Hauptzuge, findet lieh, was Cosquin freilich noch nicht willen konnte, eine Parallele unter dendurch Seng-huei erhalten gebliebenen indilchen Gefchichten/ mitgeteilt hat fie Chavannes inden Ci'ng cents conles et apofogues extraits du Tripipaßa cßinois, Paris, 1910f., I, 377f.,Nr. 109 <die früher erwähnte ift ebendort, 374f. als Nr. 107 wiederholt):
Aus Verdruß über das fchamlofe Benehmen feiner Stiefmutter verläßt ein Königsfohndas väterliche Reich und geht ins Gebirge. Er fteigt auf einen Baum, an deflen Fuße eineQuelle ift. Ein Brahman kommt, nimmt ein Bad und ißt/ hierauf bringt er aus feinemLeibe durch den Mund einen Topf hervor, in dem fich eine Frau befindet, und vereinigtfich mit ihr. Dann fchläft er ein. Nun holt ebenfo die Frau einen Topf aus ihrem Leibe/dem entfteigt ein junger Mann, und fie gibt fich ihm hin. Nachher verlchluckt fie ihrenTopf mit ihrem Liebhaber, der Brahman Heckt fie in den feinigen, verlchluckt diefen undgeht. Der Prinz kehrt in die Heimat zurück und veranlaßt feinen Vater, den Brahmaneneinzuladen/ diefem werden Speifen für drei Perfonen vorgefetzt. Verwundert fagt er, erfei doch allein, muß aber die Frau hervorbringen und diefe wieder den Jüngling. Den Schlußbildet die Mahnung des Prinzen an den König, feine Gattinnen in allem gewähren zulaflen, weil ihre Üppigkeit ja doch nicht zu unterdrücken fei.
Sehr bemerkenswert ift, nicht nur wegen der Wiederkehr eines besondern Zuges aus
der eben mitgeteilten Gefchichte, fondern auch wegen ihrer ätiologifchen Tendenz, eine Er'
Zählung der zu Anfang des 11. Jahrhunderts n.Chr. verfaßten Dßarmaparißsä des Dschaina-
Möndis Amitagati:
Der Asket Mandapakausika vertraut seine Tochter Chaya <d. i. Schatten) der Obhutdes Todesgottes Vama an. Zwifchen den zweien entfpinnt fich ein Liebesverhältnis/ Vamaträgt die Geliebte fortan in feinem Leibe, und diefen verläßt fie nur, wenn er eine gewifleZeremonie vollzieht. Dem Feuergotte Agni gelingt es, Chaya zu verführen/ fie nimmtihn in ihren Leib und wird fodann vonyama verfchluckt. Durch Agnis Verfchwinden gerätdie Welt in arge Not: die Menfchen können nicht mehr kochen, und die Götter entbehrender Opfer. Der Windgott Vayu furht auf Indras Befehl den Vermißten/ fchließlich gibt erallen Göttern ein Mahl, und dabei erhält yama, wie in der Erzählung Seng-hueis, drei-fache Speise (und drei Stühle). Auf feine verwunderte Frage erfährt er, Chaya fei fchuld.Nun befreit er fie, und fie befreit Agni/ diefer flieht vor dem ihn bedrohenden Gotte desTodes. Seither hält fich Agni verborgen, und um ihn hervorzurufen, bedarf es ftets einerAnftrengung (Feuerreiben, Feuerfchlagen).
Nach Nie. Moronow, Die Dßarmaparlßsä des Amitagati, 1903 (DilT.), 32 findet fichdiese dort im Auszuge mitgeteilte Legende auch in dem Dßürtäßßyäna Haribhadras.
Eine weitere Parallele zu dem Zuge von dem in die (dem Manne einverleibte) Fraueinverleibten Jüngling enthält die 164. Erzählung von Hemavijayas KatbUratnäßara (deutfehvon Hertel, 1920, II, 140). Um einen Kalten, in dem der Gehörnte nicht nur die Frau, fondernauch deren Liebhaber mitträgt, handelt es fich in dem 9. der 1869 von E. Prym und A. Socinin einem Dorfe des Antilibanons aufgezeichneten, 1915 von G. Berglträßer herausgegebenenNeuaramäifden MärSen, 27 f./ diefes ift auch deshalb bemerkenswert, weil es einerfeits diezwei erften Hauptmotive Sercambis ufw. enthält, nämlich die Untreue der Frau des Unter-tanen fowohl als auch der des Königs und die gemeinfame Wanderung der Betrogenen,andererfeits noch einen Anklang zu der erften der nach Seng-huei mitgeteilten Gefchichtenbietet/ an die Stelle der Schönheit jedoch, derentwegen der König den Fremden holen läßt, trittdie Fähigkeit, durch fein Lachen alles zum Blühen zu bringen. DieferZug ericheint fchon in einerauch zum erften Hauptmotiv zu erwähnenden Erzählung der Sußasaptati (Textussimpfi'cior 21 f., Nr. 9, T. ornatior63f. r Nr. 17, Marafßf-Üßerfetzung 101 f., Nr. 9), des türkifchenTutinameß (überfetzt von G. Rofen, 1858, II, 71 f.) und des von Nechfchebi bearbeitetenperfifchen Tutinameß (Pertfch in der ZDMG, XXI, 529f.).
Zu der von Cosquin, 13 mitgeteilten Gefchichte Somadevas ift auf ihr Gegenftückbei Ksemendra zu verweifen CZVV, XIX, 88): hier verlangt die Frau von jedem Liebhaber
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