nannt. »Dann tadelte er" — an dieser Stelle spricht Doni von sich in derdritten Person — „das andere als das, was es war, als schmutzig, schamlos,gegen die christliche Religion gerichtet und durchaus schändlich; und wersagen will: Dein Buch ist nichts wert, der macht ein andres über denselbenGegenstand und macht es besser 1 ."
Andere Leute als Doni hat Domenichi, soviel bekannt ist, nie des Plagiatsbeschuldigt; nur Doni, dem er in dem Dialogo della stampa, als er ihnendlich selber publizierte, nicht nur das Plagiat an diesem und an der altenÜbersetzung der Briefe Senecas, sondern auch noch an einem Werk des alsVerehrer Savonarolas bekannten Giovanni Nasi vorwarf (Dialoghi, Vinezia,1562 381 und 384; siehe auch 390 mit den absprechenden Bemerkungenüber die Zucca und die Marmi), kann er auch mit der einfältigen Krähegemeint haben, die sich mit fremden Federn zu schmücken pflegte. Aberauch die Bezeichnung „anzi imbarbarescata che imitata" paßt, vielleichtnicht nur von Domenichis Standpunkt aus, auf Donis Buch, und zu allemÜberflusse ist die Zucca wirklich in Venedig erschienen, und zwar nachder zweiten Ausgabe der Fazetie. Für mich steht es außer allem Zweifel,daß man hinter dieser „dritten Ausgabe" — daß Domenichi gleich dieganze Zucca, weil sie etwa den vierten Teil der Facetie so oder so über-nommen hat, als eine Nachahmung und Barbarisierung bezeichnet, paßt sehrgut zu der Überhebung, die auch sonst aus dieser Stelle des Widmungs-briefes vom 23. Jänner 1562 spricht — nicht vielleicht eine richtige, nurvon einem andern besorgte Neuausgabe der Facetie zu suchen hat, sonderndaß tatsächlich Donis Zucca gemeint ist.
Die spätem Ausgaben der Facetie haben für uns keinerlei Interesse mehr;immerhin seien über die Ausgaben, die mir vorgelegen haben, einige An-gaben gemacht. Die Drucke Venetia, Lorenzini 1562 und 1564 sind iden-tisch mit der Ausgabe Fiorenza, Torrentino, 1562 und bestehen wie dieseaus sechs Büchern; der Druck von 1564 steht daher bei Passano, II 246an einer falschen Stelle. Die Ausgabe Firenze, Giunti, 1564 ist ein umeinige Stücke gekürzter Abdruck der Ausgabe Fiorenza, Torrentino, 1562,
1 ... non e stato mal fatto il plü bei tratto di quel del Doni, quando egli vedd'equelle facetie stampate da Messer Lorenzo Torentino nostro, et ragunate dall' Ec-cellente Slgnore, il Signor Domenichi Illustre. ... Vo dire che egli subito prese lapenna in mano, et ne fece un' altro di Facetie, di Mottl, di Argutie, di Sentenze, etdi Proverbi ... Et scrisse Chiacchiere, Baie, et Clcalamenti, come dire cose cavatedalla mia Zucca, et Zucca sia. Pol biasimö quello, per quello che egli era sporco,senza honesta, contro alla religlon Chrlsttana, et vituperosissimo; cosl si ta chi vuoldire: II tuo libro non val milla; se ne fa un altro in quella materia, et si va megli-orando.
XLII