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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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Yayati und Puru (Maßäßßärata, I, 84, 85, bei Jacobi, 1903,11 f.,- Winternitz I, 322f., 453)verglichen/ dasfelbe wie Somadeva aber erzählt von denfelben Perfonen auch fdion dasMaßäßßärata, I, 8-9 <Jacobi, 4/ Winternitz, I, 332 f., überfetzt bei J.J.Meyer, Das Weißim aftind/ßßen Epos, 1915, 214f.). Somadeva verwendet das Motiv noch einmal <II. 493),doch ift es hier ein Mädchen, das die Hallte ihres Lebens dem Geliebten fchenkt, der in einerfrühern Exiftenz ihr Gatte war. Weiter tritt in einer der Vetala-Erzählungen, die Ksemendrain feine Brßatftatßämaujarl aufgenommen hat <1X, 20, v. 975-1012), ein Brahmane feinervon einer Sdilange gebiffenen Gattin die Hälfte feiner ihm noch zuftehenden Lebenszeit aboffenbar eine Reminifzenz an die zweite der foeben aus dem Maßäßßärata zitierten Sagen,und fo kehrt die Gefchichte auch in einer auf Ksemendra beruhenden Profahandfchrift derVetäfapancavimsatikä wieder <deutfch von Heinrich Uhle, 1924,176)/ alle andernVerfionender Vetäfapaiicavinisatifiä, auch die Somadevas, entbehren diefer auch bei Ksemendra nichtwefentlichen Epifode.

In der 14. Gefchichte der von Aug. Bricteux aus einem Berliner Manufkript heraus-gegebenen Contes persans. Liege, 1910, 497f. ift es der Oheim des Bräutigams, der mitdiefem und der gleichfalls toten Braut die ihm noch zuftehenden neunzig Lebensjahre teilt<in der Parallelerzählung bei bin Gorion, Born Judas, VI, 205f. fehlt diefer Zug)/ in einemVolkslied von Trapezunt (Bernh. Schmidt, Griediifdje Märcßen, Sagen und Vofßsßeder,1877, 37) ift es wieder die Braut, die die Hälfte ihres Lebens dem Bräutigam abtritt, defTenEltern diefes Anfinnen abgelehnt haben <vgl. dazu die von B. Chalatianz in der ZW, XIX,368 f. mitgeteilte armenifdie Legende und die Erzählung des Marzßän-nämeß in der ZDMG,LH, 380).

Nennenswert ift auch vielleicht, obwohl ganz weit abftehend, eine rabbinifdie, aber auchvon den Mohammedanern übernommene Tradition, wonach Adam fiebzig Jahre feines Lebensan David verfchenkt hat <bin Gorion, Die Sagen der Juden [I], Von der Urzeit, 253, 257,375 und 382/ W. A. Clouston, Tfoivers front a Persian Garden, London, 1890, 193f.>,desgleichen die Fabel bei Babrius, rec. O. Crufius, 65 f., Nr. 74 und in den Taßtdae Aesopicae,rec. C. Halm, 86 f., Nr. 173 und 173b: Roß, Rind und Hund befchenken den Menfdien, derihnen Obdadi und Nahrung gibt, mit einem Teil ihrer Lebensjahre.

Eine parodiftifche Verarbeitung des Motivs bietet eine Schnurre bei Melchor de SantaCruz, Tforesta espanofa <1. Ausg. 1574), Medina del Campo, 1598, 236b:

Ein Schreiber pflegt zu feinem Herrn zu lagen: »Gott möge von meinen Tagen nehmenund lie zu denen von Ew. Gnaden fügen I« Als fie lieh einmal im Schnee verirrt haben undkein Nachtquartier finden können, fagt er: »Das find die Tage, die ich gemeint habe, daßfie mir Gott nehmen und zu denen von Ew. Gnaden fügen möge.«

Zudem Ausrufe der Wiedererweckten: »Wie habe ich fo lange gefdilafen?« liehen reich-liche Nachweife bei Köhler, I, 555f. Hier Ergänzungen geben zu wollen, wäre ein müßigesBeginnen/ erwähnt feien nur nach Herrn. Oldenbergs Ichönem pofthumem Buche DasMaßäßßärata, 1922, 65 die erften Worte, die Savitris Gatte nadi feiner durch fie bewirktenRückkehr zum Leben fpricht:

Gar langen Schlaf hab ich getan. Warum haft du mich nicht geweckt?und ihre Antwort:

Gar langen Schlaf haft du getan in meinem Schoß, du hoher Mann.Gegangen ift der Hochheilgc, der Tod, der Allbezwingende.Ausgeruht bift du, Glückfeiger, der Schlaf entwich, o Königsfohn.

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