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Märchen des Mittelalters
Entstehung
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Mutter/ darin kehrte ich zu Euch zurück.« Verwundert fragte der Ritter: »Ja,wer bift du denn?« Und der Knecht antwortete: »Dringet dieferhalb nicht inmich/ ich bin Euer Knecht.«

Der Ritter aber gab nicht nach, und fo geftand der Knecht endlich dieWahrheit und fagte: »Ich bin ein Teufel, einer von denen, die mit Lucifergefallen find.« Das Staunen des Ritters wudis, und er fagte: »Wenn du vonNatur ein Teufel bift, was ift das dann, daß du einem Menfchen fo treulichdienft?« Sagte der Teufel: »Mir ift es ein großer Troft, mit den Söhnen derMenfchen zu fein.« Darauf der Ritter: »Fürder wage ich nicht, deine Dienfteanzunehmen.« Antwortete der Teufel: »Dellen könnt Ihr ficher fein, daß Euch,fo Ihr mich behaltet, weder von mir, noch meinetwegen etwas Übels zuftoßenwird.« »Ich wage es doch nicht«, fagte der Ritter, »aber was du für deineDienftleiftung heifcheft, und wäre es die Hälfte meines Hab und Guts, ichwerde es dir gern geben/ niemals noch hat ein Menfch einem Menfchen lotreulich und fo förderlich gedient: durch deine Hilfe bin ich dort beim Stromedem Tod entronnen, und durch dich ift meine Gattin wieder gefund geworden.«

Nun fagte der Teufel: »Da ich denn nun einmal nicht bei Euch bleibendarf, fo bitte ich um keinen Lohn fonft für meine Dienfte als um fünf Gulden.«Und als er die erhalten hatte, gab er fie dem Ritter zurück mit den Worten:»Ich bitte Euch, kaufet dafür eine Glocke und ladet fie über dem Dache diefesarmfeligen, verlaffenen Kirchleins anbringen, auf daß fie wenigftens Sonntagsdie Gläubigen zum Gottesdienfte rufe.« Und damit entfchwand er dem Ritter

aus dem Gefichte.

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