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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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XXXVIII
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weniger enthält, dafür aber um ein siebentes Buch vermehrt ist (Firenze,Giunti), äußerte er sich, wohl weil ihm inzwischen Vorwürfe wegen derPlagiate gemacht worden sind, über die Entstehung des nunmehr wiederFacette, motu e burle betitelten Buches:Nie ist es meine Absicht ge-wesen, empfangene Wohltaten zu unterschlagen, und daher sage ich, umbeim ersten anzufangen, daß mir vor vielen Jahren Giovanni Mazzuoli,genannt Stradino, ein Buch zur Verfügung gestellt hat, und aus diesemhabe ich, so ungeschliffen und so schlecht geschrieben es auch war (perrozzo et mal dettato che fusse), einen Teil dieser Schnurren gezogen.Dann machte mich mit einem ähnlichen Buche ein Edelmann aus Bresciabekannt, der damals in Pisa studierte, Giacinto Mondelli mit Namen, undaus diesem nahm ich den geringen Teil, der mir meinen Zwecken zu ent-sprechen schien. Der dritte war Leon Casella aus Aquila, der mich, alsich mich vor zwei Jahren in Rom befand, aus Höflichkeit und um mireine Gefälligkeit zu erweisen, mit dem Geschenke und der Widmung vonzweihundert von ihm gesammelten Motti erfreut hat, und aus diesen nahmich auch eine hübsche Zahl. . . Mein höchstes Sehnen fand schließlich Er-füllung durch Gherardo Spini, einen Jüngling von einzigem Geiste undnicht geringer Bildung, der mir soeben seine durchaus gelehrten undschönen Abhandlungen über den wahren liebenswürdigen Weltmann ge-geben hat. . . Einzelne Stücke habe ich auch von vielen andern erhaltenund gesammelt, deren Namen ich jeweils genannt, jeweils verschwiegenhabe..." Obwohl die genannten Personen wirklich existiert haben (s.z.B.Tiraboschi, VII 882 und 537) und Gherardo Spini wirklich, auf den letztenSeiten, einige Male genannt wird, lassen wir uns doch von dem Mannenicht täuschen, der sich, obwohl er nach einem ununterbrochenen fünf-zehnjährigen Aufenthalte in Florenz noch nicht die florentinische Spracheerlernt hat 1 , ein Urteil über das Bei libretto anmaßt und es schmäht, nurum zu verdecken, wie sehr er ihm verpflichtet ist.

Herrenloses Gut

Während sich nun Domenichi in der bei Torrentino 1562 erschienenenAusgabe der Fazetien über seine Quellen, die neuen sowohl, als auchdie alten, durchaus in Stillschweigen hüllt, ist er desto geschwätziger überdie Geschichte des Buches:Dieses ist im Gegensatze zu Bacchus, der nachden Dichtern nur zweimal geboren worden ist, einmal, zweimal und drei-mal zur Welt gekommen: zweimal durch meine Hände, und einmal, mit

1 Ben. Varchl, L'Ercolano in den Opere. Trieste, 1858 f., II 121.XXXVIII