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Märchen des Mittelalters
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Sonne brannte auf ihn nieder, zu faul gewefen, aufzugehen und fich aus der Sonne weg Inden Schatten zu legen.

Zu der dritten Probe ftimmt eine Anfpielung in der Predigt Geilers über das ebengenannte Kapitel des Narrenfcßiffs (Scheibles Kfofier, I, 737). Dasfelbe wie das 94. Avadanabei St. Julien, das Bolte-Poli'vka hier anziehen, erzählt auch das 307. Stück bei Chavannes,II, 212/ Varianten dazu gibt Hertel, Ein aftindifdes Narrenßucß, 1922, 46.

Die zweite Probe könnte man ob ihrer Bizarrerie für eine Erfindung des urfprünglichenErzählers halten/ dem ilt aber nicht fo, fondern fie fcheint auf einer Art Gefellfchaffsfpiel zuberuhen, das nach Athenaios <I. IV, c. 42> bei den Thrakern im Schwange war:

Bei ihren Feltgelagen pflegten fie untereinander zu lofen: der, den das Los traf, mußte miteinem gekrümmten Mefier in der Hand auf einen Stein Iteigen und den Kopf in eine darüberangebrachte Schlinge Hecken/ dann wurde der Stein weggefchoben, und er hatte nun denStrick mit dem Meiler zu durchfchneiden. Gelang es ihm, fo war er gerettet/ gelang esihm nicht, fo mußte er in der Schlinge Herben, und feine Todeszuckungen wurden von denandern fröhlich belacht.

Dazu vgl. man J. Grimm, Kfeinere Schriften, 1864f., VII, 259f., weiter Rochholz,Scßweizerfagen, II, 46.

Andere Faulheitsproben geben das276. und das 277.Epigramm der Antßofogia Graeca.

22. Jefus als Eheftifter. Nach dem Tofdotß Jescßu in der nicht vor dem 13. Jahr-hundert abgefaßten Verfion der Historia Jescßuae Nazareni, ed. a. Joh. Jac. Huldrico,Leyden, 1705, 48 ff., deutfch bei R. Clemens, De geßeimgeßaftenen oder fogenannten apo-ßrypßifcßen Evangeiien, 1850, V, 90 f.

Diefe Legende oder, wenn man will, diefes Schwankmärchen hat durch die BearbeitungHans Sachsens (als Meiftergefang 1547, als Spruchgedicht zehn Jahre fpäter/ f. Goetze-Drefcher,IV, 241 und I, 485, vgl. auch II, XVII und IV, VIII), auf der die Nr. 43 in Val. SchumannsNacßtßüdifein <1559> beruht, Eingang in die deutfche Volksliteratur gefunden/ einflußlos ilthingegen die Parallelerzählung in dem 354. der 75o Teutfcßen Sprießwörter Joh. Agricolasgeblieben — hier ilt die Magd faul und der Knecht fleißig —, auf deren Verwandtfchaft mitdem Gedichte Hans Sachsens fchon Jacob Grimm in der Einleitung zu der Deutfcßen Mytßo-fogie <4. Ausg. I, XXXII) hingewiefen hat. Der Nürnberger hat, wie die Vergleichung mit derVerfion des Tofdotß zeigt, die Oberlieferung treuer bewahrt.

Seine ftofFgefchichtlichen Nachweifungen zu Schumann hat J. Bolte in feiner Ausgabe vonJakob Freys GartengefeiTfcßafi, 1896, 285 und an den oben genannten Stellen bei Goetze-Drefcher ergänzt/ zu erwähnen wären noch Euch. Eyering, Proverßiorum Copia, Eisleben,1601, II, 574, A.F.E. Langbeins Gedicht Die Wegweifer (Sämmtfiche Gedicßte, 1854, III,243), L. Aurbacher, Ein Vottsßücßfein, Reclam-Ausg., I, 65, H. Merkens, I, 67, die inder ZW, XIX, 325 und XXV, 413 erwähnten Fällungen aus Norwegen und Serbien unddie finnifchen in TTComm., XXV, 49. Intereflant ilt, daß noch 1671 der Jefuitenpater CarloCasalicchio (L'utife eofdofee, Ausg. Venezia, 1708,105) in dem »bellissimo apologo« Jefusdurch Jupiter, den hl. Petrus durch Merkur erfetzen zu mülfen geglaubt hat.

23. Das Paar auf dem Birnbaum. NadieinerErzählungderzuNr.l2genanntenFlorentiner Handfchrift, zum erlten Male gedruckt in den von P. Ferrato herausgegebenen Due

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