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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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Besagter Lorenzo, von Ugolino Martelli gefragt, warum er des Morgensso früh aufstehe, fragte zurück, was denn er schon am frühen Morgen ge-tan habe; da ihm der nun lauter belanglose Dinge aufzählte, sagte er:„Mehr wert ist, was ich zu dieser Stunde geträumt habe, als was Ihr ge-tan habt."

Ab 105 (Fn°208); Bn°139 (Lorenzo trifft, als er sein Haus verläßt, Ugolino, derschon gefrühstückt und unter anderm die Sängermessc in S. Giovanni gehört hat);C9". Nach Domenlchi Ens 178 = Democritus ridens 142; nach Ens Lehmann,S n°48.

Ugolino (di Niccolö d' Ugolino) Martelli, geboren 1400, wurde mit Cosmo de'Medici 1433 aus Florenz verbannt und kehrte mit diesem zurück. Dreimal war erStadthauptmann von Pisa, je einmal von Livorno und Arezzo; nachdem er dreimalQonfaloniere der Justiz gewesen war (1449,1452 und 1458), wurde er 1463 einer derin Pisa exponierten Consoli di mare. Als Bruder Roberto Martellis ist er der Oheimdes schon mehrmals genannten Braccio Martelli. Litta, Farn. Martelli, Tav. 3, woherdiese aus Ammirato und Cambi leicht zu ergänzenden Daten genommen sind, nenntihnen einen schwer reichen Wollhändler; Rinuccini hingegen bezeichnet ihn (255)zum Jahre 1461 als Seidenhändler.

Lorenzo ehrt den Mann, der damals schon hochbetagt war, durch die Anrede Voi,und der nicht gerade höflichen Antwort mag das innige Freundschaftsverhältniszwischen beiden jeden Stachel genommen haben. Bald. Castiglione, der in seinemCostegiano Ähnliches erzählt (1. II, c. 70), führt anstatt des Martelli einen unge-nannten Sciocco oder Tölpel ein, der die von ihm an jenem Morgen schon gemachtenWege einzeln aufzählt; er hat also wohl weder die Handschrift des Padre Stradino,noch die Angelios in der Hand gehabt. Auf Castigliones Darstellung fußt GaronII n°20 (123f.), auf diesem Lehmann, S n"48, auf der lateinischen Übertragung desCorteglano von Clerke Weidner, III 137; nicht festzustellen sind die Quellen von Doni,Seconda libraria 103 und Weidner, IV 464 oder, wenn dessen Fassung, wie esden Anschein hat, auf einer Stelle der Lectiones memorabiles von Johann Wolfberuht, von dieser.

80La Nannina sorella di Lorenzo de' Medici, comparendo uno che havevaaria di famiglio, il quäle volea giostrare co' roccetti disse: Io aspettavacostui con uno scudo di paglia, questo dicendo, perchö in quello mede-simo anno si faceva una giostra a seile [B b "J basse, dove solamente gio-stravano e famigli.

Als sich einer, der wie ein Diener aussah, zur Tjost gepanzert stellte, sagteNannina, die Schwester Lorenzos de'Medici: „Ich hatte ihn mit einemSchild aus Stroh erwartet." In demselbigen Jahre wurde nämlich eine Tjostmit niedrigen Sätteln gehalten, wo nur die Diener tjostierten.Nannina, Lorenzos jüngste Schwester, war seit Juni 1466 mit Bernardo Rucellai,dem wir noch begegnen werden, vermählt; gestorben ist sie am 11. Mai 1493.Zu der Tjost mit niedrigen Sätteln s. oben die n°41.

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