1713 unter ftetigem Vergleiche mit andern arabifdien Hiftorikern bearbeitet. Soweit das Buchvon Severus reichte, ift er, wie er fagt <332), diefem gefolgt/ von da an, nämlich von demAmtsantritt des Patriarchen Chail III., hielt er fich an die von dem Bifchof Michael von Tanisangefertigte Fortfetzung (322: loquitur jam Michael episcopus Tanis), die 1046 mit demTode des Patriarchen Sanythios II. abfchließt und 1051 beendet worden ift <414>, alfo auchal rdakims Regierungszeit umfaßt. Aus diefer erzählt Bifchof Michael natürlich nichts, wasirgendwie an die Gefdiichte Jaktib Pafchas erinnern würde/ ganz Ahnlidies aber berichtet eraus der Zeit der Regierung von al Hakims Großvater, dem Eroberer Ägyptens al Mu izz.Diesmal wollen wir mit der Prüfung der gefchichtlichen Daten beginnen, wie fie Renaudotzumindeft zum Teil nach dem Bifchof von Tanis mitteilt:
Renaudot, 353f.: In dem Jahre der Hidfchra 362 kam al Mu'izz .. . nach Ägypten, undKairo ward der Sitz des Fatimiden-Reiches. — AI Mu izz ift am 25. Scha'ban 362 in Alexandrienangekommen und in den erften Tagen des Ramadhan <Juni 973), nicht in die Altftadt Fostat,fondern in die vier Jahre zuvor neugegründete Stadt Kairo eingezogen.
Renaudot, 367: Bei al Mu izz bekleidete die Stelle eines Ratgebers ein Jude, Abu V acoubEbn Kalas, den er aus Afrika <fc. Marokko) mitgebracht hatte und den er liebte, weil er auffeine Ermahnung den mohammedanifchen Glauben angenommen hatte. — Es handelt fichum den ägyptifchen Juden Abu'l Farag Ja kub ibn Jusuf ibn Killis, der, noch in ÄgyptenMohammedaner geworden, zu al Mu izz nach Marokko entflohen und mit diefem zurüde-gekommen war/ 363 hatte ihn al Mu izz zu einer Art Finanzminifter ernannt, und Vezir warer auch noch utlter al Mu'izzs Sohn, dem Chalifen al Aziz. — Der koptifche oder jakobitifchcPatriarch war damals Ephraem, der vom 19. September 975 bis 2. Dezember 978 regierthat/ al Mu'izz ift am 23. November 975 gefforben: die zu erzählenden Dinge müßten fichalfo zwifchen dem 19. September und dem 23. November 975 zugetragen haben.
Nachdem der Bifchof von Tanis berichtet hat, wie Severus, der Bifchof von Ufchmunain,eine Glaubensdisputation mit einem Freunde von ibn Killis, einem Juden, Mofes mit Namen,die vor al Mu'izz vor fich gehen follte, abgelehnt hat, fahrt er fort:
Man erzählt außerdem, daß al Mu' izz, angetrieben durch geheime Machenfchaften jenerJuden, Ephraem zu fich befchieden und ihn gefragt hat, ob wirklidi im Evangeliumgefchrieben fei, daß die, die einen Glauben hätten wie ein Senfkorn, durch das Wort alleinbewirken würden, daß ein Berg ins Meer geworfen werde. Als Ephraem dies bejahte,befahl er ihm, ein folches Wunder in feiner Gegenwart zu tun, unter der Drohung, erwerde, wenn das nicht zutreffe, den chrifrlichen Namen austilgen. In diefer argen Zwangs-lage forderte der Patriardi eine Frift von drei Tagen.
Er berief die Geldlichen und auch etliche Mönche aus dem Wädi Habib, die damalsnach Fostat gekommen waren, und befahl ihnen allenfamt, diefe drei Tage in der Kirdieim Gebete zu verharren/ er l'elber verbrachte die ganzen drei Tage faltend, flehend, weinendund Gott mit Gebeten beftürmend, fo daß er fich vor allzu großer Ermattung kaum vomFlecke rühren konnte. Zufammengekommen aber waren alle in der gemeiniglich Mo'allaqagenannten Kirche in Q.asr asch Scham'a. Bei Anbruch des dritten Tages aber fiel derPatriarch, gebrochen durdi die Falten, die Nachtwadien und d.is unausgefetzte Beten,nieder und fchlief ein wenig ein. In einem Traume erfchien ihm die Jungfrau und Gottes-mutter und befragte ihn um die Urfache feines Kummers. Als er geantwortet und dieDrohung des Sultans, die Chrilten zu vernichten, berichtet hatte, hieß fie ihn, gutes Muteszu fein, aufzuftehen und durch die auf die Hauptftraße führende Tür hinauszugehen/ ihmwerde ein Einäugiger begegnen, der Gefäße trage, und diefer werde das Wunder, das derFürlt verlange, vollziehen. .
Sofort eilte der Patriarch weg, und er fand den ihm in dem Traumgefichte bezeichnetenMann, und er hielt ihn an/ und als fich der einen Sünder nannte, erzählte er ihm die ihmgewordene Offenbarung, hielt ihm das Kreuz vor und befahl ihm, bei Strafe des Kirchen-banns, zu Tagen, wer er fei. Schließlich geftand der Mann, das Auge, das ihm fehle, habe
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