Druckschrift 
Märchen des Mittelalters
Entstehung
Seite
255
Einzelbild herunterladen
 

Vgl. Bolte-Polivka, I, 432 f., weiter Tegethoff, I, 52 f. und 308 f. und (wer Anhängerder Freudfdien Sdiule ift) O. Rank, Die Loßengrinfage, 1911, 65 f.

65. Lange Jahre — ein Augenblick. Nach der 21. der NovelTe antidie in Gual-teruzzis Text/ f. D'Ancona, Studj, II, 102f.

Über diefe Erzählungsgruppe, die im Gegenfatze zu einer andern, wo ein langer Zeit-raum als eine kurze Spanne Zeit empfunden wird — z. B. die Märlein von dem Mönche, derdreihundert Jahre lang dem Sänge eines Vögleins laufchte —, EreignilTe eines Menfchenaltersin einen Augenblick zulammendrückt, haben außer Chauvin <II, 151, IV, 144, VII, 105f.und VIII, 113f.> gehandelt A. Wcflelowsky in feiner Ausgabe des Paradiso degfi Afßerti,Bologna, 1867, I, p. 2, 263f., Köhler zu hfendzßAeventyri, II, 167f., 202f, E. S, Hartland,Tue Science o/Tairy Tafes, London, 1891, 224f„ A. Graf, Miti, (eggende, II, 263f.,285,Köhler, II, 210f., Knuft, Conde Lucanor, 331 f., A. Borgeld in der Ti/d/dirift voor nedcrf.taaf. en Cetterß., XXVI, 145-203.

Nicht erwähnt find noch F. M. Klinger, Ge/hßicßte Giafars, II, c. 1 -19 (Sä/n/ntf. Werke,1842, V, 51-120), asch Schirwani, Nafßat afjaman bei Refcher, 256f., R. Levy, Tße TßreeDervisßes, 158 f., bin Gorion, Born, V, 223 f., weiter Catof'Rom, 111, 83, Nr. 7 (Etienne deBourbon), 94, Nr. 19, 416, Nr. 19, 536, Nr. 3, Haureau, IV, 245, Konr. Derrer, 108, Nr. 19Michel Menot bei J.Neve, 17f. undKonradCehes,7 r ün/'Bi/dJerEp/gramme, hg. v. H. Hart-felder, 1881, 32, Nr. 44 <die zwei letztgenannten von Albertus Magnus) und Oratio Tosca-nella, 1Motti, fefacetie, argutie, ßurie,Venetia, 1561, 65af.

66. Der Glaube verfetzt Berge. Nach einem bisher nicht veröffentlichten Märleinder Handlchrift Harfey 3244 des Britifchen Mufeums <84a), die noch aus der erften Hälftedes 13. Jahrhunderts ßaramt <f. CatofRom, III, 457f.).

Die bekanntere, weil am meiften zitierte Parallele zu diefer Gefdiichte, die, wie Edw.B. Tylor, wohl mit Recht, bemerkt (Primitive Cufture, I, 368, Deutfche Ausg., I, 401), einePragmatifation jener Metapher des Evangeliums darftellt, die den Glauben Berge verletzenläßt, ift die bei Marco Polo <Ausg. des fogen. Mifionc, Venezia, 1829, I, 27 f., c. 19). Dervenezianifchc Wcltrcifende, der fein Werk 1297 in dem Gefängnis von Genua einem Leidens-gefährten in die Feder diktiert hat, erzählt, fo wie unfer Text, von einem frommen Schulter,der (ich gemäß dem Sprudi des Evangeliums beide Augen 1 ) ausgeftochen hat/ auch bei ihmfolgt der Herrfcher, indem er die buchrtäbliche Erfüllung der andern Evangeliumftelle ver-langt, fremdem Rate, aber er ift kein farazenifcher Fürtt fchlechthin mehr, fondern der Chalifvon Bagdad, und er bekehrt fidi nach (liefern Wunder zum Chriftenglauben. Überdies ift dieGefdiichte in dem Jahre 1225 fixiert.

Auch Vincentius von Beauvais, der etwa 1264 verftorbene Berater König Ludwig IX.,der in großem Maße arabifoSe Schriftltcller benützt hat, gibt in feiner Fällung im Specufumfiistoriafe, III, 11 {Bißfiotßecamundt, Douai, 1624, IV, 1808) das Jahr 1225an: DerHerrfdierift ein König der Tataren, Caliphus mit Namen,- der Schulter ift einäugig, aber daß er fichdas eine Auge felbft ausgerufen oder ausgeftochen hätte, wird nicht behauptet.

Zwifchen diefer Erzählung des franzöfifdien Polyhiftors und der unferigen liegen noch

'> In andern Handfchriften von Marco Polos ReifebefoSrcibiiiig ftidit er [ich nur ein Auge aus.

255