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Märchen des Mittelalters
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Zu diefem Märchen vgl. außer Hilkas Noten noch Köhler, II, 393-399, Chauvin, V,217f., A. L. Jellinek im Euphorion, IX, 163 und Bolte-Polivka, III, 449f., weiter CatofRom,III, 563, Nr. 46 und A. Bricteux, Contes persans, 38f. Nach Meons Text ift das Märchenbearbeitet bei E. Tegethoff, I, 109f.

16. Saladins Bekehrung. Nach dem 50. Exempel des Lißro de Cos Enxiempfosvon Juan Manuel, aus dem NachlalTe von H. Knult herausgegeben von A. Birch-Hirfchfeld,1900,229f.mitBenüt2ungderEichendorfffchenÜberfetzung, 1843,172f./vgl.Chauvin, II, 161.

Diefe Erzählung gehört zu einer langen Reihe, deren einzelne Glieder den Zug gemein«fam haben, daß die verfuchte Frau ihrem Werber die Verwerflichkeit oder Unklugheit feinesVerlangens klar macht. In ihrer anfcheinend ältelten Form findet fie fich in verfchiedenen orien-talifdien Verfionen der Sießen weifen Meißer, fo in dem (tyri[<hen)Stndhan (hg. v. F. Baethgen,1879, 4 f.), in dem (perfifchen) Sindißad Nameh (W. A. Clouston, The Booß ofSindißad,1884, 80f.>, in dem (hebräifchen) Miscßfe Sindßad(hg. v. P. Caflel, 3. Aufl. 1891, 261 f.>, indem auf eine jüdifche Quellezurückgehenden lateinifchen Texte der Historiaseptem sapientum,den A. Hilka 1912 aus einer Berliner Handfchrift herausgegeben hat, dann auch in JüngernTexten von Jool Nadt (Chauvin, VII, 120f.>. In allen diefen Fallungen übergibt dieFrau dem ihr nachbellenden Könige, den fie auf eine kurze Zeit allein läßt, ein Buch, unddeffen Mahnungen bewirken, daß er feinen böfen Vorfatz fahren läßt. Hierher gehört aucheine moderne jüdifche Gefchichte bei bin Gorion, Born Judas, 1, 354f„ 364.

In einer Erzählung, die Cardonne aus der türkifchen Sammlung 'Adscßä' ißu-'f-Ma''äsir überfetzt hat (deutfche Ausgabe 1787, 5f.) vertreten die Stelle des Buches zwei Verfedes Inhalts: Der Löwe verachtet, was der Wolf übrig gelaffen hat, und Er trinkt nicht auseinem Bache, den der Hund befudelt hat/ in der Quelle des türkifchen Erzählers, al AbfchihisMostapraf (trad. par G. Rat, Paris, 1899f„ I. 141 f.), die zugleich die Quelle für die beiChauvin, VII, 121 f. befprodienc Erzählung ift, befagen die Verfe: Wenn fich die Fliegen aufein Gericht fetzen, fo laffe ich, auch wenn ich Hunger habe, die Hand von der Schüffel, DieLöwen trinken nicht, wovon die Hunde gelappt haben, und Der Edle tritt nicht in Wettbewerbmit dem Tölpel. In diefen Fällungen hat der König den Gegenftand feines Begehrens ebenfowie David die Frau Urias von dem Dache feines Palaltes aus erblickt.

Neben dem Buche wendet die Frau manchmal noch ein andres Oberzeugungsmittel an:fo in den arabifchen Sießen Veziren <Clouston, I. c, 144f,- Chauvin, VIII, 35>, wo fie demKönige neunundneunzig Gerichte vorfetzt, alle verfchiedenfarbig, aber alle einunddesfelbenGefchmacks, und auf feine verwunderte Frage antwortet: »In deinem Harem halt du neun-undneunzig Mädchen von verfchiedenerGeftalt und Art, alle aber geben nur eine Art Genuß«/ebenfo, bloß daß es nur achtzig gleichfchmeckende Speifen find, bei Chauvin, VII, 122f. Aufdie gleiche Weife, aber ohne Verwendung eines Buches, entledigt fich in einem indifchen Volks-fchaufpiel die keufche Miniltersgattin des um fie buhlenden Radschas Rasalü <R. C. Temple,LegendsofthePanjaß, London, 1847f., I,243f.) und in eineralten fyrifch-arabifchen Gefchichte(Literatur bei A. C. Lee, The Decameron, London, 1909, 19) Jefus Siradis Weib Aphikiades Königs Salomo/ diefen bringt auf ähnliche Weise in einer modernen jüdifchen Erzählung,die anfonften zu dem von Bolte-Polivka, IN, 530f. befprochcnen Typus des 69. Stücks derGesta Romanoruin gehört (bin Gorion, Born, III, 109f., 296), die Frau eines Zimmermanns14

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