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Märchen des Mittelalters
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43.DIE RACHE DES SKLAVEN.

EIN RITTER HATTE EINEN SEINER SKLAVEN ZURStrafe für mancherlei Unfug geblendet/ dann aber fühlte er wiederMitleid mit ihm und machte ihn zum Pförtner in feinem SchlolTe.

Eines Tages entfernte er fich mit allen feinen Leuten, und zu Haufe bliebennur feine zwei Knäblein. Die packte nun der Sklave, nachdem er Tore undTüren verfchloffen hatte, und trug fie auf die Zinnen des höchften Turmes.Und als fich der Ritter auf der Heimkehr dem SchlolTe näherte, zeigte er fieihm und rief hinunter, er werde fie auf der Stelle hinabftürzen, wenn fich nichtder Ritter die Augen ausreiße, fo wie er ihm fie ausgeriffen habe. Der Ritterfagte, er habe es getan, aber der Sklave fragte ihn: »Wie wars dir dabei?«Und da der Ritter keine Antwort zu geben wußte, rief der Sklave: »Ha, duhaft es nicht getan!«

Um es kurz zu machen: der Ritter riß fich die Augen aus, um die Knabenzu retten/ und er fagte dem Sklaven: »Nun habe ich fie mir wahrhaftig aus=gerilTen.« Wieder fragte der Sklave: »Wie wars dir dabei?« Und der Ritterantwortete: »Als hätte man mir das Gemächt ausgerilTen.« Da fagte der Blinde:»Du fprichlt die Wahrheit.« Und fchon fprang er auch mit den beiden Knäbleinherab, und alle drei waren Leichen.

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