58. Der Glüdistag des Wolfes. Nach dem 36. Stück des Romulus Monaccnsis beiHervieux, II, 284f. mit Textverbefferung nach den Varianten der Breslauer Parallelhand-fchrift, die Alf. Hilka in den Beitr. z. Taßef' u. SpriSivörterfit. d. Mittefaft. <S. A. a. d.gt. Jaßresß. d. Scßfef. Gef.f. vaterf. Cuftur, 1914), 11 mitgeteilt hat, und nach dem Druckein H.Oeßerleys Ausgabe von Steinhöwels ^/o/?, 1873, 212')/vgl. auch A. C. Robert, faß/esinedites, I, XCVIII f., Grimm, Reinßart Tucßs, 429f„ Br. Herlet, Beitr. z. Gefcß. d. äfop.Taßel <Progr.), 1892, 92f. und die angezogene Schrift Hilkas, 5.
Zur Gänze ifir das Märlein bearbeitet worden von H. Sachs, Goetze-Drefcher, II, 333 f.(f, IV, 263), und auf feiner Faffung beruht Euch. Eyering, Proverßiorum copia, I, 233 f./ ein-zelne Teile kehren wieder bei Camerarius, 373f. <der Wolf verfchmäht eingefalzenes Fleifchund Speck, dann von einem Wanderer verlorenes Brot/ hierauf ift die Fabel von dem Fifchenmit dem Schwänze eingefchoben, und zum Schluß folgt die Epifode mit dem vom Bauernherabgeworfenen Beil), weiter in der zweiten Ausgabe von Fifcharts Tfößßaz, 1577, v. 886bis 932, Sä'mmtf. Dicßtungen, hg. v. H. Kurz, II, 26 f. <Morgenfurz, totes Schaf und krankesPferd verfchmäht, von den zwei Widdern getötet)/ eine Anfpielung auch fchon in FifchartsVon S. Dominici . . . und S. Trancisci. . . Leßen, 1571, v. 1992, Kurz, I, 183. Vgl. weiterF. S. Krauß, Sagen u. Mär<£en d. Südffaven, I, If. und v. Löwis, Tinn. Vof&srn., 144 f.<A. Aarne in den TTComm, III, 6f., Nr. 122).
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Zu dem Zuge des Verfchmähens von geringen Dingen vgl, die 39. Fabel des Abftemius
<Nevelet, 550f.) mit der von Kurz zu Waldis, II, Nr. 71 angegebenen Literatur, ferner die
Nachweife Roberts und Regniers zu La Fontaine, I. VII, f. 4. Schließlich fei nodi auf die
46. Fabel des Abftemius <Nevelet, 553) verwiefen, die in befonders grotesker Weife die
getäufchte Hoffnung und das lieh daraus ergebende Selbftbefcheiden darftellt:
Auf dem Wege zu einer Hodizeit findet ein Priefter einen Haufen Birnen/ trotz feinemHunger ißt er nicht von ihnen, ja, in feinem Übermute bepißt er lie. Das HochwalTer einesBadies zwingt ihn zur Rückkehr, und nun ift fein Hunger fo mächtig geworden, daß er diebepißten Birnen aufißt.
Dazu vgl. die Bemerkungen Kurzens zu Waldis, II, Nr. 77 und Oefterlcys zu Wendun-mutß, VII, Nr. 123, weiter Stengelius, De iud. div., t. IV, c. 14, § 13 = J. P. Langius,Democritus ridens, ed. II., Ulm, 1689, 68f., Nr. 23 = Doctae nugae Gaudentii Jocosi,Sulzbach, 1710, 6f., M. Somma, Cento raeconti, 3a ed., Neapel, 1822, 322f., ferner Antßro'popß^teia, VIII, 337und 435f. und WelTelski, Der HodfaSa Nafreddin, 1, 15f.und212, Nr.29.
Zu dem Ausziehen des Doms und dem darauffolgenden Huffchlag ift auf die äfopifcheFabel, Halm, Nr.334 zu verweifen <in der ihr bei Babrios entfprechenden Fabel 122 beftraftder Efel den Wolf auf eine minder fchmerzhafte, aber dafür viel befchämendere Weife), dannauf die Fabeln in den verfchiedenen Romulus-Texten, Hervieux, II, 769, Nr. 160 <Le Lionmedecin), weiter — um allzu langatmige Aufzählungen zu vermeiden — auf L. Sudre, Lessourcesdu Roman de Renart Paris, 1893, 332f., Bolte-Polivka, III, 77, Chauvin, III, 56,J. de Vitry, 197, Nr. 152. In der äfopifchen Fabel ruft der Wolf aus: »Recht gefchieht mir:ich bin ein gelernter Fleifdier, und jetzt habe ich auf einmal den Roßarzt machen wollen!«<bei Babrios: ». . . warum habe ich, obwohl ich nichts gelernt habe als das Fleifcherhandwerk,Hinkende heilen wollen?«)/ in den Romulus-Faflungen macht fich der Wolf zum Vorwurf,daß er dem Pferde, gegen feinen Charakter, als Freund und Arzt genaht fei. Unfer Märchen
'> Über die tiberfetzungen von Stcinhowels Buch vgl, Holtc-Poli'vka, III, 77.
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