II, 142f., Hilf. 58. Vgl. weiter J. Fifcharf, Binenborb, Ausg. 1588, 11 a und 41 b, H. Eftiermc,Apofogie, II, 29, Tabourot, Contes facecieux du S/eur Gaufard, Ausg. Paris, 1662, 181,J. B. Schupp, Der Teutßbe L.ebrmeifier in Zugab Doct. Job. Baftb. SSuppii Sdirifften(Hanau, 1667), 183, Chr. Lehmann, Tforifegium Pofiticum et atictum, I, Frankfurt, 1662,101 und Ichließlich Wander, III, 338.
50. Der Zorn Gottes. Nach einer Erzählung der des Ottern genannten FlorentinerHandlchrift, abgedruckt bei Papanti, I, XXIV f. und bei Biagi, 165f., Nr. 145/vgl. D'Ancona,II, 154f.
Zu dem Lebenskraute der Schlangen, das uns fchon in den Noten zu unterm 3. Märchenbegegnet ift, findet man reiche Nachweife in Köhlers Anmerkungen zu Warnkes Ausgabeder La/s der Marie de France, 1885, CIV-CVII1, bei R. Baffet, Nouveaux contes ßerßeres,Paris, 1897, 321-324 und bei Bolte-Polivka, I, 128f. An allen drei Stellen wird in erfter Reihedie griechifche Glaukos-Sage herangezogen, obwohl es in ihren vermiedenen Verfionen nichtimmer eine Schlange ifr, durch deren Betragen die lebenfpendendc Kraft des Krautes entdecktwird, fondein auch — und dann ift Glaukos felber der Beobachter — ein Fifch oder ein Hafe.Immerhin dürfte die urfprünglichc Form jene fein, wo die Entdeckung des Krauts durch dievon einer Schlange gemachte Probe erfolgt. Noch heute ift es ja gerade die Schlange, die vielenNaturvölkern wenn fchon nicht immer für unlferblich, fo doch für befonders langlebig gilt:J. G. Frazer führt (GoCden Bougb, IX, 302f„ Tofb-Lore in tbe Obd Testament, I, 52f.,66f.> zahlreiche Erzählungen an, die alle fchildern, wie die Mcnfchen die Gabe der Unfterb-lichkeit zugunften der Schlangen, Eidechfen ufw., kurz der Tiere, die den Balg wedifeln, ein-gebüßt haben,- er hat überfehen, daß fich folche Sagen auch fchon im griechifchen Altertumfinden, fo in den K<o«po( von Sophokles (Opera, ed. R. F. Ph. Brunck, Straßburg, 1786, 11, 3,19f.) und bei Aelian, De nat. anim., I. VI, c. 51, wo eine lange Reihe älterer Bearbeitergenannt wird '), und daß auch der Pbyßofogos (c. 47, Peters, 79) behauptet, die Schlangenwürden durch das Abwerfen der alten Haut wieder jung. An anderer Stelle (Gofden Bougb,V, 186) kommt Frazer auf die Sage von dem lydifchen Heros Tylon oder Tylus zu fpredhen,den feine Schweftcr durch ein Kräutlein wiedererwedtt, deffen Wirkung fie bei der Wieder-erweckung einer Schlange durch eine andere beobachtet hat,- fchon dort fagt Frazer: »The ser-pent's aequaintance with the free of life in the garden of Eden perhaps belongs to the samecycle of stories«, und (liefe Meinung ift es, deren Bewährung das Kapitel 2 feiner Tofb'l oredient (vgl. noch E. Böklen, Adam undQain, 1907, 75t, und E. Küfter, Die Sdifange in dergrieSifcben Kunft und Refigion, 1913, 137).
Eine ähnliche Kenntnis des Lebenskrautes beweifen im Kliduc Mariens de France die
Wiefei/ daß diefe Anficht damals, wenigftens in England, allgemein verbreitet war, erhellt
aus 1. II, c. 123 in De naturis rerum fibri duo von Alexander Ncckam (cd. by T. H. Wright,
London, 1863, 201), wo es heißt:
Die Kraft der Pflanzen kennt das Wiefei durch die Belehrung der Natur, obwohl esnicht in Salerno ftudiert oder fich in den Schulen von Montpellier herumgefchlagen hat.So fehr verfteht es fich aber auf die Auslefe der Heilkräuter, daß es nach der Meinungder Unwiffenden feine Jungen wiederbelebt,- in Wirklichkeit verfteht es fie zu heilen, audiwenn fie fdiier auf den Tod verwundet find.
') Vgl. weiter Coelius Khodlgiuus cl.odovico Celio Rlchierl), Lectionum aiitiquarum liüri triginta<!. Ausg. 1516), Frankfurt und Leipzig, 1666, 1428, Joachimus Camerarius. Tadulae Aesopicac <1. Ausg. 1538>,Leipzig, 1570, 268 f. und das latetniiehe Gedicht von Oeorgius Sablnus in Otho Mclandcrs Jocorum atqueseriorum t. III-, Frankfurt, 1617, 103, Nr. 121 <nirht in den frohem Ausgaben).
239