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8 (1856) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1778 bis 1798
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Anhang.

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30. Januar. Neuchatel soll sich darüber verwundern, daß man ihm sein Contingent noch nicht abgefordert habe; gewisse Leutebehaupten aber, die Revolution dürfte dort so schnell und unversehens als an irgend einem andern Ort erfolgen. (S) jj

31. Januar. Euer Gnaden kann ich nicht genug die allgemeine Stimmung der deutschen bernerischcn Truppen, ihre Ent-schlossenheit, ihren Muth, ihre Begierde, dem Feind des Vaterlandes unter die Augen zu stehen und mit ihm den Kampfzu beginnen, beschreiben. Das Herz blutet einem, wenn man an die Bcgcgnisse unscrs Vaterlandes denkt, an die Auftritte,die tagtäglich und mit jeder Stunde eintreten, die Stimmung dieser bernerischcn, nun ziemlich ansehnlichen, bis auf diezwanzigtausend Mann ansteigenden Corps vernimmt, und man aus hoher Pflicht diese Stimmung mäßigen und von diesemguten Willen zum Heil des Vaterlandes erst dannzumal Gebrauch machen soll und kann, wenn unsere Feinde, die uns solange als möglich nur necken, einen entscheidenden Angriff wagen und ausführen werden. Ich gestehe, gnädige Herren, daßich Nachsicht für die Aufwallungen habe, die bei manchem Berner von jedem Stand aussteigen, wenn er die Hemmung dieserguten Stimmung muthvollcr, zum Kampfe begieriger Truppen nicht nur sieht, sondern selbst dazu mitwirken muß! DieWuth der deutschen Truppen gegen die Franken ist aufs höchste gestiegen. Selbst ein ansehnlicher Theil der welschen Truppensoll nichts sehnlicheres wünschen, als daß die Franzosen eine» Angriff wagen und in das Pays de Vaud eindringen mögen,um dannzumalen mit den deutschen Truppen sich zu vereinigen und mit ihnen gemeinschaftlich die Franken aus dem Land zujagen. Die welschen Lande des Cantons Freiburg waren beinahe durchaus sehr gut für die Regierung gestimmt; alleinda sie keine Unterstützung von der Regierung erhielten, ließen sie sich durch die welschen Berner terrorisiren und die Regierungselbst war durch den vorgeblichen Anmarsch der Franzosen terrorisirt und stand daneben nach verschiedenen, überzeugend glaub-würdigen Anzeigen in der Besorgnis;, daß die Schweiz durch den Friedensschluß von Campo Formio bereits gethcilt sei. (is>

Bern, 1. Februar 1738, Morgens. In der gestrigen Räth- und Burgcrsitzung wurden unter dem schweren Druck dcr'Umständevielfältige Motionen, eine der andern ganz entgegengesetzt, in der gute» Abficht, das Vaterland zu retten, eröffnet. Aufeinmal vereinigte der Antrag der eidlichen Verpflichtung, fürs Vaterland zu sterben, ehe man sich von einer äußern Machtwolle vernichten lassen, alle Gemüther, und dieser Eid wurde feierlich geleistet. Die Berathungcn darauf wurden mit Anstandund mehrerer Ruhe und Ordnung fortgesetzt. Die stete Annäherung der französischen Truppen gegen Bern bestätigt sich.Bereits sind zehntausend Franken in das Pays de Vaud eingerückt. Herr General Weiß bat aus eigenem Antrieb und ohneden mindesten Auftrag an den Herrn General Mcnard und zwar nach seinem bekannten Styl und Schnitt geschrieben, jedocheine höfliche, aber mit bitterer Ironie begleitete Antwort erhalten, die für den Hauptgesichtspunkt seines Schreibens nichtdie mindeste Auskunft gibt und mit einem Orakelspruch vcrbcschcidcn thut.vn driilt, schreibt am 12. Pluviose (31. Januar)Menard an Weiß, q»i vous est paiven» Inelioecteluenl, ue Uolt p»s vous Inquieter sur le sort Ue volre patris. Ln vouscvusillerant coiuiue cltoven i'eslime volre sensldüite. le n'gi rlen » vous reponUre eowwe exgeueral Ues troupes «tuI'avs cke Vauil. ves »llalres <Ie zuerre vt Ue paix »e trntteut Ue pulssance ä pulssance. 1'at mos Instruction» quo )ssuivrnl et )v nc connai» polnt Ue vengennce, »I die nc pzrt <Iu gouvorneuaent. 1c nc von» Uirai rlcn sur cc quovous luodservex, quo Ic pavs est cn Nereuse. St vous parlex Ue celui cke Verne, le ne connais pas les Uisposltlousulterieure» <le ino» gouvernement ü »on vgarU." Berichten zufolge benehmen sich die französischen Truppen gegen dieEinwohner im Waatland mit Härte und Unsittlichkcit. Dieselben seien munter und auch zum Schlagen rüstig und bereit,aber in dem elendesten Zustande und beinahe nackend. Schenken Euer Gnaden doch keinen Nachrichten aus diesen GegendenGlauben, wenn sie nicht von der Repräsentantschaft oder der Regierung von Bern E. G. zukommen, denn unsere inner»und äußern Feinde machen durch falsche Nachrichten und durch epaltirte Anzeigen die möglichste Anstrengung, um kalte,ruhige, überlegte Maßnahmen zu vereiteln. ltSi jj Was man am einen Tage zu geben sich noch weigern kann, muß manoft am folgenden doppelt nachholen. (i>1 jj 2. Februar, Nachmittags 4 Uhr. In der heutigen Großraths- und Volksrepräscntanten-sitzung erfolgte eine Motion von einem Standesglied, Herrn Oberst Tillicr, die dcrmalige Regierungniederzulegen",ein Comite aus den gegenwärtigen Regierungsgliedern und den bei ihnen sitzende» Volksdeputirtcn zu ernennen, demselbeneinstweilen jede executive Gewalt zu übergeben und es zu begwältigen, mit möglichster Beförderung einen gutächtlichen Vorschlagfür eine neue Verfassung und die Weise, wie solche Stadt und Land zur Approbation oder Verwerfung könne vorgelegtwerden, zu berathen, und endlich von dieser Maßnahme sowohl dem Herrn Mengaud als dem französischen General und demDirectorium zu Paris durch Deputirtc schleunigst Kenntniß zu geben und jede feindselige Maßnahme nachdrucksamst zu verbitten.Nicht nur ward dieser Antrag von keinem Mitglied der Versammlung unterstützt, sondern er soll allgemein mit den kränkendstenEmpfindungen angehört worden sein. Aus dem untern Aargau und aus Freiburg erhält man beruhigende Berichte. lis>

Murten, 2. Februar 1738. Auf der Reise der Repräsentanten Amrhyn aus Luccrn und Schneid aus Uri nach Murten erkun-digten sich überall die entweder im Marsch begriffenen oder in den Dörfern cantonnirten Truppen mit vieler Angelegenheit, obauch eidgenössische Hülfsvölker nachkommen, indem sie wohl begreifen, daß, so freudig sie auch dem Feind entgegen gehen,sie ohne Unterstützung den Kampf in die Länge nicht aushalten können. Die Nachrichten, welche wir hierüber geben konnten,verursachten viele Freude; indessen gestehe ich doch, daß je länger ich der Sache nachdenke, desto bänger wird mir für einen

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