einerfeits auf Bar-Hebraeus, Nr. 378 <ed. Budge, 92) und auf das 21. Exemplo des CondeLiicanor (Knuff, 352, Chauvin, II, 153), andererfeits auf Langbein, Das Heiratsgut (IV ',119f.) zu verweifen. Heranziehen mag man auch noch eine Erzählung bei Philoftratus, IV, 3,wonach ApoIIonius von Tyana das Zwitfchern eines Sperlings feinen Genoffen dahin erklärthat, er melde den andern Spatzen, daß ein Knabe mit einem Maß Weizen geftürzt fei, wes-halb fie fich zu dem Schmaufe des verftreuten Weizens einfinden follten.
Diefelbe Kunftprobe legt nach Kardinal Bennos Buche De vita et gestis Hifdeßrandi(Bnde des 11. Jahrh.) der Erzbifchof Laurentius ab, der angeblich in der Magie der Schülerdes Papftes Sylvefrer II. und der Lehrer des Papftes Gregor VII. <HiIdebrand) gewefen ifr,-Gabriel Naude gibt in der Apofogiepour tous fesgrandspersonnagesgut ont este'faussementsoupponnez de Magie <1. Ausg. 1625), A la Haye, 1653,574 die Gefchichte, die er übrigensals eine Nachahmung der von ApoIIonius berichteten erkennt, fo wieder:
. . . il estoit fort expert 'S) bien entcnclu ä expliquer le chant des oyseaux, comme ilen fit un jour l'experience estant ä Roine devant quelques Prelats sur la rencontre for«tuite d'un petit moineau, lequel advertissoit les autres par son chant qu'il y avoit un chariotde bled qui estoit verse ä la porte Majeure, 'S) qu'ils avojent moyen de bien faire leurprofit.
Mit diefer Gefchifchte find wir zeitlich ganz nahe an unfer Märchen gerückt, das damalsficherlich nicht als folches empfunden worden ifr.
Bolte und Poli'vka geben reichliche Nachweife nicht nur zu den verfchiedenen Arten,wie die Kenntnis der Vogel- oder Tierfprache erworben, fondern auch wie fie verloren wird/es fei geftattet, hierzu noch eine merkwürdige Erzählung aus dem Buche De aßstinentia desNeuplatonikers Porphyrios <l. III, c. 3) anzuführen, die unmittelbar auf die eben erwähnteGefchichte von ApoIIonius folgt <Der Spatz ilt durch eine Sdiwalbe erfetzt):
Ein Freund von uns pflegte uns zu erzählen, er habe einen jungen Sklaven gehabt, derhabe trefflich verpfänden, was die Vögel redeten, die allefamt Wahrfager feien und baldbevorltehende Ereigniffe ankündigten ,■ feine Mutter aber habe ihn aus Furdit, er könntedem Könige als Gefchenk gefchickt werden, diefer Fähigkeit beraubt, indem fie ihm währendfeines Schlafes in die Ohren gepißt habe.
Auch die Beziehung diefer Gefchichte zu der unferen ifr nicht Ichwer herzuftellen.
35. Die erfülite Weisfagung. Nach der letzten Erzählung der in die Scaia cefiaufgenommenen Faffung der Sieße/i weifen Meifter: Scaia ceii, 95 b f. und Teftfcßr.f. Affr.HilTeßrandt, 79 f., vgl. Cloufton, BooßofSindißad, 348 f., Chauvin VIII, 193 f. und Campbell,Seven Sages. CXI) f,
Bolte und Poli'vka behandeln diefes Märchen famt feiner Nebenform, wo die Stelle derWeisfagung durch die Vögel ein Traum vertritt, zu dem 33. der Brüder Grimm (I, 322-325)und erinnern dabei an die biblifche Gefchichte von Jofephs bedeutungsvollen Träumen. Den-felben Zufammenhang ftellt audi H. Gunkel her (Genefis, 4. Aufl., 1917, 400 und DasMärcßen im Aft. Teft., 111, 123), und er könnte noch untejTtrichen werden durch den Hin-weis, daß Jofeph im Gegcnfatze zu der bihlifdien Gefdiichte, wo er die Träume nur feinenBrüdern erzählt (f. Gunkel, Genefis, 405), im Koran <12. Sure) undin den auf folchenTraditionenberuhenden Darftellungen bis zu Srivaras Katßaßäutufiam feinen einzigen Traum nur demVater berichtet. Beftünde aber diefer Zufammenhang wirklich — gegen ihn fpricht vor allemdie gänzlich verfchiedene Rolle des Vaters —, fo müßte der Traumtypus des Märchens älter
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