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Märchen des Mittelalters
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fein als der Weisfagungstypus/ nun find aber alle Fällungen, die den Traum einführen, erftin der jüngften Zeit aufgezeichnet, wogegen für die Priorität unfers Typus das hohe Alterfchon der literarifch fixierten Verfionen fpricht. Zudem wird in den Fällungen des Traumtypusder Held nich t fo fehr wegen feines Traumes verfolgt,wie wegen derWeigerung, ihn zu erzählen,die allerdings in der vermutlichen Heimat diefes Typus — man vergleiche die Variantenliftebei Bolte-Polivka — die Mißachtung eines felbftverftändlichen Gebotes darfteilt.

Ein gemeinfamer Urfprung diefer beiden Typen oder auch nur die Abhängigkeit desTraumtypus von dem Weisfagungstypus wird fich daher wohl fchwer nachweifen laffen/ eben-fowenig dürfte angefichts des Unterfdiieds in der Benutzung des Hauptmotivs als Urfprungdes Traumtypus die Jofephgefchichte in Betracht kommen.

Zu dem Weisfagungstypuswären außer den bei Bolte-Polivka gegebenenNachwcifungennoch zu nennen das 13. der Hundert neuen Märchen von Fr. v. Arnim, 1844, 83f. und dieSage von Papft Leo X. bei L. Stöber, Die Sagen des Effajfes, 1852, 71 f., zu dem Traum-typus J. G. v. Hahn, GrieS. undafßanef. MärSen, 1864, Nr. 45, Neudruck 1918, 1, 232f.<Mifchform>, Bergfträßer, 49f., Nr. 15 und Frobenius, Atfantfs, III, 202f., 247f. Den Zug,daß der Sohn verkündet, der Vater werde ihm noch einmal das Wafchbecken halten, hatLudw. Tieck in dem Tortunat (Pßantasus, V> verarbeitet.

36. Qberlißet. Nach Konrad Derrers Gefchichtenbudi, Nr. 37, a. a. O. 116.

Vgl. Bolte-Polivka, I, 546f., III, 454f., weiter noch Scafa ceß, 100b (»Refert Jacobusde Vitriaco . . .», aber weder bei Crane, noch bei Greven oder Frenken findet fich ein ähn-liches Märlein), M. Beroalde de Verville, Le Moyen de parvenir, LI, Ausg. Paris, 1841,171 = Le Tomßeau de fa mefancofie <1625>, Paris, 1639, 57f. = D'Ouville, I, 196f. undPeuckert, SSfefifSe Sagen, 40, 293.

37. Scharffinnsproben. Nach der 1. Novelle Sercambis in der Ausgabe Reniers, 9f.Diefes Märchen ift eine merkwürdige Verquickung zweier Motivgruppen, die aber in

der arabifchen Märchenliteratur und den von ihr abhängigen Volksüberlieferungen eine großeZahl von freilich oft ftark abweichenden Parallelen hat: meiftens handelt es fich um drei Brüder,die fich, weil fie fich über die Erbfchaft nach ihrem Vater nicht einigen können oder weil fie den,der das Erbe beifeite gefdiafft hat, entdecken wollen, zu einem Schiedsrichter begeben und aufdem Wege zu ihm und fdiließlich vor ihm Proben ihres Scharffinns ablegen/ erheblichereAbweichungen bietet dann, foweit die einzelnen Fällungen auch diefen Zug enthalten, dieArt, wie fich der gewählte Richter jene Klarheit über den Charakter der Streitenden verfchafft,die ihm das Urteil ermöglicht. Die reiche Literatur darüber verzeichnet Chauvin, VII, 158/zu nennen wären dort nach Dracott, Simfa VilTage Tafes, 115 f., Erzherzog Ludwig Salvator,MärSen aus Madorca, 1896, 95f. und Frobenius, Atfantis, VIII, 98f.

Natürlich befaßt fich Chauvin ausführlich auch <160-163> mit den Scharffinnsprobenan fich und in andern Verbindungen/ leider ift ihm Fr. v. d. Leyens Exkurs in den MärSenin den Götterfagen der Edda, 1899, 71-79 unbekannt geblieben, der wieder keine Rückfichtauf Boltes Noten zu der Reife der Söhne Giaffers, 198-202 nimmt. Seither ift als Gegenftückzu der Befchreibung des Kamels eine mindeftens aus den erften Jahrhunderten unferer Zeit-rechnung ftammende indilche Erzählung durch ihre chinefifche Überfetzung bekannt geworden,-

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