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8 (1856) Die eidgenössischen Abschiede aus dem Zeitraume von 1778 bis 1798
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Anhang.

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nachdrücklich und großentheils mit warmer Bcredtsamkeit, besonders in Rücksicht aus die abgebrannte Stadt, unter deren Ruinensich die hohe Versammlung befand, abgefaßt, Herr Landammann Bischofbcrgcr von Appenzell wünschte, daß Helvctien sich anVaterlandsliebe, Tugend und Redlichkeit wie Polypen an Felsenstücke anklammern möchte und verglich das Dankopfer, welchesdie Gesandtschaften den Errettern der Schweiz bei der ersten Session in Frauenfcld bringen, mit dem frühen Gesang derLerche, die ihre» Schöpfer lobt, !lt> jj zx. 8. Juli, Mehrere Ehrengesandtschaftcn hätten kein Bedenken getragen, das Memorialder helvetisch-militairischen Gesellschaft im Abschied zu hinterbringen. Da aber der L. Stand Schwyz sich erklärte, daß, werdort über das Dcfensionalc etwas in Anzug bringe, für vogelfrei erklärt sei, da auch beinahe alle übrigen demokratischenCantonc nicht nur keine Neigung die Gesellschaft zu unterstützen, sondern überhaupt die größte Lauigkeit im Militairwesenverriethcn, so bewirkten alle patriotischen Vorstellungen in Bezug auf die Bundespflichten und die Vcrtheidigung des Vater-landes kaum die Einrückung des beiliegenden Paragraphen in den Abschied. Der Herr Ehrengcsandte von Appenzell I. R,versicherte, daß man die dortigen Landräthe bei einer Gelegenheit, wo von militairischen Veränderungen die Rede gewesensei, mit Stricke» bedroht habe, und schien an der allgemeinen Fröhlichkeit Theil zu nehmen, welche die Bemerkung erregte,daß Appenzell jene Stricke als der im alten Defensional bestimmte Gcncralprovos gebrauchen könnte, <14> jj i», 2». Juli.Der abgehende Herr Landvogt von Sargans legte einen Amtsbericht über den gegenwärtigen traurigen Zustand von Wallen-stadt ab; er fand in dem schlammichten Wasser, welches die dortigen Gassen und den untern Theil der Häuser anfüllt, einseltsames tviilun, eoiirparalioiil» mit der Stadt Venedig. So sehr dieser witzige Einfall belustigte, so konnte man dennochnicht ohne schmerzliches Bedauern die Beschreibung der Roth zu Wallenstadt und Wesen anhören. Alle Beweggründe zuRettung der Unglücklichen wurden mit warmer Bcredtsamkeit denjenigen L. Ständen zu Gemüthe geführt, welche mit leerenAusflüchten die Theilnahme an der Seeablcitung zu vermeiden suchen, <ti>

Zu Abschied lüg. (Seite 142.)

«. Nid-und Obwalden und Glarus wollten sich an de» Erzbischof wenden; Freiburg hielt den Zeitpunkt nicht für schicklich.Von den andern Orten finden sich im Staatsarchiv Lucern keine Erklärungen vor.

Zu Abschied 1K1. (Seite l47.t48.l4g.)

e». Fraucnfeld, S, Juli 1790, Die heutige eidgenössische Grußfeierlichkcit zeichnete sich durch mannigfaltige Schilderungen desgegenwärtigen Zustandes von Europa und besonders von Frankreich aus. Obschon diese Seite gerade Anfangs mit eben sovieler Unparteilichkeit als Klugheit berührt wurde, so wichen dennoch die nachhcrigen Reden zum Theil ein wenig von derwünschbarcn Mäßigung ab. Der L, Stand Schwyz bemerkte schon, daß die gesetzgebenden Philosophen von Gott mit Blind-heit geschlagen wären, kam von Frankreich auf Rom und Griechenland, von dort durch Aegypten und über Carthago in dieSchweiz zurück. Der L, Stand Freiburg aber glaubte, jene Philosophie mit dem kräftigen Beiwortverdammt" brandmarkenzu müsse», und verwies die abscheuliche» Demagogen auf das alte Testament, wo sie finden würden, daß Gott erst dieväterliche Gewalt, hernach Patriarchen. Richter und Könige eingesetzt habe. Der einzige Stand Untcrwaldcn gab zu ver-stehen, daß die Franzosen, obschon nicht immer durch gehörige Mittel, »ach dem nämlichen Gute streben, welches unsereVorväter mit dem Schwerte in der Faust erstritten habe». (14) jj «. Das Buch, dessen hier gedacht ist, führt den Titel:4drögö ckrvnolouiqus ckv I 'kl8toir<; ck» eoinlö cke dleuoNätol vt Valvngin, ckopiiis I'an lvZS )»squon 1787. Neckige »urlies maniiscrtls autlionllquo«, par un anvioo lustloier cku I,l>ele, doui-xeois cko Valongin, I?n 8ul»so 1787. Zkk I>ax, 8, jj8, Juli. Der L. Stand Basel bedauert ungemein, daß die Eidgenossenschaft sich für ihre nicht ganz todeswürdigenVerbrecher der französischen Galeeren nicht mehr bediene» kann; allein es wollte der L. Session weder ein allgemeines Zucht-haus, noch eine eidgenössische Verbrechercolonie oder Botanybai, wovon auch die Rede war, möglich scheinen. Doch wurdedie Sache zu künftiger Instruction allgemein »ck rororvixium genommen. Daß die Versendung auf die Galeeren auch ihreUnbequemlichkeiten habe, beweist das von Herrn Landshofmeister Müller in «essiono angezogene Beispiel eines Uebelthätcrsaus dem St, Gallensche», welcher seinen Führer, der ihn auf die Galeeren hätte bringen sollen, zu packen und mit ihm dieKetten so zu verwechseln wußte, daß er ihn hernach statt seiner unter Vorweisung des obrigkeitlichen Attestats, an Ort undStelle überliefern konnte. <14> jj 12, Juli. Die bernerische Ehrengesandtschaft hat seit einigen Tagen mehrern andern privatimeröffnet, daß ihr L, Stand sowohl wegen dem bewußten Clubb in Paris, als wegen dem Eindringen des französischen Raub-gesindels in großen Besorgnissen stehe, und besonders den Zeitpunkt der allgemeinen Verbrüderung zu Paris fürchte, aufwelchen eine förmliche Auswanderung oder Uebcrfail jenes Gesindels (das man Cohorte betitelte) erfolgen könnte. Haupt-sächlich scheint man auch aufrührerische Libelle zu besorgen und einen großen Werth darauf zu setzen, daß dieselben beiihrer Bekanntmachung in oder außer der Schweiz sogleich zur Hand gebracht werden, um daraus die obwaltenden gefährlichenAbsichten kennen zu lernen. Fremde Emmissaire oder Anarchicprediger scheint man entschlossen, hängen zu lassen, wenn sieauf ihrem Handwerk betreten werden, Basel und Solothurn hatten schon einmal einen Cordon gezogen, jeder Stand vonhundert und achtzig Mann, (14)