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Angelo Polizianos Tagebuch (1477 - 1479) : mit vierhundert Schwänken und Schnurren aus den Tagen Lorenzos des Großmächtigen und seiner Vorfahren
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culae oratione heißt, hat er mit einer leicht zu verstehenden Anspielungden Tyrannen von Syrakus durch einen Herzog von Mailand ersetzt, indem zweiten, L'instabilitä della fortuna (Gast 104: Fortunae instabilitas),ist aus dem Lacon quispiam ein certo Vinitiano und aus dem AeginetenLampis ein Mapheo Bernardo geworden, und in dem 24., D'un Scolareignorante (Gast 278: Aliud cxemplum de studente indoctö) hat der equesGermanus seinen Platz einem gentilhuomo Francese räumen müssen; allesübrige ist glatte Übersetzung. Von den restlichen acht Fazetien stehenzwei, Detto di Diogene und Dionigio Siracusano (H 7 a ), von spätemSammelwerken abgesehen, schon bei Diogenes Laertius und Plutarch; esbleiben also nur sechs, die er von seinen Freunden gehört haben mag;diese sind die folgenden: Detto del Cardinale di Portogallo (H 7 a ), Dettodi Galeotto Martio da Narni (H 7 b ), D'uno errore d'un Segretario (K 5 b ),D' uno errore della stampa (ebendort), D' una gentildonna Bolognese (K 8 a ),D'un marito vecchio (K 7 a ) x .

Liegt also das Plagiat in dem Teile des Buches, bei dem Domenichigewisse Verfasserrechte geltend macht, ebenso klar zutage, wie in seinererstmalig 1556 erschienenen Historia, für die er Panormita, Fulgosus usw.und in den spätem Ausgaben noch Gilles Corrozet und andere unverschämtgeplündert hat, so zeichnen sich die Erzählungen des andern Teils, dereinfach aus der Handschrift des Padre Stradino abgedruckt ist, durch eineOriginalität und Geschlossenheit aus, die bei Werken dieser Art einfachverblüfft. Schon bei flüchtigem Durchblättern sieht der der Geschichte jenerEpoche halbwegs Kundige, daß diese Aufzeichnungen von einem Manneaus der nächsten Umgebung Lorenzos des Großmächtigen herrühren müssen,der vieles, was sich damals in Florenz zutrug, gesehen und erlebt hat undviele Geschichten aus der Zeit vor Lorenzo hat erzählen hören. Ist es nunmöglich, festzustellen, wer dieser Mann gewesen ist? Wir wollen es ver-suchen; zu diesem Behufe aber haben wir zuerst, wo dies angeht, zu unter-suchen, wann die einzelnen Notizen, die sich wie Tagebucheintragungenaneinanderreihen, niedergeschrieben worden sind.

D

Die Zeit der Abfassung des Bei libretto

ie Ichform der Erzählung wendet der Verfasser nur selten an: im all-gemeinen bleibt er bescheiden im Hintergrunde; von einer ganzenReihe von Personen erzählt er aber doch in einer Weise, die zu dem Schlüsse

1 Auch für diese sechs Fazetien, von denen die vier letzten auch die letzten desBuches sind, werden sich wohl literarische Quellen finden lassen; vgl. unten dieNoten zu n°127.