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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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nis zwischen König Ferrante und dem Oheim des Grafen, dem PapsteSixtus IV., intakt war, also vor der durch Lorenzos Reise nach Neapel (De-zember 1479) herbeigeführten Schwenkung des Königs. Nichts hindert unsaber, dieses Stück in den Verlauf der Dinge, der durch die mit größererGenauigkeit zu datierenden Ereignisse gegeben ist, einzuordnen.

In der 274. Fazetie mit dem unübersetzbaren Wortspiel sind dieTruppen desHerzogs von Kalabrien im Anmarsch auf Florenz; als die Zeit ist diesmal aus-drücklich das Jahr 1478 angegeben (vgl. dazu die Noten). Niedergeschriebenaber kann sie erst 1479 worden sein, das heißt nach dem 25. März 1479, demTage, mit dem die Florentiner ihr Jahr begannen. Etwa in den Juli 1478müssen auch die in den n°356 und 357 erzählten Gespräche zwischen demHerzog von Kalabrien und dem Freunde Leonardos da Vinci verlegt werden.

Die restlichen Fazetien gestatten mit einer einzigen Ausnahme, über dieaber jetzt noch nicht gesprochen werden kann, keine besondere Datierung;von den frühem aber lassen sich nunmehr einige, über die wir bisher still-schweigend hinweggehen mußten oder nicht erschöpfend handeln konnten,unschwer in den Rahmen, der durch die jetzt nach oben oder nach untendatierten gegeben ist, einfügen. Die Tjost, an der in n° 6 Renato de' Pazzinicht hat teilnehmen wollen und die in dieser Erzählung schon der Ver-gangenheitangehört, scheint das sogenannte Turnier Giulianos vom 22. Jänner1475 gewesen zu sein, das der Anlaß zu Polizians Oiostra geworden ist;die Tjost hingegen, die in n°96a questi dl" abgehalten worden ist, istwohl dieselbe, die durch einen Brief von Robertos da Sanseverino SohnGiovanfrancesco an Lorenzo de'Mediä vom 12. Jänner 1478 belegt ist(Isidoro del Lungo, Florentia, Firenze, 1897 392 n. 1), also nicht sehrlange nach diesem Tage stattgefunden haben muß. Die n°186 spricht imPräsens von einem Zustande der Unruhe und der Besorgnis in Siena vondem, was kommen werde, und daß Siena auch Florenz hineinziehe; sie istalso sicher 1478 noch vor Ausbruch der Feindseligkeiten geschrieben, aberdoch schon zu einer Zeit, wo sie recht nahe vor der Türe standen, was sehrgut zu dem folgenden und zu dem 194. Stücke stimmt, die schon erörtertworden sind. Die seinerzeitige Fahnenflucht Antonellos von Forli mag er-zählt worden sein, als er zu Anfang 1479 von dem Herzog von Kalabrienzu den Florentinern überging, und das steht wieder trefflich im Einklangzu der 274. Geschichte, die, obwohl sie einen frühern Vorfall erzählt,doch erst nachher niedergeschrieben sein kann.

Mit Berücksichtigung all dieser bis jetzt erhobenen Umstände und mitAußerachtlassung der durchaus unwahrscheinlichen Annahme, die erstenneun Fazetien wären lange Zeit, vielleicht gar mehrere Jahre vor der zehnten,

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