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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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san Giorgio. MDL. 8°. 68 gezählte Blätter; das letzte hat auf derVorderseite das Register und das auch auf dem Titelblatte abgedruckteSignet, während die Rückseite weiß ist.Bl. l a ist weiß, B1.2" bis 3 b steht der Widmungsbrief wie in der Ausgabevon 1548, B1.4 a bis 44 b stehen die Fazetien des Bei libretto und Bl. 45 abis 67 b die angeblich von Domenichi selber gesammelten Fazetien, diediesmal, um keinen weißen Raum zu lassen, um eine vermehrt sind, diehinter der in 1548 vorletzten Fazetie eingeschoben ist: D'uno medico gio-vine che drizzo una gamba a una giovanetta de anni XV; sie ist nichtsals ein gekürzter Abdruck der 150. Fazeti des Pfarrers Arlotto, der über-dies tölpischerweise durch einen medico giovane ersetzt wird, obwohl ervon einem medico giovane erzählt. Ansonsten und von den Druckfehlernabgesehen, ist diese zweite Ausgabe mit der ersten identisch; so wie diesehabe ich auch sie nicht nur in in Florenz, sondern in einer ganzen Reiheitalienischer Bibliotheken umsonst gesucht 1 .

Die Verstümmelung und Fälschung des Tagebuchs

Bald nach dem Erscheinen dieser zweiten Ausgabe der Fazetien hatteDomenichi schwere Unannehmlichkeiten mit den kirchlichen Behörden;nicht weil er eine eigene Meinung gehabt oder gar vertreten und Anhängergeworben hätte, sondern wegen eines seiner Buchhandelsgeschäfte: er hatteeine Übersetzung von Calvins Traktat vom Aberglauben in Florenz mitdem fingierten Druckort Basel herausgebracht. Er mußte nicht nur die Irr-lehren des Genfer Reformators abschwören, sondern wurde überdies vonden Acht zu lebenslänglichem Kerker verurteilt und zur Verbüßung in dieneue Festung von Pisa gebracht; nur der Verwendung der Herzogin vonFerrara hatte er es dann zu danken, daß die schwere Strafe im August1552 in ein Jahr Verschließung in dem Kloster von S. Maria Novella um-gewandelt und er schließlich völlig begnadigt wurde. Dieses harte Schick-sal, dem er nur mit knapper Not entronnen war, noch einmal herauszu-fordern, hatte er sicher keinen Anlaß, und so konnte es ihm nicht gleich-gültig sein, daß man Ihn auch ob seines Fazetienbüchleins der Gottlosig-keit beschuldigte. Sein intimer Feind Antonfrancesco Doni, der ihn schonin der 1551 erschienenen Seconda libraria unter dem durch Silbenver-setzung gebildeten Namen chinimeDo covidoLo gründlich durchgezogenhatte, bezeichnete die Fazetien in den Tre libri di lettere, Vinegia, 1552

1 Ein Exemplar, augenscheinlich das einzige in Deutschland, steht in Tübingen;in diesem ist, nicht so auch in meinem Exemplar, auf B1.41 b die erste Zeile weg-geblieben. Die Ausgabe von 1548 befindet sich in Dresden.

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