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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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und Widmungsbrief in gotischer Schrift. Bl. iiij 11 beginnen die gaceties, etmotj fubtü3, ö'aucuns ejcellens efpritj et trefnobles Seigneurs: (£n $rartcois,et 3talicn. Die folgenden Seiten sind bis zur letzten bedruckten (£jüii a )allesamt zweispaltig; die breitere linke Spalte in gotischer Schrift enthältden französischen, die schmälere rechte in Kursivschrift den italienischenText. Auf Bl. £jj a beginnen die Motz svbtilz. 1

Wie ist nun das Verhältnis dieser Facecies, et motz subtilz zu den unterDomenichis Namen 1548 und 1550 erschienenen Facette et motu argutit Vonden ersten 79 Facecies sind nacheinander 73 dem Bei libretto entnommen;eingeschoben sind darin aus andern Quellen die n° 9, 41,54,56,58 und 61,weiter 80 und 81 2 ; aus dem zweiten Teile, den angeblich von Domenichiselber gesammelten Fazetien, stammen die Facecies 82 bis 96, während diefolgenden 97 Facecies bei Domenichi ohne direkt benützte Parallelen sind 3 .Von den insgesamt 500 Facetien, die Domenichi aus dem Bei libretto undaus dem Buche Gasts zusammengebracht hat, sind also in die Facecies, die193 Stück zählen, nur 88 übergegangen; die Motz subtilz, Sprichwörterund Sentenzen, haben mit dem, woran sie bei Domenichi erinnern, vielleichtbis auf eine Ausnahme, nichts gemeinsam.

Diese Facecies, et motz subtilz hat nun Domenichi nicht gekannt; in seinerEitelkeit hätte er sich ihrer, wenn auch mit scharfem Tadel für sie, sicherlichgerühmt. Bliebe weiter die Annahme, sie seien ein um den französischen Textvermehrter Abdruck der angeblichen zweiten venezianischen Ausgabe. Dannmüßte aber auf sie, wenn man schon, außer dem Vorwurf der Nachahmung,im Hinblicke auf die Einfügung so vieler sit venia verbo unechterFazetien auch noch den Vorwurf der Barbarisierung gelten lassen könnte,überdies der dritte Vorwurf passen, daß sich hier eine einfältige Krähe mit

1 Eine andere, bei Gamba, Delle novelle italiane in prosa bibliografia, 2 a ed.,Firenze, 1835 98 und nach ihm von Passano, 1 249f. angeführte Ausgabe von Lyon,Robert Grufoy, 1556 hat wohl nie existiert; einmal ist die Behauptung, sie sei inder Melziana, unwahr, dann verdankt der Verleger Robert Grufoy in Lyon, den esnie gegeben hat, seine Scheinexistenz einem Druckfehler, der nicht so schwer zuerkennen gewesen war (für Robert Granjon). In der Hand gehabt habe ich nocheinen Nachdruck, Lyon, Benoist Rigaud, 1597, und der stimmt mit der Ausgabevon 1559 genau überein; nach den Angaben Passanos (1 250f.) und Brunets (II 801)Ist er nur ein Abdruck der Ausgabe Lyon, 1574, so daß also auch diese denselbenText wie die von 1559 bieten muß. 2 Die Facecies sind im Original so wie dieFazetie nicht numeriert. s Der Hauptteil dieser 97 Stücke ist den Divers proposmemorables des nobles et illustres hommes de la Chrestiente" von Gilles Corrozet,Paris, 1556 entnommen; Corrozets Werk hat dann Domenichi für das 13. und14. Buch seiner Ilistoria (dieser seit 1563 angehängt) in der unverschämtestenWeise geplündert.

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