170 Mai 1792,
um so weniger Beifall finden, als von derlei „ Machenschaften" weder in den eidgenössischen BündenSpur anzutreffen sei, noch ihr Stand jemals einige Hand hiczn geboten hätte. In allgemeinengeschichten könne man wohl von bewaffneten Neutralitäten lesen, die aber allemal so eingerichtet wat^daß sie bei den Armeen sich Ansehen verschaffen konnten; allein ganz anders haben ihre Obern diesesentworfene bewaffnete Neutralität beschaffen gefunden, die ja nur aus zwölfhuudcrt oder höchstens ^zehnhundcrt Mann bestehen würde, mithin ihrer Folgen und Umstände wegen weit mehr bedenklich "annehmlich wäre. Es hätte ihrem Stand daher am schicklichsten geschienen, ans die Versicherungkriegführenden Mächte zu vertrauen. Dessen ungeachtet habe der Stand Schwhz, der so vieles für ^Stiftung eidgenössischer Freiheit und zu deren bisheriger Erhaltung gcthan, schon ans den erstenvon den bedenklichen Umständen der Stadt Basel sechshundert Mann ausgezogen, Waffenübnngcn ^denselben vornehmen und sie mit allem Röthigen versehen lassen, damit die Mannschaft auf den Now^zum Abzüge ganz bereit sei. Die Konferenz beschließt, Schwhz durch eine Zuschrift zu ersuchen, ^der Einmüthigkeit aller übrigen Stände brüderlich beizutreten, und läßt eine solche Zuschrift durch ^Nachgesandten von Zürich, Luccrn, Untcrwaldcn, Schaffhauscn, Abt von St. Gallen und den ^Gesandten von Glarus entwerfen. — Von der wallisischcn Dcpntatschast wird auf die vorjährige Einpö^einiger dortiger Untergebenen, die sich nun mit den französischen ,, Brigands" vereinigt haben, aufmer'!gemacht, von welcher Empörung noch einige verborgene Funken unter der Asche fortglimmcn; ebegedenkt sie der Zusammenzichung sardinischcr Truppen nächst der Walliscrgrcnzc. In Berücksichtigdessen und der weiten Entfernung der Republik vom Canton Basel wird dieselbe von dem gcgenwärwZuzuge entlassen, ungeachtet sie sich dazu nicht ungcneigt zeigte. H 5. t". Was den Majorstab anbc^welcher der nach Basel zu sendenden Mannschaft beizugeben ist, vereinigt man sich dahin, weil dcrin^der Zuzug nur aus einer geringen Anzahl Truppen besteht, diesen Stab so einzurichten, daß Zür^ ..obersten Commandantcn, Bern den Oberstlicutcnant und Luccrn den Großmajor zu geben habe. ^Bezug auf die übrigen Officicre wird jedem Stand anhcim gestellt, seinen Truppen die ihm nöthig ^kende Zahl mitzugeben. 8 6. K. Bei weiterer Unterredung über die dcrmaligen gefährlichen Zeituwg^hat sich aus den Instructionen gezeigt, daß, gleich wie „ unsere in Gott ruhenden Standesvorfahrenausgekrochenen Kriegen eine strenge Neutralität „mit wahrem Nutzen angewendet und der cidgenösogVerfassung angemessen gefunden haben", auch jetzt sämmtlichc Stände eine solche Neutralität zu bco^ggcsinnct seien, und keiner kriegführenden Macht gestatten wollen, auf eidgenössischem Gebiet Fuß zn ^durch dasselbe zu streifen oder den Durchpaß zu nehmen. Wetters ergibt sich, daß die Stände ^ ,entschlossen, wenn etwas derartiges versucht werden sollte, und gütliche Erinnerungen nichts „ verfaß,würden, Gewalt mit Gewalt abzutreiben, folglich sich einer Tcrritorialvcrlctzung möglichst zu widersetzen-I». Den ersten Gesandten von Bern, Uri, Schwhz, Basel, Frciburg, Solothurn und Außerrhodcnübertragen, Schreiben zu entwerfen, durch welche einerseits der allcrchristlichsten und der apostol^Majestät wie den beidseitigen on tllxck commandircndcn Generalen, anderseits dem französischenund dem k. k. Residenten die Neutralität hintcrbracht werden soll. Die Confercnz heißt beideschreiben gut und beschließt, sie ungesäumt abzusenden; nur der Gesandte von Freiburg kann, alsinstruirt, seine Zustimmung noch nicht geben. 8 8. i. Wegen der von Zürich und Lucern auf Än^des Standes Basel dahin abgeordneten Repräsentanten wird von der Gesandtschaft Nidwaldcns der M ^geäußert, daß künftig bei dergleichen Vorfällen auch ein Repräsentant Namens der demokratischen ^