Auch nannte er das Buch nicht mehr an erster Stelle Facette et motu, son-dern der Titel der neuen Ausgabe, der nunmehr seinen glorreichen Namenverzeichnete, war:
Detti, et fatti | di diversi | signori et persone | private, i qvali commvne-1mente si chiamano Facetie, | Motti, & Burle; raccolti per | M. Lodo-vico | Domenichi. | AI molto magnifico et nobi-1 lissimo signore, M. Vin-centio | Malpigli, Gentil' huomo Lucchese | Con Gratia & Priuilegio. | InFiorenza, \ Appresso Lorenzo Torrentino, \MD L XII. 8°, 16 Bl. (Rück-seite des Titelblattes weiß, Widmungsschreiben und Druckfehlerver-zeichnis, 1 Bl. weiß), 320 S. mit den nunmehr in sechs Büchern ge-teilten Fazetien und 8 Bl. (Tavola, Register und Datum; die letzteSeite weiß).Über die Quellen der Unmenge neu aufgenommener Fazetien gibt Do-menichi keinerlei Auskunft; in dem vom 23. Jänner 1562 und aus Romdatierten Widmungsbrief sagt er nur, seit vielen Jahren habe er durchdas Lesen jetzt dieses, jetzt jenes Buches und im Verkehr mit verschie-denen Personen unzählige Fazetien gesammelt, diese hätten hin und wie-der einige seiner Freunde gesehen, und auf deren Wunsch gebe er sienunmehr heraus. Nichts weiter: nicht einmal das Bei libretto erwähnt erin diesem Zusammenhange, und auch im Texte nennt er es nur bei einemeinzigen Stücke als seine Quelle. Nichtsdestoweniger sind wir, ohne be-sondere Studien zu machen, in der Lage, zumindest einen Teil seinerVorlagen anzugeben: wieder hat er Johannes Gasts Sammelwerk ausge-deutet, von dem er jetzt alle drei Bände kannte, dann den Traktat DeSermone von Jov. Pontanus, die Apophthegmensammlungen von Panor-mita und Aeneas Sylvius, einige Biographien von Paulus Jovius, die Exemplavon Baptista Egnatius usw., usw.; ja sogar von den Epigrammen von ThomasMorus hat er einige in Prosa übertragen. Erst 1564, in der letzten vonihm besorgten Ausgabe, die wieder eine erhebliche Zahl alter Fazetien
schließenden Erörterungen über das Problem der Fazetien Domenichis {Die Schwankeund Schnurren des Pfarrers y4/7o//o, II 308 bis 393), worin aber schon manches vondem hier Ausgeführten erwähnt war, nicht gelesen; sonst hätte er sich wohl nachder Erkenntnis, daß die Geschichte von dem kleinen Piero de'Medici und der Ben-cina von Polizian herrühren könnte, nicht jede weitere Erhebung in dieser Rich-tung mit der Behauptung abgeschnitten, einzelne Stücke der Facetie, et motti von1548 gehörten zweifellos (indubbiamente) dem 16. Jahrhundert an und eines weisesogar das Datum von 1534 auf (Per la storia 118, Prefazione xxvi). Bemerkens-wert ist noch, daß Herr Fabris Fazetien, die schon in der Ausgabe von 1548 stehen,nicht nach dieser, sondern nach spätem Ausgaben abgedruckt und daß er eine großeZahl der nach Gast bewerkstelligten Übertragungen aufgenommen hat.
HI Angelo Pollzianos Tagebuch XXXVII