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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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Haufen geworfen hatte (n°31), usw. usw. Denselben Modus wandte Do-minichi auch an, wo das Bei libretto von Vorfahren mächtiger Familienoder einflußreicher Persönlichkeiten unsympathische, ehrenrührige oder garlächerliche Dinge berichtete, aber nicht ausschließlich, ja nicht einmal inder Mehrzahl der Fälle; hier genügte es ja auch, den Namen wegzulassenoder ihn durch die Anfangsbuchstaben zu ersetzen, und der Stein des An-stoßes war aus dem Wege geschafft. Und da er nun einmal dabei war, dasBei libretto der neuen Zeit und den geänderten Verhältnissen anzupassen,so tat er, angesichts der Angriffe, denen er ausgesetzt war, noch ein übri-ges, um sich die Gönner, die er brauchte, zu verschaffen; dabei verfiel erauf eine sehr primitive Methode: geistreiche Aussprüche oder solche, die erdafür hielt, legte er einfach, ohne Scheu vor der Verletzung des Urheber-rechtes, andern, Lebenden in den Mund: was beispielsweise Polizian vonseinem Gevatter Lagata erzählt hatte, berichtete er von einem Messer Marc-antonio Passero, den er einen huomo molto piacevole et cortese nannte,der Dichter des Morgante maggiore verwandelte sich in einen Herrn FilippoBinaschi, Botticelli in die persona dottissima des M. Guasparri Marso, Dona-tello in einen M. Marco Gallio, und eine besonders große Unverschämtheitleistete er sich, indem er eine Burla piacevole, wie er sich ausdrückt, demMesser Annibale Fedeli zuschrieb,dem diesjährigen Rektor des Studioin Pisa". Nachdem solcherweise der nach der Verstümmlung des Bei li-bretto übriggebliebene Rest zum Teile aufgefrischt war, zerschnitt er ihn ineinige Teile und Teilchen und warf sie durcheinander; diese übergoß erdann mit einem Riesenwust von andern Fazetien, die er in der Zwischen-zeit aufgelesen hatte, und das neue Buch war fertig. Wer die alten Aus-gaben nicht in der Hand gehabt hatte, konnte nicht einmal bei den Ge-schichten, die auch jetzt noch zu der Zeit Lorenzo des Großmächtigen inFlorenz spielten, ahnen, daß sie fast allesamt zeitgenössische Aufzeich-nungen waren; sie waren einfach Schnurren und Schwanke geworden ge-nau so wie die, die von Bebel und Luscinius herstammten, und ihnen einenhistorischen Wert beilegen zu wollen, konnte niemand mehr beifallen 1 .

1 Auch Giovanni Fabris, der Verfasser einer Studie Per la storia della faeezia(in der Raccolta di studj di storia e critica letteraria, dedicata a Francesco Fla-mini da' suoi diseepoli, Pisa, 1918 93 bis 138), die er auch für die Vorrede der vonihm veranstalteten Ausgabe einer Auswahl Domenichischer Fazetien (Heft 46 derClassici del ridere) verwandt hat, ist den Verschleierungskünsten und Täuschungs-absichten Domenichls zum Opfer gefallen, so sehr, daß er wegen der vielen Über-einstimmungen zwischen dessen Detti, etfatti und dem von Papanti veröffentlichenManuskripte die Annahme zuläßt, Teodoro degli Angclij habe dieses Domenichi ge-borgt gehabt Zu seinem Schaden hat Giovanni Fabris meine allerdings nicht ab-

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