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Märchen des Mittelalters
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will es tun, wenn ihr mir fagt, wie.« Und der eine Widder fagte: »HöreHerr, Stelle dich, fo es dir beliebt, mitten in die Wiefe/ ich gehe an das eineEnde, mein Gefell an das andere, und wer früher bei dir fein wird, deffen folldie Wiefe fein, und den andern magft du eflen.« Sagte der Wolf: »Tut alfo.«Und die zwei Widder gingen jeder an ein Ende der Wiefe, und dann liefenfie, was fie nur vermochten, auf den Wolf zu, und fie trafen ihn mit großemUngeftüm und zerftießen ihn von beiden Seiten fo ftark, daß er fich mit feinemeigenen Kote befudelte/ und mit gebrochenen Rippen und halbtot ließen fie ihnliegen und gingen ihres Weges. Nach einer Weile kam der Wolf wieder zufich, und er fagte: »Auch um diefe Unbill fchere ich mich nicht weiter,' fatt eflenwerde ich mich ja heute doch, weil es mir mein Hinterer verheißen hat.«

Und er ging von dannen, und da traf er eine Sau mit ihren Ferkeln aufder Weide, und er fagte: »Gott fei gepriefen! wußte ich doch, ich würde heutenoch köftliche Speife finden!« Und zu der Sau fagte er: »Schwefter, ich werdevon deinen Ferkeln eflen.« Antwortete die Sau: »Du wirft tun nach deinemGefallen, aber ich bitte dich, taufe fie vorher, weil fie noch heidnifch find/ dannmagft du fie eflen.« Sagte der Wolf: »So zeig mir den Brunnen.« Da führteihn die Sau zu einem Gußbett, wodurch das Waffer in eine Mühle lief, undfagte: »Siehe, das ift der geweihte Brunnen.« Und der Wolf ftellte fich, gleichals ein Geiftlicher, oben an den Mühlgang/ als er aber nach dem eilten Ferkelgreifen wollte, um es ins Waffer zu tauchen, da ftieß ihn die Sau grunzendin den Mühlgang, und das Waffer trieb ihn zu dem Rade, und deffen Speichenzerftießen ihm die Glieder. Und als er mit Mühe entronnen war, fagte er:»Nicht gar arg bekümmert mich dieferTrug,- heute noch werde ich, hat mir meinHinterer verkündet, treffliche Koft finden.«

Als er dann um ein Dorf ftrich, fah er auf einem Backofen etliche Ziegenftehen, und da fagte er: »Nun will ich Gott preifen, daß ich liebliche Speifefehe«, und ging auf fie zu. Die Ziegen jedoch fahen ihn kommen, und fo ver«bargen fie fich in den Ofen. Und er ging hin zu dem Ofen und fagte: »Seh wefternwahrlich, von euch will ich eflen, bis ich erfättigt bin.« Und fie fagten zu ihm:»Höre, Herr: Wir find um nichts anders willen hier, als um eine Melle zuhören, und die, bitten wir dich, fing uns du. Dann wollen wir herauskommenzu dir, und du magft tun, was dir beliebt.« Und der Wolf machte einen Bifchofund begann vor dem Ofen, fo laut er nur konnte, zu heulen. Und die Bauern,die ihn dergeftalt heulen hörten, kamen mit Knütteln und Hunden und fchlugenihn auf den Tod, und die Hunde bitten ihn blutig, und kaum noch halb lebendigentwich er.

Und er kroch unter einen großen Baum und legte fich nieder, und nun

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