( 3o)sie antrieb, mit den ernsthaftesten Dingen solange Komödie zu spielen, bis sie lächerlichgemacht waren. 2. In dem Hange zur Unwahr-heit; in der Neigung des Volks, Lügen zu glau-ben. 3. In dem allgemein herrschenden Eigen-nutz, der jeden antreibt, Stellen und Geld zusuchen. Das Volk hatte seine Stellvertreter im-mer im Verdacht, dafs wenn sie vom Wohl desVaterlandes sprachen, sie nur an ihr eigenesdachten. — Nur wenige hatten den Muth, armund redlich zu bleiben. Die meisten folgten demallgemeinen Hange , möglichst viel zu erwerben,und dir Leben auf Leihrenten zu setzen. l\. Inder Sprache die biegsam gegen jede Uebertrei-bung ist; und in der beschaulichen Eitelkeit desVolkes, die jeden antreibt, sich selber reden zusehen. 5. In der Gegenwirkung eines ausgewan-derten Adels, im Schwanken des Königs zwi-schen diesem, und dem Volke, und dem Mis-trauen das hieraus entstand; endlich 6. In demUngli/k , in dem sich daslleich durch die Zerrüt-tung seiner Finanzen, und die Demoralisirungseiner Beamten befand.
InDeutschland istdiesesanders. Der Deutscheist ernsthaft, und entheiligt das Ernsthafte nichtdurch Possenspiel. Er hat eine natürliche Nei-gung zur Wahrheit und zum Rechten. Lügen,und Lügen glauben , ist ihm fremd. Seine Spra-che ist wenig geneigt zur Ucbertreibung. Er ist