von feinen Wünfchen ab. Eine amharifche Verfion hat C. Meinhof, AfrißanifSe Mär&en,297 f. abgedruckt.
Zu diefer Gruppe gehört auch die 5. Novelle des 1, Tages in Boccaccios DeRameron,aber auch ein noch unveröffentlichtes Exempel in jenem fchon zu unferm 12. Märchen erwähntenManufkript Royaf 15 D. v des British Mufeums, das aus dem 15. Jahrhundert ftammt, beideffen meiften Erzählungen aber ein höheres Alter nachgewiefen werden kann.
Hier bekehrt die Heldin einen Ritter, indem fie ihm nur mit Knoblauch gewürzte Gerichtevorfetzt/ fie fagt: »Wahrhaftig, Herr Ritter, fo habe ich getan, um Euch Euere Torheitzu zeigen/ denn wenn es auch mehrerlei Frauen gibt, haben fie doch alle denfelben Ge-fchmack, weil fie alle nach Knoblauch fchmecken (toutesvoyes sentent elles toutes unesaveur, car elles sentent toutes aux aulx>. Und das fage ich Euch, weil Ihr Euere fchönewackere Frau habt, die Euch genügen muß, wenn Ihr klug feid. Übrigens fchmeckt einemBlinden eine häßliche Frau ebenfo wie eine fchöne <car autant a saveur une laide femmea ung aveugle comme une belle).«!
Näher an Boccaccios Novelle fchließt lieh, obwohl hier der lockere Ehemann von dereigenen Frau zur Treue zurückgeführt wird, das 12. der zuerft 1523 erfchienenen Proverßiiinfacetie von Antonio Cornazano (Neudruck Bologna, 1865, 77 f.) / die Gerichte fchmeckenalle verfchieden, aber hergeftellt find fie alle aus demfelben Grundftoffe, nämlich aus Bohnen.Diefe Fällungen erinnern mehr als die der Sießen Vezire ufw., wo nur das Ausfehen, nichtaber auch der Gefchmack verfchieden ift, an eine Stelle bei Livius <1. XXXV, c. 49), wo TitusQuinctius erzählt, er habe einmal mit andern bei einem Freunde in Chalkis verfchiedeneGattungen Wildbret zu eilen geglaubt, die aber alle aus gewürztem Schweinefleifch beftandenhätten/ und Quinctius fährt fort,fbenfo verhalte es lieh mit den Soldaten, die Antiochos untermancherlei Namen anführe, die aber allefamt nur Syrer feien (ebenfo Plutarch, Apophtheg-mata, Titus Quinctius). Setzen wir anftatt der Soldaten des Antiochos allgemein die Frauenein, fo haben wir den ganzen Gedankengang diefer Erzählungsreihe '), die ja, wie wir gefehenhaben, eine jüngere Form darfteilt.
Einigermaßen trockener ift ein Predigtmärlein bei Johannes de Bromyard, Summa
praedicantium, Bafel, etwa 1479, lit. M, XI, 102:
Hier verlangt die Frau, ihr Liebhaber folle einige Tage lang trachten, bei dem Sterbenvon Menfchen anwefend zu fein. Als er nach einiger Zeit wiederkehrt, Tagte er zu ihr:»Nun kannlt du ruhig meinen Willen tun/ denn der ift, daß wir beide in Keufchheit leben.Und diefe Lehre habe ich gelernt und erfaßt in dem Buche der Toten, zu denen du michgefchickt halt/ dort habe ich gelernt und erfaßt, daß ihnen von ihren kurzen Ergötzungennichts geblieben ift als die ewige Strafe.«
Joh. Pauli, der diefes Märlein in feinen ScßimpfunJErnfi aufgenommen hat (Nr. 265/f. Boltes Noten), macht aus den »aliquot dies« feiner Vorlage »ein jar lang«. Ebenfo kehrtnatürlich das Jahr in den drei Bearbeitungen Hans Sachsens wieder.
Anders macht es eine vornehme Franzöfin in einem Märlein des Ms. lat. 16481 derParifer Nationalbibliothek <A. Lecoy de Ia Marche L'Esprit de nos a'ieux, 282f.) mit demarmen Studenten, der fich in fie verliebt hat:
Zuerft verlangt fie, er möge den Magiftergrad erwerben, nach dielen vier oder fünfJahren foll er Arzt werden, dann noch die Rechte und fchließlich auch Theologie ftudieren,-als er alles nach ihren Wünfchen getan, fordert fie von ihm die Angabe einer Buchftelle,die ihr erlauben würde, ihm feinen Willen zu tun. Nun erft verzichtet er,
') Zu dem gegenteiligen Zwecke, nämlidi um zu beweifen, daß derWedifcl der Geliebten etwas Natür-liches fei, läßt in der 10. der Cent Nouvelles nouvcltes <La Fontaine, Pate d'anguitte, etc.) ein vornehmerHerr dem mit feinem ehcbrecherifchei) Wandel nicht einverltandcnen Diener einige Tage lang nur Aalpaltetcnvorfetzen.
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