Druckschrift 
Märchen des Mittelalters
Entstehung
Seite
188
Einzelbild herunterladen
 

Radfchafthani-Überfetzung eines fonft unbekannten Sanskrittextes der Sußasaptati, dieJoh. Hertel in feinen Indifdien MärSen, 1921, 322f. mitgeteilt hat. Eine Parallele zu dervon Bolte angezogenen Gelchidite der andern Sufiasaptati-1 'exte lieht im Katßäratnä-ßara, I, 21 f.

Zu dem SchlufTe unfers Märdiens, daß der durch das Mittel eines unterirdifchen Gangesgetäufdite Gatte feine Frau ihrem Liebhaber vermählt, vgl. Boltes Noten zu der Reife derSößne Giaffers, 218f., Köhler, I, 393f. und III, 162, Chauvin, V, 212f., VIII, 95f. und 193,Bolte-Poh'vka, I, 46 n., Clouston, Tße Book ofSindißäd, 343f Killis Campbell zu feinerNeuausgabe der Seven Sages ofRome, 1907, ClXf., A. Hilka, Historia Septem Sapientum,I, 1912, XlXf., Arthur Chriftenfen, Contespersans en ianguepopufaire, Kopenhagen, 1918,115f. zu 111 und Paul Herrmann, Die Hefdenfagen des Saxo Grammaticus, 1922, 338.

Im Anfchlufre an ein Märdien, dem wir bei dem nädiften Studie unferer Sammlungbegegnen werden, findet fich eine Parallele zu diefem bei Frobenius, Atfantis, I, 137 f./ hierendigt die Gefchichte mit dem Tode der Ungetreuen, und dies erfolgt auch bei J. HintonKnowles, Toffi-Ta/'es of Kasfimir, London, 1893, 227f. <deutfch bei G. Jungbauer, MärSenaus Turfieftan und Tibet, 1923, 210 f.). Merkwürdigerweife nirgends zitiert ift das zu denandern europäifdienVerfionen ftimmende Märchen Traum um Traum bei Eduard von Bülow,Jaßrßudi der Noveden und Erzäßfungen, 1840, 177-221.

3. Die verfchenkten Lebensjahre. Nach der Verserzählung bei A. v. Keller,Erzäßfungen aus aitdeutfeßen Hancfßjrifien, 1855, 372f. mit Bedachtnahme auf die vonBolte in der ZW, XIII, 149f. mitgeteilten Abweichungen einer Wiesbadener Handfchrift.

Das aus dem 14. Jahrhundert flammende Märchen gehört zu dem von Gafton Paris inder ZW, XIII, 1-24, 129-160 ausführlich unterfuchten Erzählungskreife, der von Bolte-Poli'vka, I, 129 f. felbftverftändlich zu dem Märchen Die drei Sdifangenßfätter geftellt wird.

Alsältefte erhalteneForm derErzählung betrachtet G.Paris die Fällung im 193.Dschataka

<Dutoit, II, 136f.):

Sieben von ihrem Vater vertriebene Königsföhne kommen in eine Wildnis. AusNahrungsmangel töten nacheinander fechs von ihnen ihre Frauen. Derfiebente und ältefte legt famt feiner Frau ftets die Hälfte des erhaltenen Fleifchanteilszurüde, und damit befriedigt er die Brüder auch am fiebenten Tage. Dann^ entflieht er mitfeiner Frau, und als fie Dürft leidet, läßt er fie von feinem Blute trinken. Schließlich bauenfie lieh an der Ganga eine Einfiedelei. Später nimmt er aus Mitleid einen durchaus ver-ftümmelten Räuber auf/ in diefen verliebt fich die Frau und treibt Unzucht mit ihm. Umfich des Gatten zu entledigen, gibt fie ein Opfer vor, das fie auf einem Berge darbringenwolle, und dabei ftößt lie ihn hinab. Er wird, da er an einer Baumkrone hängen gebliebenift, gerettet/ er kehrt heim und übernimmt das väterliche Reich in Benares. Die Frauwandert inzwifchen, den Verftümmelten auf dem Rücken tragend, herum und erzählt, erfei ihr Vetter und Gatte. Allenthalben reich befchenkt, begibt fie fich fdiließlich, nachdemfie ihren Geliebten in einen Korb getan und fich diefen aufs Haupt gefetzt hat, nachBenares, um von der allgemein gerühmten Freigebigkeit des jungen Königs Nutzen zuziehen. Es folgt Überführung und Landesverweifung.

M. Winternitz (Gefdiicßte der indifdien Literatur, 1909f., II, 104) vergleicht dazu die12. Erzählung in der Sammlung von Chavannes, die aus dem wieder von Seng-huei über-fetzten Lieu tu tsiRing ftammt <I, 49f.)/ hier aber hat die Frau keine befonderc Dankesfchuldan ihren Gatten, und die Parallele erftrerkt fich nur auf den mit dem Auftreten des ver-ftümmelten Verbrechers beginnenden Sdilußteil. Ein befferesGegenftück bietet die 31.Erzählungbei Chavannes, die derfelben Quelle entftammt (I, 111 f.):

188