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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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sagt er von dem vorlauten Kardinal, dessen Titel er auch, im Gegensatzzu Polizian, angibt, er sei heute noch so lästig wie damals, und in n°155,die in A der n°120 entspricht, ersetzt er das zeitlose Attributlungofavellatore", das Polizian dem Namen Giovanni di Brunetto beifügt, durchden Nebensatz: »weil er weitschweifig redete, wie es sein Brauch ist".Derlei Zusätze wiederholen sich häufig: sie zeigen, wie sich der Kopistbemüht, Dinge, die ein anderer erlebt oder erhört hat, für sich festzuhalten;sie sind etwa als ein in den Text aufgenommener Kommentar zu betrachten,der dem Kopisten und andern das fremde Gut nutzbar machen soll, undoft haben wir dem Kommentator dankbar zu sein, weil wir durch ihn Dingeerfahren, die sonst nur mit Mühe oder vielleicht gar nicht zu erheben wären.Bn°106 bestätigt uns nicht nur, daß Domenichis Setzer den Vornamen dessenesichen Gesandten Benvoglienti schlecht gelesen hat, sondern auch,daß es sich um die Zeit handelt, wo Carlo Fortebraccio den Senesern zuschaffen machte, und aus B n° 108 erfahren wir, daß Argyropulos Rom nichtnur mit geschorenem Barte, sondern auch in Verkleidung verlassen hat; daßdabei dem Abschreiber und Erklärer hin und wieder Unrichtigkeiten unter-laufen sind, beweisen die Zusätze in n°230(An°212; s. die Noten zu dieserFazetie) und gar in n°120 (A n°36), wo er die Existenz einer florentini-schen Behörde der Einundachtzig eine solche hat es wohl nie gegebendurch die Bemerkung bewähren will,che in quel tempo s'usava cosl".

Außer den erwähnten zehn Fazetien, die mitten unter den aus A stammen-den stehen, haben auch die n°244bis264 mit 265 beginnen die erst imCinquecento gemachten Aufzeichnungen kein Gegenstück in PoliziansTagebuch. Der Zeit nach könnten sie fast alle von ihm stammen: in n°248wäre dann dascapitano di gente d'arme ne' sua tempi molto riputato"hinter dem Namen Federigho duca d'Urbino von dem Abschreiber beigefügt,ebenso wie in n°262, die ein Bonmot von Polizians Zögling Piero de'Medicierzählt, die Bemerkung, er habe damals noch in zartem Alter gestanden; dien°261 aber, in der Gian Luigi Fiesco den Ausspruch tut, die Florentinerträfen ihre Vorkehrungen vor, die Venezianer während und die Genuesernach der Tat, spielt wahrscheinlich in der Zeit der Aktion gegen Sarzana,als der Fiesco gefangen genommen und nach Florenz geschafft worden war,d. i. nach dem 2. April 1487, so daß sie zwar sehr gut in Aufzeichnungenpaßt, die frühestens ein Jahr vorher begonnen worden sind, nicht aber auchin den Rahmen, den wir für die Tagebuchnotizen Polizians selber festgesetzthaben, und so bleibt auch die Herkunft der andern über dieses Tagebuchhinausreichenden Stücke, nämlich der n°244 bis 260, 262 und 263 proble-matisch.

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