vierzehnten Jahrhundert entflammenden Florentiner Kodex herausgegeben hat/ es iß unterden andern Erzählungen diefer Handfchrift abgedruckt bei Giov. Papanti, Catafogo deinovelfieriin prosa, Livorno, 1871, 1, XXXVIII f. und dann bei Guido Biagi, Le novetTe antiSe,Firenze, 1880, 190f./ vgl. D'Ancona, Studj di critica e storia fetteraria, 2=" ed., Bologna,1912, II, 156f.
Diefes Märchen, delTen Verwandtfchaff mit der Tobia-Legende feit dem Erfdieinen vonSimrodks Buch Der gute Gerhard und die danßßaren Toten <1856> nicht mehr beftritten wird,ift nach feinem Grundzug, dem verweigerten Begräbnis, eine uralte Rechtslage <G. Huet inder RTP, XXIV, 305f.>. Die ausführlichfte Unterfuchung findet man bei Bolte-Polivka, III,490-517, die fchlechterdings alles damals Erreichbare heranzieht. Von fpätern Publikationenfei nur erwähnt Hermann Gunkel, Das MärSen im Alten Teftament, Y}2\, 90-93 mit demSchlußfatz: »Für den Märchenforfcher aber ift bedeutfam, daß das Märchen Anderfens vomReifekameraden in dem befprochenen wichtigften Zuge (daß der Helfer der Tote felber, nichtaber ein Engel Gottes ift) eine ältere Form zeigt als die biblifche Legende, die um zwei Jahr-taufende älter ift.« Das Märchen ift in der ganzen alten Welt verbreitet, nur nicht in Indien,wo ihm die Leichenverbrennung, die fich ja bis heute erhalten hat, im Wege fteht.
Aus Büchern, die nach der Veröffentlichung der Anmerkungen Bolte-Poli'vkas erfchienenfind, fei auf folgende Parallelen aufmerkfam gemacht: A. v. Löwis, Tinni/Se und efinifSeVoKsmärSen, 72f., Nr. 22,103 f., Nr. 35 <beide finnifch), V. Tille, VerzeiSnis derßößmifSenMärSen <= TT Communications Nr. 34>, 210f., Maxim. Lambertz, Afßani/Se MärSen,1922, 209f„ H. Schmidt und P. Kahle, Vottserzäßfungen aus Pafäftina, 1918, 84f., Nr.34,90f., Nr. 35, D. L. R. Lorimer und E. O. Lorimer, Persian TaCes, London, 1919, 169f.,P. Hambruch, MafaiifSe MärSen, 144f., Nr. 43 und bin Gorion, Born, V, 76f„ 299, VI,224f., 316/ ebendort, I, 31 eine Übertragung eines der von M. Gaffer herausgegebenenhebräifchen Texte des Tobit-Buches <f. M. Löhr bei E. Kautzfch, Die Apoßrypßen undPfeudepigrapßen des Aften Tcftaments, 1900, 1, 136) und 37f. eine Überfetzung der Verlionvon Jofeph bin Sabara (f. auch 348 f.>.
Daß die Rolle des Fifchcs in dem Tobit-Buch auch außerhalb der Blindenheilung nichtunwefentlich ift, darauf haben M. Plath, TßeofogifSe Studien und Kritiken, LXXIV, 377 f.und H. Schmidt, Jona, 1907, 167f. aufmerkfam gemacht/ geradezu die Stelle des dankbarenToten nimmt er nun ein in dem fiebzehnten der Neuaramäi/Sen MärSen Bergfträßers <55f.>und in dem perfifchen Märchenroman von den drei Derwifchen, den Reuben Levy 1923 ausdem Manuf kript Oufefey 389 der Bodleiana überfetzt hat (Tße tßree Dervisßes and'otfierPersian Tafes, Oxford Univ. Press, 11 f.).
Schließlich fei noch ein bisher unveröffentlichtes Märlein mitgeteilt aus dem im CatofRom,
III, 441 f. befchriebenen Manuf kript Royaf 15D. V des British Museums, das in franzöfifcher
Sprache gefchrieben ift und aus dem fpäten 15. Jahrhundert ftammt:
Exempel zur Exkommunikation.
Eine Edeldame, die eine große Herrfchaft befaß, ließ auf den Rat ihrer Leute eine Tjoftausrufen, um den, der die Ehre des Tages haben werde, zum Gatten zu nehmen, auf daßfie einen wackern, weidlidien Ritter habe, der ihr Land verteidigen und bewahren könne.Viele Edelleute zogen hin, und unter ihnen war auch einer, der herbergte eines Nachtsin dem Haufe eines Schufters, und der Schuftcr war vor kurzem geftorben und lag nochauf der Bahre. Der Ritter fragte, warum man ihn fo laffe, anftatt ihn zu begraben, undfeine Freunde Tagten, er fei exkommuniziert und habe nicht Geld genug gehabt, um fichlosfprechen laffen zu können. Von Erbarmen gerührt, ließ der Ritter fein Pferd verkaufen,auf dem er hätte tjoftieren follen, und ließ feinen Wirt losfprechen und zur Erde beftatten.
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