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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
Entstehung
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Die n° 9 und, wie gleich hier bemerkt sei, auch dien 0 114, 165 und 208setzen die Wiedereröffnung der Universität in Pisa als vollzogen voraus(November 1473).

Leonardo Benvoglientis florentinische Gesandtschaft fällt in die zweiteHälfte des Junis von 1477; damit ist für die n° 10 ein Terminus a quogegeben, den man mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auch auf die neunvorhergehenden Stücke anwenden kann. Die Aufzeichnung der folgendenGeschichte, die von dem zwei Monate zuvor verstorbenen Ambrogio Span-nocchi handelt, kann durch die stoffliche Verwandtschaft Unannehmlich-keiten Sienas erklärt werden; andererseits mag anläßlich der Anwesen-heit des mit Lorenzo befreundeten Benvoglienti viel über den Verstorbenen,der ja auch ein Freund Lorenzos gewesen war, gesprochen worden sein.

Die 73. Fazetie ist wohl ebenso wie die schon erwähnte 6. noch vor denletzten Apriltagen des Jahres 1478 aufgezeichnet worden, wenn anders esrichtig ist, daß Giovanni Francesco Venturi, der hier noch mit Lorenzo sovertraut ist, daß er sich einen sehr anzüglichen Scherz mit ihm erlaubendarf, in die Verschwörung der Pazzi verwickelt gewesen ist und in demVerlaufe der Straf- und Rachehandlung den Tod gefunden hat.

Nun folgt eine lange Reihe von heitern und ernsten Geschichten, diekeinerlei Handhabe bieten, ihre Datierung nach oben oder unten andersals in den schon gewonnenen Grenzen festzustellen; die erste, die in die-ser Hinsicht vielleicht einige Wichtigkeit hat, ist die 177., deren Wortlautschließen läßt, daß sie erst nach dem übrigens gewaltsamen Tode des Her-zogs Galeazzo Maria Sforza (26. Dezember 1476) notiert worden ist, aberschon aus n° 10 haben wir ein um ein halbes Jahr späteres Datum ge-wonnen, das ja auch, die chronologische Reihenfolge vorausgesetzt, für dieNiederschrift dieses Stückes maßgebend sein muß. Neue Ereignisse wer-den erst, wenn man von der problematischen Auslegung des Präteritumsin n° 77, daß nämlich dieses Giovanni Francesco Venturis vorhergegan-genen Tod verlange, daß also die Verschwörung der Pazzi bei der Auf-zeichnung von n°77 schon der Vergangenheit angehöre, in dem 187. Stückerwähnt, das tatsächlich schon in dieser Zeit spielt. Lorenzo erfährt, daßGraf Girolamo Riario die Hinrichtung des Hauptattentäters und die Ge-fangenhaltung des Kardinals Sansoni als Fehler betrachte.

Giovan Battista da Montesecco, der Sendung des Grafen und des Papstes,der bei der Ausführung des Attentates auf die Brüder Lorenzo und Giu-liano de' Medici den altern hätte niedermachen sollen, dann aber Scheugetragen hatte, den Mord auf dem geweihten Boden von Santa Maria delFiore auszuführen, ist trotzdem, am 4. Mai, hingerichtet worden. Den un-

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