zwingt, daß diese Menschen zu der Zeit, wo er von ihnen geschrieben hat,noch am Leben gewesen sind. So erfahren wir von Lorenzo il Magnifico:Wenn er einen Brief nicht lesen will, so pflegt er zu sagen ..., wenner etwas andeuten will, sagt er . . ., jene Schüssel, die er derzeit im Ge-brauche hat; weiter: der Dichter Luigi Pulci sitzt nie an der Innenseitedes Tisches . . ., und er sagt, einem Blinden dürfe man kein Almosengeben; Lorenzos einstiger Erzieher Gentile Becchi h at ein Pferd, und dieseshat dieser Tage . . .; Antonio Puccl ist, wie mir dieser Tage N. N.gesagt hat, einer von den Leuten . . .; Manente Buondelmonti gilt alsLügner; der Pfarrer Arlotto sagt. .., hat dieser Tage gesagt; diesesPapst ist ein Mönch; ein lustiges Wortspiel hat mir dieser Tage Sandrodi Botticello gesagt, usw., usw.
Nun, Botticelli, solchermaßen erwähnt in n° 324 — bei Domenichi sinddie Geschichten nicht numeriert —, ist am 17. Mai 1510 gestorben, derHumanist Collenuccio von Pesaro (als lebend genannt in n° 314) am11. Juni 1504, Marsilius Ficinus (n° 182 und 189) am 1. Oktober 1499,Manente Buondelmonti (n° 294) am 27. Oktober 1498, Gentile Becchi,Bischof von Arezzo am 19. April 1494, der Weltreisende und ChronistBenedetto Dei (n° 362) am 29. August 1492, Lorenzo de' Medici (n° 163,381 und 385) am 8. April 1492, Antonio Pucci (n° 196) am 5. Dezem-ber 1484, Luigi Pulci (n° 314 bis 317) im Oktober oder November des-selben Jahres, Papst Sixtus IV. (n°213) ebenfalls 1484, am 12. August;auch in diesem Jahre, als letzter der hier Genannten, ist der Liebling vonFlorenz, der Pfarrer Arlotto gestorben, am 26. Dezember, aber die zweivon ihm erzählenden Stücke, die in diesem Sinne eine Datierung ermöglichen(n°87 und 213), sind nicht nur noch zu seinen Lebzeiten, sondern nochvor dem Verzicht auf seine Pfründe geschrieben, der 1482 erfolgt ist.
Bevor wir nun an die notwendige Untersuchung gehen, ob es nicht mög-lich ist, diesen Terminus ad quem, mit dem wir ja überdies, auch bei derAnnahme einer chronologischen Aufzeichnung der einzelnen Notizen, nurbis zu der n° 213, wo Arlotto noch als Nutznießer seiner Pfarre erwähntist, unser Auslangen finden könnten, während bis n° 385 der Tod Lorenzos,bis n° 404 der des Bischofs von Arezzo die oberste zeitliche Grenzebilden würde, einigermaßen einzuschränken und vielleicht auch hin undwieder zu einem Terminus a quo zu gelangen, haben wir eine Eigentüm-lichkeit des unbekannten Verfassers festzustellen. Daß er Dinge der Gegen-wart oder der frühen Vergangenheit mit Geschichten aus längst verwichenenZeiten vermischt, ist ohne weiteres begreiflich; das eine hat er eben erlebt,das andere gehört, oder das eine wie das andere ist ihm oder in seiner
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