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Märchen des Mittelalters
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maßen rational ift eine jüngere Erzählung in dem Mf. Q. 59 der Bibliothek der Kathedrale

von Worcefter, das J. Th. Welter, Specufum faicorum, Paris, 1914, 134 abdruckt:

Ein Prediger begegnete einmal einem Juden, und der fagte zu ihm: »Herr, euer Glaubeift unnütz/ denn wenn ihr Glauben haben und diefem Berge Tagen werdet: Hebe dichvon hier und ftürze dich ins Meer, fo wird er es tun, und ich bitte dich, fage diefem Bergein unterer Nähe: Stürze dich ins Meer!« Antwortete der Prediger: »Sicherlich, dufprichft die Wahrheit: der Glaube hat eine folche Kraft in fich,- aber, du fiehft, auf demBerge find die Weingärten der Armen, und ftürzte er fich ins Meer, fo wäre das zu demSchaden jener, denen die Weingärten gehören, und darum dürfen wir es nicht fagen.«

Jünger ift auch das Exempel Bromyards <F, 4, 25) von den fünf Gefangenen, die ficheinem farazenilchen Großen erbötig machen, einen Berg zu bewegen, der denn auch famtden Ungläubigen, die auf ihm reiten wollen, ins Meer ftürzt nach diefem und dem un-mittelbar folgenden Exempel erzählt Pauli in Nr. 684 und indem erften Satze vonNr.685,jünger auch die Fällung des 99. Stücks (nach der Zählung von Gayangos) in dem Lißrode ßos Enxempfos (Escritores en prosa ant. af sigfo XV, 471), älter aber die Legendenvon Gregorius dem Wundertäter, dem hl. Patrick ufw. <f. P. Toldo in den Studien z. vgf.LitgefS., VIII, 63, 66, H. Günter, Die djriftf. Leg. des Aßendf., 1910, 79, Bolte zu Pauli,Nr. 685). Keine von ihnen aber hat es weiter als zu gelegentlichen Erwähnungen in Legenden-fammlungen gebracht, während die kairinifch-alexandrinilche Tradition bis in die letztenJahrhunderte lebendig geblieben ift/ hat fie doch noch Friedrich Bodenftedt, in dem GedichteHarun und Haßaßuß, verarbeitet {Gef. Scßrifien, 1865, f., X, 31-52).

Auch die Mohammedaner haben eine ähnliche Überlieferung: zu feinem Auszug ausJa kub Artin PafdiasText zitiert Chauvin eine Erzählung aus al Abschihis Mostafraf (Ausg.v. Rat, II, 705), und Herbelot gibt in feiner Bißfiotßeque orientafe, Paris, 1697, 316, augen-fcheinlich nach as Sag awendi ff 1165), l Ain afmdäni folgende Mahnung des Hadit wieder:

Wenn ihr erzählen höret, ein Berg habe feinen Ort gewechfelt, fo möget ihr das glauben/fagt man euch aber, ein Menlch habe feine Sitten geändert, fo glaubt es nicht, weil er immerwieder zu feinem Wefen zurückkehren wird.

Ob bei der Entftehung der Erzählung des Mostatraf und der Lehre des Hadit diechriftlidie Legende oder auch nur jener Vers des Evangeliums mitgewirkt hat, bleibe dahin-gcftellt/ wohl ficher aber befteht eine folche Einwirkung bei der bekannten Gefchichte vonMohammed, der wir das geflügelte Wort verdanken: »Wenn der Berg nicht zum Prophetenkommen will, fo muß der Prophet zum Berge gehen.« Diefes habe ich (Der Hodscßa Nafr-eddin, II, 190f.) auf das Moßammed betitelte Stüdc in Hebels Scßatzßäftfein desRßeinifcßenHausfreundes <1819) zurückgeführt, für das ich als Quelle hlagedorns Gedicht Maßometundder Hiigef 'annahm. Jetzt fehe ich, daß das Wort fchon früher als geflügelt gelten kann:in den Impromptus, die Jean Paul 1812 im Tafcßenßud) für Damen veröffentlicht hat, fprichter von den »verlchiedenen Arten von Bergen, die zum Propheten Muhammed kommen«/andererfeits hält es H. Heine noch 1833, in der allerdings zuerft für franzöfifche Lefer fran-zöfifch gefchriebenen Romanlifdien Sdiufe (\\,X), für notwendig,die »mohammedanifcheSage«zu erzählen. Woher aber hatte Hagedorn die Legende oder, wenn man will, die Schnurre?hat fie eine mohammedanifche Quelle?

Die Biographen Mohammeds verfagen alle miteinander/ auch DAnconas AuffatzLa Leggenda di Maometto in Occidente (Studj, II, 165-308) gedenkt ihrer nicht mit einemWörtlein, und AI. Sprenger geht über fie mit einem Hinweis auf einen hier ficherlichbedeutungslofen Koran-Vers rafdi hinweg. Hertslet <und nach ihm der Büchmann) führt einfpanifches Sprichwort und einen Satz aus einem Briefe von Antonio Perez an, dann aber audi

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