der nöthigcn Unterstützung zu beleben. Nicht dreiMonate lang könnte auch nur diese Mannschaft ohne gänzliche Erschöpfung der Staatsfinanzcn auf den Beinen erhaltenwerden; denn die den Stand Freiburg seit einer Reihe von Jahren betroffenen starken Schläge und außerordentlichen Aus-gaben und namentlich der Verlust von sehr beträchtlichen, seiner Zeit durch eine für vortheilhast gehaltene Speculation inFrankreich angeliehenen Capitalien hätten stärkere Aeraria, als das freiburgische nie war, zu Boden drücken müssen. Wasdie Stadtbürgerschaft anbetrifft, so ist dieselbe mit Ausnahme weniger Individuen, voller Anhänglichkeit für die Regierung;aber von geringer Kraft. Unermeßliche Summen haben auch die begüterten Classen der hiesigen Einwohner durch Seque-stration ihrer in der Waat liegenden Besitzungen wenigstens einstweilen verloren, und eben diese machten den Hauptreichthumder Stadt aus, so daß von daher nicht geringe Abhängigkeit von den Vaudois und bei allenfalls noch dringender werdendenZeiten möglichste Nachgiebigkeit gegen ihre Zumuthung entspringen müsse. Mit Bedauern ward dies von den beiden Herren'Repräsentanten angehört, zugleich aber der Rath crtheilt, ungeachtet des im Welschland erlittenen Verlustes möchten diehablichcn Einwohner der Stadt und allenfalls auch der treugebliebenen Landesgegenden aus ihrem Privatgut freiwillige Opferdem Staat bringen. — Der urnerische Feldzug gegen Cisalpinicn war bald beendigt, und dürfte dem auch beim Contingentstehenden dortigen Geschichtsschreiber, Vincenz Schmid, wenig Stoff für den dritten Band seines Werkes, an dem er wirklicharbeitet, geben, wenn nämlich wahr ist, was man aus Bern schreibt, daß man aus Lucern die Nachricht erhalten habe, esseien netto fünfzehn Cisalpinier über den Langensee an das Gestade gekommen, man habe sie wollen desarmiren, darüberseien Händel entstanden, bei denen es blutige Köpfe abgesetzt, und dies habe den ganzen Lärm verursacht. i«>
Bern, 24. Februar 1738. Es ist zu vermuthen, daß die von den hier eingetroffenen baslerischen und schaffhausenscheuDeputirten (von Basel Apotheker Huber, Meister Legrand, Advocat Schmid und Müller Schäffer, von Schaffhausen Zunft-meister Schalch mit zwei Gefährten oder Secretairen) geschehenden Zumuthungen lebhafte Debatten veranlassen werden, daman ohnedem schon über das den dringenden Umständen angemessenste Benehmen sehr ungleicher Meinung ist. Die gemäßigtereund zahlreiche Partei der Räth- und Burgerversammlung scheint nicht ungeneigt zu jedem Opfer, welches auf eine der Ehre