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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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ist jedoch um ein siebentes Buch vermehrt. Denselben Text, aber außerdemnoch dieMotti diversi raccolti per Tomaso Porcacchi" bietet die AusgabeVlnetia, Cavalli, 1565, die wieder mit den Ausgaben Venetia, Muschio, 1571,Venetia, Leoncini, 1574 und Venetia, Farri, 1581 Identisch ist.

Das Tagebuch und die Nachwelt

Natürlich sind die Facette auch später weidlich geplündert worden. EinigeStücke hatLodovico Guicciardini in die Ore dt ricreazione aufgenommen,und so sind sie ins Französische, Deutsche und Englische übersetzt worden;andere hat Cristoforo Zabata in dem Solazzo (oder Ristoro oder Diportö) de'viandanti abgedruckt, und auch in des Jesuiten Giovanni Botero Detti memo-rabili kehren etliche wieder. Eine beträchtliche Anzahl von Schnurren hatGaspar Ens in den Epidorpidum libri und andern Büchern ins Lateinische,Louis Garon in dem Chasse-ennuy und dessen Fortsetzung ins Französischeübersetzt; aus diesen zwei Quellen hat dann u. a. Christoph Lehmann fürsein Exilium melancholiae geschöpft, so daß dort Geschichten, die demBei libretto entstammen, oft mehrmals vorkommen. Der französische Textder Facecies, et motz subtilz ist zum Teile eine willkommene Beute fürfranzösische Nacherzähler, der italienische für Gerard van Tuninghen ge-worden, der diesen, aber auch italienische Domenichi-Ausgaben für seineApophthegmata italica benützte. Bearbeitet haben weiter Stoffe des Beilibretto unter andern Stefano Guazzo, Carlo Gabrielli, Giovanni Sagredo,ja noch Graf Algarotti, und der Ketzer Bernardino Ochino hat sie ebensowenig verschmäht, wie der Augustiner-Eremit Angelico Aprosio und BoterosOrdensgenosse Carlo Casalicchio. Groß sind auch die Anleihen, die die Ver-fertiger von Sprichwörtersammlungen bei dem Bei libretto gemacht haben;dickleibige Manuskripte zu durchstöbern, wie es Polizian getan hatte, umals ganzen Gewinn einige Aurea dicta zu buchen, daran dachte weder Or-lando Pescetti, noch Angelo Monosini, nicht Tomaso Buoni und nicht Barto-lommeo Bolla und wie sie alle heißen; die Fazetien Domenichis abzuschreiben,war viel bequemer, und derselben Meinung war wohl auch der in Italien sosehr überschätzte Francesco Serdonati, dessen nur handschriftlich erhalteneSprichwörtersammlung der Herausgeber von Giuseppe Giustis Raccoltade proverbi toscani benützt hat. Am meisten aber ist dem Verfasser unddem Herausgeber des Bei libretto Giovanni oder John Florio verpflichtet,das Vorbild des Schulmeisters Holofernes in Love's Labour's Lost, derÜbersetzer von Montaignes Essais, der in seine Second Fructes fast den ge-samten Sprichwörter oder Ähnliches enthaltenden Teil von Polizians Tage-buch übernommen hat.

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