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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
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Tu sei figliuolo della discretione, idest, asino.

Du bist ein Sohn der Bescheidenheit, d. i., ein Esel.

Die Phrase beruht auf dem Sprichwort La discrezione e la madre degli asini, wie

es außer der von der Crusca zitierten Komödie Cecchis auch Bolla E 2 b und Croce,

Selva 22 haben, und dieses ist sicherlich nur eine Parodie des Sprichworts oder

der Sentenz La discrezione e madre delie virtü (s. Doni, Zucca 35b, Pescctti 83 a ,

Varrini 161, Wander, I und V, vo. Bescheidenheit n° 3 und 7); tatsächlich stellen denn

auch die Operetta 16b, die Bonne Response B,b und Florio, II 237 die zwei Sätze

unmittelbar hintereinander. Auch Folengo sagt (434): ... Esse Asini quondam dieta

est discreptio mater, während Nevizanus (131«) für die alte Fassung eintritt: Etdis-

cretlo est mater vlrtutum ... et non mater aslnorum.

Fare a taglia coda, alias mozza coda. Proverbio, tratto da'cacciatori chefanno correre due cani insieme, e al piü lento taglian la coda.Schwanz abschneiden, alias Schwanz stutzen. Ein Sprichwort, genommenvon den Jägern, die zwei Hunde zugleich laufen lassen und dem lang-samem den Schwanz abschneiden.

399Dionigi Pucci di un certo che in un caso impor-[G ä b Jtante comparivahello in piazza disse che non havevan bisogno all'hora di questo maggio.Dionigi Pucci sagte von einem, der bei einem ernsten Anlaß aufgeputztauf dem Platze erschien, derzeit brauchten sie diesen Maien nicht.

400Appiccare un pennecchl alla coda. Noto proverbio.Einen Rocken an den Schwanz tun. Ein bekanntes Sprichwort.Trotzdem nirgends belegt. Da pennecchio von lat. peniculus oder penicillus kommt,ist vielleicht zu übersetzen: Ein Schwänzchen an den Schwanz tun.

// freno indorato non migliora cavallo.

Der vergoldete Zaum macht das Pferd nicht besser.

Ebenso Guazzo, Conversatione 350, Pescetti 235 a , Buonl, Thesoro, II 274, Floriato

141, Varrini 194 und 221, Lena 285, Giusti 318; etwas abweichend Lando, Oracoli

32b = Ghirardacci 72 Vgl. weiter Zlngerle 181, Reinsberg-Düringsteld, I n° 613,

Wander, I, vo. Gebiß n° 1 und 2, V, vo. Zaum n° 9. Nirgends erwähnt ist die letzte

Quelle, nämlich Seneca, Epist. 41: Non faciunt meliorem equum aurei fraeni; siehe

Brunetto Latin!, // Tesoro, volg. da Bono Giamboni, 1. VII, c. 74 (ed. Luigi Gailer,

Bologna, 1878 f., III 494).

Egli e huomo di stima, idest, bue.

Er ist ein Mann von Wertschätzung, d. i., ein Ochs.

Di molti vitij e l'havere mantello.

Für viele Fehler ist das Haben ein Mantel.

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