Druckschrift 
Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
Seite
215
Einzelbild herunterladen
 

los varones, y ayuda a criarlos, d. i.: Weil sie erwachsen ist, wenn die Knabengeboren werden, und sie aufziehen hilft. Daß das ein Unsinn ist, braucht nicht erstausgeführt werden, obwohl es von Mal Lara (170 b ) wiederholt und mit Zitaten ausMenander und Plutarch erweitert wird. Serdonati hat (I 81« = Giusti 123 = Fran-ceschi 8): Beata quella sposa che fa la prima tosa, wo er den Nachsatz nur erklärt:AI primo parto la fa femmina, aber an anderer Stelle (IV 30 b) zitiert er als Sprich-wort: Primo maschio, di femmine fracasso und fahrt fort: E opinione fra le donni-ciuole che quando la nuova sposa fa al primo parto femmina, generi poi piü figliuo 1maschi, e per lo contrario, sc fa il primo maschio, generi poi un fracasso di femmine,e tale fe 11 senso del proverbio, o sia semplice opinione, o osservazione di piü casiseguiti. Das Richtige trifft wohl Oiusti a. a. O., der das Sprichwort als Trostspruchfür ein Ehepaar, dessen erstes Kind ein Mädchen ist, gegenüber dem Vorurteil, daßdas ein Unglück sei, aufpefaßt haben will. Capponi hat in die von ihm besorgteAufgabe der Proverbi Giustis (193) das venezianische La putela fa la mamma bellamit diesem Texte, das ebenso venezianische In ca de galantomeni nasse prima lafemena e poi i omeni in toskanischer Übersetzung übernommen (danach Gianin°734 und Franceschi 8), weiter aber auch, ebenfalls übersetzt, das zitierte spanischeSprichwort samt seiner Erläuterung (ohne diese steht es auch bei Franceschi a. a. O.).

Biasimare un principe e pericolo, lodarlo e bugia.Einen Fürsten tadeln ist gefährlich, ihn loben Lüge.

Der Spruch findet sich bei Doni, Zucca 14b, Guazzo, Conversatione 243, Florio,II 243, Franceschi 76, aber auch bei J. L. Vives, De concordia et discordia in hu-mano genere librl IV, 1529, 1. I (Opera, Basileae, 1555 767), woraus steh einerseitsMelander, I n°363 (deutsch, II n°96 = Zinkgref, I 112), andererseits S. Cruz 58 b(p. II, c. 3, n°59), Ens, Epidorpismatum reliquiae, Coloniae, 1616, 212 (danach Leh-mann, N n°5 = Weidner, V 43) und Encyclope'diana 578 ableiten; vgl. weiter JohnWebster, The White Divel, a. 5, sc. 1 (II 114): To reprehend princes is dangerous;and to overcommend some of them is palpable lying.

Ne tu, ne lui. Questo motto diceva il Salvato, quando sentiva dire chequalcuno fasse buono.

Weder du, noch er." Dieses Wort sagte Salvato, wenn er sagen hörte,einer sei gut.

Chi vuol trovare la gallina, scompigli la vicinanza.

Wer die Henne finden will, durchstöbere die Nachbarschaft.

Ebenso Florio, II 220, Pescettl 45b, Serdonati, 1249b, Giusti 109, Crusca», VII 37(kein Nachweis). Vgl. weiter das deutsche Sprichwort Eine Henne hat das Rechtüber neun Zäune bei Wander, II, vo. Henne n° 512, wo zu den Nachweisungen nochzu nennen wären Jac. Grimm, Deutsche Rechtsalterthilmer, 4. Aufl., Leipzig, 1899,II 135, Graf-Dietherr 116 und 121, n°301 und Eberh. Frh. v. Künßberg im Jahr-buch für historische Volkskunde, 1 128 und 134 f.

215