Druckschrift 
Märchen des Mittelalters
Entstehung
Seite
251
Einzelbild herunterladen
 

hat die Klage erft zufammenfafTend nach der ganzen Reihe von Mifigefchicken, die der Wolferfahren hat/ da aber der Wolf hier ftets bedauert, etwas übernommen zu haben, was er nichtgelernt hat, fteht die Klage näher der alten Fabel als ihren Ableitungen.

Zu der Widder-Epifode hatten fchon Robert, Taßfes inc'd, I, CXXV und Grimm, R. T.,CCI.XXVI auf den Kafffaß und das Paiitsdiatantra verwiefen/ Sudre, 337 übernimmt diefeAngaben, weiß ihnen aber nichts hinzuzufügen als die falfche Behauptung, die Erzählung desKafifaß, wo es fich um einen Schakal <Fuchs> handelt, der aus Blutgier zwifchen zwei kämpfendeWidder tritt und folchermaßen umkommt, habe in Europa, nachdem der Schakal durdi denWolf und die Blutgier durch das Motiv des Schiedsrichtcramtes erfetzt worden fei, »un grandnombre des variantes«. Vgl. Oesterley zu Wendunmutß, VII, Nr. 34, Chauvin, II, 87,Nr. 22B und III, 75, I Iertel, Tanträßßyäyißa, 1,129 zu II, 18, aber auch einein das 481.Dscha-taka eingefdiachtelte Gefdiichte <Dutoit, IV, 300f., Luders,93) und das 324. Dschataka(Dutoit,

III, 94f., Lüders, 308f., Winternitz, II, 108) fanit feiner chinefifchen Fällung bei Chavtnnes,II, 296, Nr. 346.

Zu dem Mefrefingen des Wolfes vgl. Sudre, 242f., Bolte-Polivka, II, 206f., Dähnhardt,

IV, 233f. und Ad. Graf, Die Gruncffagen des Reinette Tucßs, Heifink!, 1920< = TTComm.,Nr. 38> 89 f.

59. Brandftiftung. Nach Konrad Derrers Gefchichtenbudi, Nr. 4, a. a. O. 102.Zu der Brandftiftung durch Tiere vgl. Dschataka 140 (I, 519f.>, Dschataka 404 (III,

384f„ Chavannes II, 412f„ Nr. 387, Schiefner-Ralfton, 350f., Nr. 43>, Benfey, II, 346f.<I, 501 f., II, 549, Hertel, TanträßßyäyiRa, I, 130), St. Julien, Les Avadänas, 1, 135f. Nr. 33<= Chavannes, III, 145), W. S. Clouston, BooßofSittdißäd, 27f. <222, Chauvin, VIII, 74),J. Hinton Knowles, A Dictiottary of Kasßmiri Proverßs andSayings, Bombay, 1885, 37.Als Nebenmotiv begegnet fie in einer Reihe von Schwänken, über die Bolte in der ZW,XXVII, 135-141 gehandelt hat.

Auch das klaflifche Altertum hatte aber derartige Gefdiichten. So erzählt die 11. Fabe'von Babrios:

Ein Mann bindet einem Fuchfe, um fich an ihm wegen des Schadens zu rädien, den erihm in feinen Weinbergen und Gärten angetan hat, brennendes Werg an den Schwanz.Ein Gott aber leitet den Fuchs in die Felder feines Peinigers, und deffen ganze Ernteverbrennt. »Und nicht befuchte Demeter feine Tenne.«

Ahnlich berichtet Ovid, Tasti, IV, 680f.:

In Carfeoli in Latium hat ein Kind einem Fudife, um ihn zu (trafen, brennendes Wergan den Schwanz gebunden, ufw. Die Erinnerung an die damalige Vernichtung der Erntewird alljährlidi bei den Cerealien durch die Hatz von Füchfen begangen, denen manFeuerbrände auf den Rücken bindet.

Vgl. den Tße Corn-spirit as a Tox betitelten Abfdinitt in Frazers Gofden Bougfi,VII, 296f., wo auch auf Samfons Rache an den Philifiern {Ricßttr, 15, 4) hingewiefen wird.

60. Abt und Schäfer. Nach Konrad Derrer, 104, Nr. 10 mit Benützung der beiBolte-Polivka, III, 220 gegebenen Überfetzung.

Vgl. Bolte-Polivka, III, 214-233 und Walter Anderfon, Kaifer und Aßt (TTComm.,Nr. 42), Helfinki, 1923.

251