dert der Fazetien in Magliabechis Kodex — zwanglos ein; von den schon infrühern Zeiten spielenden abgesehen, bezieht sich die n°15 auf das Jahr
1483, 29 auf das Frühjahr 1485, 31 bis 33 auf 1485, 35, 52 und 75 auf
1484, und bei den n°58 und 72, die auch nach dem Mai 1487 spielenkönnten, haben wir keinen Grund, sie nicht auf die Zeit vorher anzusetzen.
Paßt nun diese Datierung der ersten hundert Stücke auch auf die n°101bis 243, die wir als Parallelgeschichten zu dem Bei libretto, das wir Anannten, mit B bezeichnet haben?
Neu hinzugekommen sind hier im ganzen nur zehn Nummern, und die inihnen erzählten Ereignisse fügen sich in den Rahmen der andern, die ihreParallelen in PoliziansTagebuch haben; nur die Äußerung, die inn°213derHerzog von Urbino während der Belagerung von Colle im Elsa-Tal tut, mußzwischen Mitte September und Mitte November 1479 verlegt werden, unddie n°169, die von dem Seehelden Bernardo da Castiglione erzählt, setztseinem Namen bei, daß er Galeerenkommandant auch zu der Zeit des Pap-stes Sixtus gewesen sei, kann also erst nach dessen Tode und zwar nichtallzu bald danach niedergeschrieben sein. Wenn wir uns aber ins Gedächt-nis zurückrufen, daß das erste Hundert dieser Fazetien frühestens 1486,spätestens 1487 aufgezeichnet worden ist, werden wir das Richtige treffen,indem wir sagen, daß das später Stehende auch das später Geschriebeneist. So ergibt denn die schon bisher festgestellte Übereinstimmung von Aund B, daß dem Schreiber von B die früher erfolgten AufzeichnungenPolizians vorgelegen haben müssen. Er hat ja einiges an ihnen geändert,aber alle diese Änderungen erklären sich aus der Tatsache, daß zwischender Abfassung der Vorlage und der Verfassung der Kopie etwa acht Jahreverflossen waren und sich manches geändert hatte. Wo Polizian, weil dieMänner, deren Aussprüche und Lieblingsworte er erzählte, noch lebtenund mit ihm in täglichem Verkehr standen, selbstverständlich das Präsensanwendet, hat der Verfasser von B stets das Präteritum. Im Jahre 1487ist der Pfarrer Arlotto schon drei Jahre tot, also heißt es von ihm nichtmehr: „II piovano dice", sondern: „II piovano diceva", Luigi Pulci ist tot,also nicht mehr „dice", sondern „diceva", und ebenso benimmt sich derKopist, weil ihm die persönlichen Eindrücke mangeln und er nur die Buch-staben vor sich hat, auch bei Leuten, die noch unter den Lebenden weilen,wie Marsilius Ficinus und Collenuccio; der Magnifico Lorenzo de'Mediäaber ist auch für ihn noch am Leben, und aus seinem Munde weiß er,daß er seine Chalzedonschüssel nicht um 10000 Dukaten hergeben würde.Andererseits geht der Abschreiber an zwei Stellen über die Zeitbestim-mungen seiner Vorlage hinaus: in n°144, der Bearbeitung von An°101,
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