unterfuchten Märdiengruppen gehäuft. W enn es erlaubt ift, eine Meinung auszufprechenohne daß fie durdi langwierige Beweife geftützt zu werden brauchte, fo möchte ich mich derAnficht Landaus, Que/Fen, 72 anfchließen, die die chriftliche Erzählung von dem für feinenHochmut durch zeitweilige Erniedrigung beftraften Könige ebenfo wie die parallele jüdifcheSafomo-Legende auf die biblifchc Gefdiichte von König Nebukadnezar in dem Budie Daniel,3, 31-4,34 zurückführt/der Zug, daß für die Dauer der Strafe ein höheres Wefen feinenLeib benützt, dürfte aus einer indifchen Tradition getloffen fein, jedoch nicht aus den Märchen,die Varnhagen herangezogen hat, fondern aus andern, deren Hauptvertreter das 78. Dscha-täka ilt <Dutoit, I, 314f., Chavannes, I, 372f., Nr. 106/ vgl. Günter, Buddßa, l58f.).
Zu dem ganzen Komplexe wären noch zu vergleichen Köhler, II, 207f., 584f., 250f.,zur Salomo-Legende Wünfche, Baßyf. Tafmud. II, 1, 183f., bin Gorion, Born, III, 47-57,291 f., Dschelaleddin Rami, Masnavi i md navi, ed. E. H. Whinfield, 2"J- ed., London 1898,178 und zu den chriltlidien Erzählungen im Allgemeinen das maltefifche Märchen beiß. Ilg,I, 16f., und das livifdie bei v. Löwis, 289f./ zu unferer FafTung, wo die Korrektur des Magni-ficat den Anftoß zu der Beftrafung des Königs bildet, vgl. man noch CatofRom, I, 763-765,III, 447, Nr.28<dicfes gegen Ende des 15. Jahrhunderts aufgezeichnete Exempel fdieint aufdas Gedicht von Jean de Conde zurückzugehen), K. Kümmel, Drei itidienifeße Profafegcndsn,Diff. 1906, 20f„ 42f. und Klapper, Erzäßftmgen, 259f., Nr. 34.
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»Mag/ii/icutwird nach dem Anfangsworte der prophetifche Jubeigefang genannt, welchendie allerfeligfte Jungfrau im Haufe des Priefters Zacharias anftimmte . . ., der von Lucasfpäter in. das Evangelium (1, 46-55) aufgenommen wurde und feitdem in der Kirche nichtmehr verklungen ift . . . Wie das Benediktus das Canticum der Laudes, fo ift das Magnificafdas Canticum der Vefper . ..« So Wetzers und Weites Kir&etifexifcon, VIII, 470f.
Dem hier wefentlichen Satz des Magnificat »Er hat die Gewaltigen von ihrem Sitzegeftoßen und die Niedrigen erhöht« famt feinen altteffamentlichen, rabbinifchen und griechilchenParallelen, der in vielen Volkserzählungen als Antwort auf die Rätfelfrage: »Was tut Gott?«erfcheint, hat Walter Anderfon in Nr. 42 der TT Communications, Helfinki, 1923, 200-215eine eingehende Unterfuchung gewidmet. I läufig werden die verderblidien Folgen gefchildert,die die Mißachtung diefes Satzes hervorruft/ f. Ekkehardi Minimi l.ißer de vita B. NotßeriBafßufi, c. 13 bei M. Goldaft, Rerum Afamannicarum Scriptores, ed. 3., 1730, I, 232f.<vgl. Bolte-Polivka, III, 218, n. 3), Petrus Damiani im Magnum Specufum exempforum,77f., Erasmus, Eccfesiastae sive de ratione concionandi fißri quatuor, Bafel, 1535, 322etc. etc. Schwere Vorwürfe bekam übrigens Erasmus felber wegen angeblicher Mißachtungund Änderung des Magnificat/ f. ColToquia jamifiaria, Abfchnitt Concio, 1828, II, 156f.und Opus Epistofarum, Oxford, 1906f., III, 544f. Mit deutlicher Beziehung auf folche Vor-fälle werden fchon in den Epistofae oßscurorum virorum, Ausg. Frankfurt 1599, 141 und149 jene verfpottef, die fofort mit dem Vorwurf zur Hand lind: »Volunt corrigere Magni-ficat«. Zu Melanthons Zeiten war daraus fdion ein Sprichwort geworden/ zunädift läßt ihnChriftoph Pezel in der Postiffa Mefantßoniana (Corp. Ref., XXV, 845) fagen: Est usitatareprehensio, quando aliquis sciolus reprehendit aliquid, quod non intelligit, et facit deterius,fofagt man: »Ille emendat Magnificat.« Das nun folgende Beifpiel, wo ein Ignorant undBeffer-wiffer im Magnificat anftatt »superbos« »super boves« lefen will, ficht auch bei Vendenhaimer(Corp. Ref., XX, 551) und bei Manlius, 439 (mit dem Schlußfatze: »Hoc est corrigere velleMagnificat«), danach bei M. C. Lundorff, Wißßadifcß Wifenßriinfein, Frankfurt, 1610f„
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