Die Erläuterung des B. molle durch forte zeigt, daß es der Sprecher ironisch meint;wenigstens gelangt man zu dieser Auffassung durch ein Dictum Luthers und viel-leicht auch Melanchthons, das sich in einer Reihe von Texten findet (s. LuthersTischreden, 1 396 und III 136 zu n°816 und n°2996); die beste Lesart gibt wohl Ma-thesius (Georg Loesche, Analecta Lutherana et Melanthoniana, Gotha, 1892 370
n 593): jvilta evangelium et lex.
In musica b fa \ mi est evangelium, caeterae claves sunt lex; ut lex obtemperatevangelio, ita b fa tj mi regit caeteras, et ut evangelium est doctrina suavissima,ita mi fa est omnium vocum suavissima.
Da nach der an dieser Stelle gegebenen Erklärung des Musikdirektors Prof. AI. Hol-länder b fa b mi gleichbedeutend ist mit b molle, kann das Stück so übersetztwerden:
In der Musik ist b molle das Evangelium, die andern Schlüssel sind das Gesetz;wie das Gesetz dem Evangelium gehorcht, so beherrscht b molle die andern, undwie das Evangelium die lieblichste Lehre ist, so ist ml fa aller Töne lieblichster.Holländer zitiert weiter nicht nur den Spruch Mi contra fa est diabolus in musica,sondern auch den andern Mi fa est coelestis harmonia, den man In den Singschulensang, wenn man den Tritonus f—h in f—b verwandelte, also aus den b fc| ein b mollemachte.
Der Sinn des Polizianschen Satzes ist also: „Er nahm ihm die Beichte lind ab, näm-lich gewaltsam"; wir würden heute das .nämlich gewaltsam" weglassen und nur»lind" zwischen Anführungszeichen setzen. Stimmt das, so war es berechtigt, dasE tagliandoli etc., das in den Abdrücken in A und Aa (die spätem Ausgaben tilgenalle derartigen Notizen) für sich steht, zu dem Vorhergehenden zu schlagen.
[40 a ] Impazzare a conumelle,
E gl' occhi aperti a sportello.
Haufenweise närrisch werden,
Und die Augen offen wie ein schlafender Hase.
Während die Übersetzung der zweiten Zeile sinngemäß gesichert ist, kann ich diesvon der ersten keineswegs behaupten. Zu den occhi aperti a sportello vgl. außerden Nachweisungen derCrusca 1 , IV 682 noch Sacchetti, 118 (in Nov. 145), Giovio,Lettere 38 b (das Blatt ist fälschlich mit 46 bezeichnet) und Suringar 144 und 564,n°547.
Cosi mille volte cotne una. Del Boccaccio.Tausendmal so gut, wie einmal. Aus Boccaccio.
So sagt in Boccaccios 73. Novello Maso del Saggio auf die Frage Calandrinos, ober schon in dem Schlaraffenlande Berlinzone gewesen sei.
// Regola diceva: Sai tu herba verde?, e sogglugneva: Mena a pascerequesto capro.
Z. 2: questo cato AAa.
Regola sagte: „Weißt du Grünfutter?" und fuhr fort: „Führe diesen Bockauf die Weide."
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