meiner! So du mich zurückbringft, wo wir vordem waren, fo verfpreche ich dirin Treuen bei meinem Leben, dir Ring und Spange zurückzugeben.« Und erglaubte ihren Worten und fagte: »Wenn es fo ift, fo will ich dich in die Stadtzurückbringen.« Sie aber fagte: »Da du nun mein Verfpredien halt, fo fag mirdoch, wiefo wir fo plötzlich hergekommen find.« Und er: »Das will ich dirfagen: Diefer Teppich hat die Kraft, daß, wer immer auf ihm fitzt, nur zu denkenbraucht, er möchte irgendwo in der Welt fein, und fchon ift er auch dort.« Diesgefagt, fuhr er fort: »Liebfte, ftrecke dich hin, damit ich ein wenig in deinemSdioße ruhen kann/ denn wunderlich kommt mich der Schlaf an.« Undfie nahmfein Haupt in ihren Schoß, und alsbald entfchlief er. Da zog fie den Teil desTeppichs, auf dem er lag, ftill zu fich herüber und dachte: »Wäre ich nur dort,wo ich vordem war«, und fchon war fie mit dem Teppich dort/ und Jonathaslag allein in dem Walde und fchlief.
Endlich erwachte er, und als er weder den Teppidi noch das Mädchenfah, begann er bitterlich zu weinen und zu fchluchzen und zu feufzen und rief:»O du mein Gott, was tue ich nun! Wohin ich mich wenden foll, weiß ich nicht.«Und er fah niemand als die Vögel, die in der Luft dahinflogen. Und er erhobfich und bekreuzigte fich, und dann ftieß er auf einen Weg, und den befdiritt er.Und als er den ganzen Tag gegangen war, kam er zu einem Waffer, das er durch-waten mußte. Und das Waffer war fo fcharf, daß es ihm das Fleifch an den Füßen,foweit es fie benetzte, bis auf die Knochen wegfraß/ und er füllte trotz feinenSchmerzen ein Fläfchchen mit diefem Waffer und nahm es mit. Dann fah ereinen Baum mit viel Früchten/ in feinem Hunger aß er davon, und fchon warer mit einem abfcheulichen Ausfatz bedeckt/ und er nahm einige Früchte undging weiter. Und er begann zu weinen: »O Herr, o du mein Gott, was habeich alles zu leiden!« Und in diefen Nöten kam er wieder zu einem Waffer,über das er zu fetzen hatte, und fo wie ihm das andere das Fleifch von denKnochen getrennt hatte, fo gab ihm diefes das Fleifch wieder zurück/ und ernahm auch von diefem ein Fläfchchen mit. Dann bekam er Hunger, und wiederfah er einen Baum voller Früchte, und auch von denen aß er, und hatten ihndie frühern ausfätzig gemacht, fo heilten ihm diefe jegliches Gefchwür,- under pflückte auch von ihnen einige und nahm fie mit. Und nun begann er frohzu werden und Gott zu danken. Und er fah in der Ferne ein fdiönes Schloß,und zwei Männer in reicher Tracht kamen ihm entgegen und fragten ihn, werer fei. Erantwortete: »Ich bin ein vollkommener Arzt.« Und fie fagten: »UnferKönig, der jetzt in diefem Sdiloffe weilt, ift ausfätzig/ könnteft du ihn heilen,fo würdeft du die größten Ehren und Reichtümer erlangen.« Er antwortete:»Mit Gottes Hilfe werde ich ihn heilen.« Sie aber fagten: »Liebfter, viele fchon
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