mehrere Bearbeitungen. Die anfdieinend ältelte fteht in der Handfdirift Arundef 231 des
Britifchen Mufeums, enthaltend eine Sammlung von Predigten, deren VerfalTer allefamt vor
1250 verftorben find (Cato/Rom, III, 57f.), fo daß fie, wenn nidit andere Gründe dagegen
fprädien,älter fein könnte, als die der Handfdirift Harfey 3244. DieFaffungvon Arundef231,
I, 36a, die ebenfalls nodi nicht veröffentlicht Ift, lautet in Überfetzung:
Ein Bifchof wurde von Heiden gefangen genommen, und um lieh zu überzeugen, ober in feinem Glauben vollkommen fei, befahlen fie ihm, in dem Namen feines Gottes einenBerg wegzubewegen. Da er zauderte und fagte: »Idi werde Gott nicht verhieben«, fagtenfie zu ihm: »Du halt alfo einen geringen Glauben an deinen Gott, wenn du nicht einmaleinen Glauben von der Größe eines Senfkorns haft.« Und fie bedrohten ihn mit dem Tode,wenn er das nicht tue. Das hörte ein Knabe, der ihm diente, und der fagte, von der Kraftdes Glaubens entflammt: »Ich werde ihn in dem Namen Jefu Chrifti wegbewegen.« Undvor den Augen aller bewegte er den Berg weg, und voller Verwunderung nahmen fieden Glauben an.
Wegen der gleichartigen Einleitung folge das Märlein der Compifatio singufaris exeni-pforum (Tours, 162a f.):
Ein (anderer) Heide hatte Chriften im Kerker und einen nahen Berg, der feinem Landeunbequem war, und fo fagte er zu den Chriften: »Euer Glaube fagt, daß wenn ihr einenGlauben habt wie ein Senfkorn, und ihr faget diefem Berge: Begib dich ins Meer, fowird er fich dorthin begeben. Schafft ihr alfo diefen Berg nicht weg, fo müßt ihr allefamtIterben.« Da rief der Bifchof, der mit ihnen war und ihnen im Kerker die Beichte hörte,einen einäugigen Sdiufter, einen reinen, heiligen und jungfräulichen Mann, und fchickteihn mit dem Heiden zu dem Berge, und der Sdiufter fagte, der Berg folle fich ins Meerheben, und der Berg tat es.
Nicht gar lang vor feinem 1261 erfolgten Tode fcheint Etienne de Bourbon feine Paralleleniedergefchrieben oder die letzte Hand an ihren Text gelegt zu haben/ er hat die Gefchidite(Anecdbtes mstoriques, 282f., Nr. 332) von einem Großen <a quodam magno) gehört. DerHerrfcher ift durch einen rector oder judex der Heiden erfetzt. DerWundertäter ift ein Schmied,der mit feinem Hammer an den Berg fdilägt, und diefer wandert, wie ihm befohlen, ins Meer.Etwa das gleiche erzählt die aus dem Ende des 13. Jahrhunderts ftammende HandfdiriftRoya/"7D.I des Britifchen Mufeums, 63a, und diefer Text ift in das John von Hovedenzugefdiriebene Specufum faicorum übergegangen (CatofRom, III, 479, Nr. 13 und 390,Nr. 290): in diefen zwei Fällungen ftehen der Sultan und feine Höflinge auf dem Berge, derins Meer ftürzt.
Ein neues Moment führt ein Predigtexempel eines fonft unbekannten Magifters undMönches Gaudrin ein, das B. Haureau, IV, 48 f. nach dem audi dem 13. Jahrhundert ange-hörenden Mf. 14952 der Parifer Bibliotheque nationale abgedruckt hat mit dem Bemerken,daß in einer andern Parifer Handfdirift diefelbe Gefchidite ein ebenfo unbekannter Prediger,Lukas mit Namen, faft mit demfelben Wortlaut erzahlt. Diefer Gaudrin beruft fich auf einefchriftliche Quelle:
»Man lieft, daß ein bei Babylon wohnender Jude, weil er den Chriften fdiaden wollte,jenem Sultan erzählt hat . . .« Es folgt die Stelle aus dem Evangelium des Matthäus,dann der Befehl des Sultans. Der Patriarch von Jerufalem ordnet Falten und Gebete an.Das Wunder tut wieder ein Schufter, der fich einft beide Augen ob des ArgernifTes, daslie ihm gaben, ausgerufen hat, und der Berg bewegt fich auf die Stadt Babylon zu. In ihrerAngft vor der Vernichtung der Stadt bitten der Sultan und die Sarazenen, den Berg zurück-zurufen, und der Sdiufter willfahrt diefer Bitte.
Wir haben alfo im 13. Jahrhundert im Ganzen neunVerfionen. Da fidi davon zwei alsNachahmungen von Etiennes Fällung (oder als Ableitungen einer allen dreien gemeinfamenQuelle) herausgeftellt haben, verbleiben noch fieben. Diefe (äffen fich, indem man angefidits
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