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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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die zuerst einen Terminus a quo gibt, abgefaßt worden, können wir sagen,daß die Aufzeichnungen etwa in der zweiten Hälfte des Jahres 1477 be-gonnen worden sind; als obere Grenze haben wir, da Ereignisse erwähntsind, die in das Jahr 1479 fallen, wahrscheinlich dieses Jahr anzunehmen,aber ein Beweis, daß dies so sein müsse, liegt bisher nicht vor, zumal dadas Stück, wo es heißt: Im Jahre 1478 ist das und das geschehen (n°274),zwar nicht vor Ende März 1479, aber ganz gut erheblich später nieder-geschrieben worden sein kann. Andererseits aber haben wir jetzt so vieleDaten, daß wir der Frage näher treten können, wer der Verfasser dieserNotizen ist, die durch die hin und wieder nach oben oder nach unten ein-geschränkte Zeit ihrer Aufzeichnung einen tagebuchartigen Charakter an-genommen haben und dabei keines Vorfalls gedenken, der nach 1479 an-gesetzt werden müßte.

Der Verfasser des Bei llbretto

Was wissen wir nun von dem Verfasser des Tagebuchs? Wenig, unddoch, gewissermaßen, viel. Er muß in der Gesellschaft, die sich umLorenzo den Großmächtigen vereinigt hat, verkehrt haben: er kennt nicht nurdie Gewohnheiten dieses Großen, er weiß nicht nur allerlei Geschichtchenvon dessen Vater und Großvater und sonstigen Verwandten, sondern auchvon den besten Freunden, denen sowohl, die es bis zu jenem fürchterlichen26. April 1478 waren, als auch denen, die es in den ernsten Zeiten nach-her geblieben sind, und er erfährt und berichtet Dinge, von denen bisherkein Chronist, kein Historiker zu erzählen gewußt hat. Er notiert sichÄußerungen der Dichter Luigi Pulci und Matteo Franco, und Sandro Botti-celli unterhält ihn mit der Mitteilung eines Wortspiels. Ein von ihm über-lieferter Ausspruch von Marsilius Ficinus gibt uns einerseits das Recht, demplatonischen Schriftsteller den zynischen Menschen gegenüberzustellen,zeigt aber andererseits den hohen Grad der vertrauten Freundschaft zwischendiesem und dem Verfasser unseres Büchleins. Eng ist somit der Kreis derMänner geworden, die wir nun einen nach dem andern zu prüfen hätten;groß aber wäre trotzdem die Arbeit, hülfe uns nicht der Unbekannte selber.Selber sich mit seinem Namen zu nennen, das allerdings fällt ihmnicht ein, und mit dem Namen eines Gevatters von ihm, den er in n°323nennt, wüßten wir auch dann nichts anzufangen, wenn wir diesen NamenLagata als DellaGatta deuteten und ihm, um eine historische Person hinterihm zu konstruieren, ein Bartolommeo vorsetzten; aber auf demselbenBlatte in Domenichis Abdruck des aus Stradinos Armadaccio stammendenManuskriptes steht auch die folgende Geschichte (n°319):

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