eine Stelle in Bacons Essay OfBofdnesse, wo das Apophthegma wirklich erzählt wird,-diefer
Essay Icheint, da es (ich um einen hill handelt, Hagedorns Quelle gewefen zu fein. Als folche
kommt jedenfalls nicht in Betracht die kurze Erwähnung in Stephan Gerladis Türcüifdiem
Tageßud) von 1573 Bis 1578, Frankfurt, 1674, 214, auf die J. H. Mordtmann, Tffam, XII,
225 als einen frühen Beleg aufmerkfam gemacht hat (St. Gerlach ift 1612 gefforbcn, fein Buch
aber erft von den Erben feines Enkels herausgebracht worden)/ die Stelle lautet:
es fey der Mahomet mit feinen Jüngern auff eine Zeit fpatziren gangen, da habEr zueinem Berg gefaget: Berg, komme zu mir, oder ich wil zu dir kommen. Als der Berg nichtkommen wollen, fey Er zu ihme gegangen.
Eine Anfpielung nun, die beweift, daß das Apophthegma in Italien fchon zumindeft inder erften Hälfte des 17. Jahrhunderts als bekannt gelten kann, findet (ich in dem komifchenEpos If Mafmantife racquistato des Malers Lorenzo Lippi <1. Ausg. 1676, zwölf Jahre nachdem Tode des Verfaffers)/ dort heißt es, cant. 10, st. 26 (Ausg. Venezia, 1748, 720):
. . . che sarä ben, ch'ei vada a trovar lei,come faceva Macometto a'monti . . . .,
und des Dichters Freund und feines Werkes Kommentator Paolo Minucci fügt folgende
Erklärung bei:
Es heißt, Mohammed habe, um ein Wunder zu zeigen, den Bergen gelagt, fie follten zuihm kommen, und als er fah, daß fie nicht kamen, habe er gefagt: »Wohlan, gehen wirzu ihnen!«
Weiter erzählt das Gefchichtdien von Maometto Imperadore de'Turchi und einer Mehr-zahl von Bergen das zuerft etwa 1650 erfchienene Schwankbuch Barca di Padova (Venetia,1689, 6), das, eine Ausnahme unter den damaligen Erzeugniffen diefer Art, nicht ein ein-facher Abdruck älterer Fazetien-Sammlungen ift. Nachforfchungen in den italienifchenSchwankfammlungen vor 1650 find denn auch erfolglos geblieben/ hingegen hat Mordtmannein früheres Vorkommen des Gefchiditchens nachgewiefen In den Costuini' ed"modi'partieofaride fa vita de' Turcßi, Roma, 1545 (abgedruckt bei Franc. Sansovino, Tstoria universaledetT'origine, guerre, e imperio de' Turcßi, Venezia, 1564 u. ö.>, und dort ift es, wie bei Bacon,Gerlach ufw. wieder nur Ein Berg. In dem Buche Luigi Baffanos fieht nun Mordtmanndie Quelle des geflügelten Wortes/ aber man kann nodi um ein paar Jahrzehnte zurückgehen.Baffano erzählt nämlich nichts andres, als was fchon in dem Trattato di Terra Santa edelT' Oriente fteht, der 1524 in Venedig gedruckt worden ift, aber auch noch in Handfchriftenvon 1485 und 1514 vorliegt/ fein Verfaffer ift ein Frate Francesco Suriano, der, wie er felbftfagt, zumindeft fechzehnmal im Heiligen Lande gewefen ift und acht Jahre dort als Mönchverbracht hat. Das betreffende Kapitel (Trattato . . ., ed. P. Girolamo Golubovidi, Mailand,1900,193f.) handelt von den Myracoli de Machometo, die die Sarazenen öffentlich predigen,und als fechltes wird angeführt,
che una volta havendo commandato ad una montagna che andasse al lui, e quella nonse movendo, lui se humiliö et andö al lei.
Und Suriano fährt fort: »Viele andere, viehifche Dinge könnte ich dir noch erzählenund dir fo feine (Mohammeds) viehifchen Sitten darlegen, wenn das nicht die Ehrbarkeitverböte.«
Man fieht, der Franziskaner hat den Stifter des Islams gehaßt, wie es ein Mönch tunkonnte/ trotzdem verzichtet er, das fogenannte Wunder, was fo leicht gewefen wäre, miteinem Mohammed höhnenden Wortlaut zu erzählen: anftaft den Mißerfolg des an den Berggeriditeten Befehles zu betonen, unterftreidit er nach dem Beifpiel der farazenifchen Prediger
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