Anhang.
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worin es sein äußerstes Befremden kund gibt, daß Bern so viele Truppen auf die Beine gestellt und dadurch der Schaß uner-hörte große Ausgaben zu bestreiten habe. Da es i» seiner Pflicht liege, auf die Verwendung der öffentlichen Staatskasse, andie es bäldcste gerechte Ansprache haben werde, seine Sorgfalt zu richten, so erkläre es, daß alle öffentlichen und Privatgüterder Berner im Pays de Vaud ihm zur Haft und Pfand dienen sollen, bis es beruhigende Auskunft von Bern erhalten habenwerde. ltZ) jj Am gleichen Tage. Die Herren Dcputlrten mußte es befremden, wie wenig Herr Brune bevollmächtigt sei, überirgend etwas Wesentliches oder Entscheidendes gegen die Schweiz einzutreten und daß sich seine in wenig Worten und auseinem Brief vorgelesene Instruction lediglich dahin beschränke, im Allgemeinen die Wünsche und den Wille» des Direetoriumsgegen die Schweiz und gegen den Clinton Bern insbesondere zu eröffnen. Die Hauptbedingung für eine Ausgleichung mitFrankreich bestehe in Errichtung einer köpiidilque „nv vi. ineiivisidio und in dieser Absicht habe ihm das Direktorium einenEntwurf einer conslttuiion Neivetiq»« Übermacht, von der er eine ziemliche Anzahl Exemplare bei Händen habe. Auf dieBemerkung, daß bereits alle aristokratischen Stände in ihren Constitutionen die bekannten, mit ihrem Volk sie eng vereinigendenVeränderungen vorgenommen haben, gab der Herr General den Herren Deputirten deutlich zu verstehen, daß in die wirklichernstlich gemeinte Absicht der bcrncrische» Regierung bei ihrer Constitutionsveränderung von französischer Seite immer nochgroßes Mißtrauen gesetzt und daß das Dircctorium nicht im Fall sein werde, mit Beruhigung die vorhabende wichtige englischeLandung vorzunehmen, bis man durch wirkliche Vollziehung der in mehrern Staaten im Wurf liegenden Volksrcgierung gesichertsei. daß von England nicht mehr zum Nachlhcilc der französischen Republik unmittelbar auf Bern und von der dortigen Regierungmittelbar auf die übrige Eidgenossenschaft eingewirkt werde. Auf die geschehene Einfrage der bernerischen Herren Deputirtenüber was für Einwirkungen von englischer Seite man sich denn eigentlich zu beklagen hätte, konnte freilich der Herr Generalweder über bestimmte Individuen sich beschweren, noch überhaupt seine Klage durch Anführung irgend einiger Daten belegen.Bei der nämlichen Unterredung äußerte der Herr General auch noch darüber seinen Unmuth, daß die Truppen einiger Ständeanstatt des großen und kleinen Geschützes Knüttel und andere Mordinstrumente mit sich führen, worauf ihm bemerkt wurde,daß man deren Wirkung noch von der Väter Zeiten her kenne, auch daß sie oft für die Rettung des Vaterlandes ersprieß-liche Dienste geleistet haben. Diese Erläuterung soll den Herrn General ziemlich erschüttert haben. Am Ende verlangteer eine umständliche Note zu Händen des Direetoriums. sMan sehe dieselbe Ste. 710 f.) — Noch muß ich Ihnen melden,daß der Herr Fürstabt von St. Gallen bei mir war, der mich berichtete, daß in seinen Landen die Verhältnisse sich äußersternstlich gestaltet haben. Am ltt. Februar sei durch die in St. Gallen befindlichen Capitularen die Lage der Dinge sogefährlich gefunden worden, daß selbige, freilich ohne seinen (des Fürstabten) Willen (da er sich in Weil aufgehalten) durcheine feierliche Entsagungsacte die Regierung dem Land förmlich überlasse» haben. Der Herr Fürstabt weiß sich in seinedermalige Lage zu schicken und überzeugt sich, daß an die Wiedererlangung der eingebüßten Souverainctätsrechte nicht mehrzu denken ist, daß weder der Kaiser noch auch die Schirmstände in dieser Rücksicht ihm einige Hülfsleistung gewährenwerden. Wohl wenn seine ehemaligen Angehörige» seine Gefälle, das Eigenthum der Abtei, sollten schwächen oder ihmentziehen wollen und diesfalls nicht aus eigenem Gefühl ihrer Pflicht und aus Dankbarkeit gegen ihren ehemalige» Fürstenvon selbst ihm beruhigende Zusicherung geben würden, so werden die Schirmständc sich gewiß nicht entziehen, in dieserRücksicht und für diesfällige Absichten die kräftigsten Vorstellungen zu machen und zu seinen Gunsten das Möglichste zuthun. <lS> jj Am gleiche» Tage. Der Erfolg der Deputation nach Pctcrlingcn an den General Brune entspricht den freilichetwas hochgespannten Erwartungen, die man sich davon in hiesiger Stadt und, wie ich aus gewissen Gründen vermuthc,auch bei uns in Zürich gemacht hatte, wenig, und wirklich ist nicht mehr dabei herausgekommen, als bei allen vorherigenUnterhandlungen dieser Art mit höher» und nieder» französischen Stellen. — Von zuverlässiger Hand vernimmt man dieNachricht, daß am bS. mittelst der unendlichen Betriebsamkeit der Clubbistcn der verwünschte schweizerische Constitutionscodcim ganzen Pays de Vaud mit Mehrheit der Stimmen angenommen worden. Viele die sonst vielleicht hiczu nicht Handgeboten hätten, waren dabei nicht gegenwärtig und diejenigen Gutdenkendcn, die sich wiedersehen wollten, fanden bei demwilden Geschrei der durch die Clubbiste» so sehr erhitzten Menge kein Gebör. i»> jj 20. Februar, Abends. So natürlichauch in Bern die von dem L. Stand Uri aus bekannte» Gründen verfügte schleunigste Zurückbcrufung seines in der Gegendvon Kilchberg seit ein Paar Tagen cinquartirt gewesenen Kontingents von Zedermann gefunden wurde, so mußte dennoch dieEntfernung eines so beträchtlichen und in mancher Hinsicht so schätzenswerthen Truppencorps von mehr als sechshundertMann bei hiesigen Militairbchörden nicht wenige Besorgniß erwecken und man auf Mittel bedacht sei», die Lücke zu ersetzen.—Frühere Beispiele mögen das Dircctorium und seine Agenten überzeugt haben, wie schwer es halte, unmittelbar bei gesammtcrL. Eidgenossenschaft das Constitutionsprojcet durchzusetzen. Deswegen scheint seit einiger Zelt die große Nation die beiihrem ehemaligen Hof so beliebte Weise einzuschlagen und in Angelegenheiten, wo allgemeine Zustimmung nicht leicht mözl chwäre, die Erreichung des Zweckes mittelst partieller Bearbeitung der einzelnen Stände zu suchen. Ein Modus, der imgegenwärtigen Geschäft um so viel bedenklicher sein dürfte, weil der obenerwähnte Constitutionsplan (welcher, obwohl ansich keine ofsicielle Piece, doch von Leute», die einen öffentlichen Charakter bekleiden, und namentlich auch von Brune, nach