Der Zug, daß das Weib von dem Teufel Schuhe erhält, ift ficher nicht zufällig, fondernhängt wohl mit dem Brauche zufammen, dem Mädchen bei der Verlobung Schuhe zu fchenken<Jac. Grimm, Deutfiße ReStsaftertßümer, 4. Aufl., 1899, I, 214f./ P. Sartori in der ZW,IV, 166f.)/ diefe Meinung könnte eine Schnurre der Mensa pßifosopßica ftützen <1508, 41 b/1602, 233 f.), wo an die Stelle der Schuhe Pelze treten, die gleichfalls als Morgengabe dienten(Grimm, a. a. O., I, 592, 612, 619). Ein Märchen Straparolas erzählt von einer Frau, die inihrer Jugend von jedem Liebhaber ein Paar Schuhe verlangt/ alt geworden, gibt fie fie alsBelohnung ab <f. das gegen Ende der Anmerkung zu unserm erften Märchen erwähnteExempel Jakobs von Vitry mit den dort gegebenen Nachweifungen).
Zu dem Sprichwort »Wo der Teufel nicht hin kann, fchickt er <einen Mönch oder) einaltes Weib« vgl. J. Bolte zu Valentin Schumanns NaStßücßfein, 1893,402 und Knuft a. a. O.395f./ ergänzungsweife feien noch genannt: Epistofae oßscurorum virorum, Frankfurt,1599,334, Derungari/de Simpficifßmus, Neudruck 1923,70<J.G.Schmidt), DiegefiriegeCteRodien-Pßifosopßie. Chemnitz, 1718, 1, 99, Wander, V, 13, Nr. 305,16, Nr. 350, 31, Nr. 701und W. St. Karadfchitfch, VoKsmätSen der Serßen, 1854, 276.
Zu dem Liebeszauber, den die Vettel mit den Haaren des Mannes angeblich vorhat,vergleiche man außer Knuft, 386 das folgende Märlein.
6. Liebeszauber. Nach einem nicht lange vor 1500 niedergefchriebenen Predigt-märlein des Franziskaners Oswald Pelbart, abgedruckt bei L. Katöna, Temesväri Pefßdrtpefdäi, Budapeft, 1902, 59/ die nidit mitüberfetzte Einleitung lautet: Exemplum conso»latorium pro excitatione dormitantium narratur.
Über die Benutzung des Haares als Teil einer Perfon, um <ihr Schaden anzutun oder)
fie zur Liebe zu zwingen, vgl. J. G. Frazer, Tfie Gofden Bougfi, 3 rd ed., London, 1911 f.,
III, 267f., hauptfächlich die 270, n.2 genannte Literatur, die auch auf die Parallelerzählung
bei Apuleius verweilt/ zu diefer A. Abt, Die Apofogie des Ap. v. Madaura, 1908, 182,
weiter P.Wendland, Defaßettis aittiguis, 1911, 16 f., wo fie mit einem Hiltördien der Legende
des hl. Luanus oder Lugidus {Acta Sanctorum, Auguftus, I, 348) zufammengeltellt wird.
Natürlich hat die Apuleifche Erzählung, die Anatole France in der Infef der Pinguine mit
der Lokalifierung in Madaura dem hl. Auguftinus in den Mund legt, eine große Zahl von
Nadiahmungen und Gegenftücken/ f. die Nachweife Köhlers, II, 623 f. und J. Boltes zu Pauli,
Nr. 150 (diefes Kapitel geht auf Pelbarts Exempel zurück) und Nr. 717. Trauriger als bei
Pelbart geht die Gefchichte aus in einem Märlein der noch dem 13. Jahrhundert angehörenden
Handfchrift Royaf7D.I, das Märlein <62a f.) lautet in Überfetzung:
Von fleifchlidier Begierde getrieben, verfuchte ein Magifter durch Zauberkunlt ein Weibzu verführen, daß fie fich feiner Luft füge. Als er fich dann Haare von ihrem Kopfe odereinem andern Teile ihres Körpers verfchafft zu haben glaubte, wurde er, der das unwilTendeWeib zu betrügen vermeinte, nach Gottes gerechtem Ratfchluß felber wunderfam betro»gen. Die Haare, nämlich die, die er, in dem Glauben, fie feien die ihrigen, mit zauberifdienBefprechungen befchwor, waren Haare eines Bären, und liehe, in der Nacht kam der böfeGeift in Bärengelialt und fiel über den Elenden her und tötete ihn.
Einen gekürzten Auszug diefes Exempels gibt die Handfchrift Har/ey 2385 {Catof*Rom, III, 524, Nr. 67, 479, Nr. 9).
Zu Pauli, Nr. 717 wären noch zu erwähnen das Epigramm Seb. Scheffers Monacßi,pueffufae insidiantis fraus efusa egregie (Poemata, Frankfurt, 1572, 117a>, eine Schnurrebei Diego Hurtado de Mendoza, Sermon de Afßujarrota, con fas gfosas <A. Paz y Melia,
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