246 (in den frühern Ausgaben war dieser Brief noch nicht enthalten) alsein der Absicht, Gott zu schänden, entstammendes Buch, das Christumlästere, die Religion verhöhne, die Heiligen verspotte, und wiederum einpaar Monate später nannte er es in den auch noch seit 1552 in Venedigerschienenen Martni, II 91 schmutzig, schamlos, gegen die christliche Re-ligion gerichtet und durchaus schändlich. Bedenkt man, daß ihn derselbeDoni schon im März 1548 in einem an den mailändischen Vizekönig Fer-rante Gonzaga gerichteten Briefe als Feind der kaiserlichen Majestät Karls V.denunziert hatte (Gir. Tiraboschi, Storia della letteratura italiana, nuovaed., Firenze, 1805f., VII 1035), übrigens ein Umstand, der wahrscheinlichDomenichi veranlaßt hat, den Abdruck des Bei libretto einem kaiserlichenSekretär zu widmen, so begreift man, daß er es nicht hat darauf ankommenlassen dürfen, sich durch eine weitere Verbreitung des solchermaßen cha-rakterisierten Buches eine neuerliche Anklage wegen Religionsstörung zu-zuziehen; dachte er also an eine dritte Auflage der Facetie et motu, somußte er vorher alles entfernen, woran Anstoß genommen werden konnte.An jener Stelle der Tre libri di lettere aber hatte Doni den Fazetien denweitern Vorwurf gemacht, sie machten die Männer lächerlich, bedecktendie Familien mit Schande, brächten das öffentliche Wesen und die anstän-digen Frauen in Verruf 1 ; auch in solchen Dingen also mußten, obwohlgerade sie dem Absätze des Buches sehr zustatten gekommen waren, künf-tighin Einschränkungen gemacht werden. So hatte er denn für die Reini-gung der Fazetien zweierlei Rücksichten zu beobachten: erstens auf dieReligion, zweitens auf die florentinischen Geschlechter. Was die Religionbetraf, gab es nur ein einziges Verfahren: das Weglassen, und so strichDomenichi, als er daran ging, die dritte Auflage herauszugeben, alles irgend-wie Bedenkliche: es fiel gleich die zweite Geschichte, die von dem Falsch-spiel der Geistlichen spricht, es fiel die fünfte mit dem Scherze über denPriestertalar, der es seinem Träger ermöglicht, einen Fußtritt auszuteilen,bevor man noch eine Bewegung des Beins hätte sehen können, es fiel dieprächtige Geschichte von dem Gonfaloniere, der dem Papste erklärt, warumzu Bischöfen nur Einheimische bestellt werden sollten (n°25), es fiel dasboshafte Wort, das Dardano Acciaiuoli dem Erzbischof Antonino gesagthat, als dieser in der Halle der Buondelmonti die Spieltische über den
1 Die ganze Stelle lautet: E pensö di tarne una a Domenedio di quelle segnalate,quando fece stampar quel libro di Facetie che dicevan mal di Christo, stratlavon laReligione, beffavan i Santi, ridevansi de gli huomini, vituperavan le famiglie, infama-van gllstati, et le donne da bene. In Abd-el-Kader Salzas Aufsatz IntornoaLodovicoDomenichi in der Rassegna bibliografica della letteratura italiana, VllfPisa, 1899)204 f. fehlt diese Erwähnung.
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